Lokales

Feuerwehrbedarfsplan dient künftiger Weichenstellung

Rechenschaft über die vielfältigen Aufgaben wurde bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Lenningen in den Vereinsräumen Brucken abgelegt. Erfreulicherweise konnte ein Rückgang der Einsatzzahlen verzeichnet werden. Die erfolgreiche Arbeit bei der Jugendfeuerwehr gewährleistet den erforderlichen Nachwuchs für die aktive Wehr.

RAINER STEPHAN

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LENNINGEN Nach der Totenehrung gratulierte Kommandant Günther Hummel dem jüngst wiedergewählten Bürgermeister Michael Schlecht zu seinem Wahlergebnis. Hummel hob in seinem Rechenschaftsbericht das gute Ansehen der Feuerwehr in der Bevölkerung hervor: 97 Prozent der Bundesbürger hätten neuesten Umfragen zufolge ein hohes Vertrauen in die Arbeit der Feuerwehrleute.

Im abgelaufenen Jahr mussten die fünf Abteilungswehren bei 23 Einsätzen insgesamt 233 Einsatzstunden leisten. Wetterbedingt wären Schneebrucheinsätze dominierend gewesen. Während im Land Baden-Württemberg die Zahlen rückläufig seien, könne Lenningen mit 123 aktiven Feuerwehrmitgliedern stabile Mitgliederverhältnisse vorweisen.

Ein Höhepunkt im vergangenen Jahr sei die Teilnahme am 150-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Nürtingen mit Festumzug und Kreisfeuerwehrtag gewesen. Der Kommandant hob hervor, dass sich alle Fahrzeuge der Wehr in einem ordentlichen Zustand befänden und mit der Brandschutzerziehung in Schulen und Kindergärten ein wichtiger Lernbeitrag geleistet werde.

Jugendfeuerwehrleiter Clemens Löw berichtete von einem Mitgliederstand von 45 Kindern und Jugendlichen bei der Jugendfeuerwehr, die von 14 Betreuern ausgebildet würden. Das wichtigste Ereignis des Jahres 2006 sei unstrittig der "Berufsfeuerwehrtag" gewesen, bei dem der Schopflocher und Gutenberger Nachwuchs viel erleben und lernen konnte. Dies diene auch der Nachkommenschaft "von unten für oben".

Mit der Feststellung "Wir machen nicht nur Feste" begann Hans Pauer augenzwinkernd seinen Bericht von den Aktivitäten der Altersabteilung, die alle von einem guten Gemeinschaftsgeist zeugen würden. Insgesamt seien vier Veranstaltungen durchgeführt worden, wobei der mehrtägige Ausflug ins Badische an den Kaiserstuhl sicherlich "der Knaller" war.

Für den verhinderten Fachberater für Seelsorge, Pfarrer Fritz Braun aus Schopfloch, wurde vom Kommandanten berichtet, dass 22 Einsätze zu verzeichnen waren, wobei hiervon drei auf Lenningen entfielen.

Sämtliche Funktionsträger wurden von der Versammlung auf Antrag von Bürgermeister Michael Schlecht einstimmig entlastet. "Ich hätte mir gewünscht, dass mehr Gemeinderäte anwesend wären", bemerkte der Bürgermeister zu Beginn seiner Rede, bei der er sich zunächst bei der Feuerwehr bedankte und zugleich konstatierte: "Alles ist im Fluss". Der neue Feuerwehrbedarfsplan zeige die großen Schwierigkeiten auf, tagsüber jemanden zu finden, der ausrücken könne. "Es bleibt nur der Weg der interkommunalen Zusammenarbeit", so das Credo des Schultes.

Bei den angedachten Ersatzbeschaffungen müsse man über das eine oder andere Fahrzeug reden. "Pflegen sie ihre Fahrzeuge", resümierte Michael Schlecht. Ab 2008 würden konkrete Überlegungen zum Bedarfsplan vorgenommen und dann die entsprechenden Zuschussanträge gestellt.

Walter Hausmann, Abteilungskommandant aus Gutenberg, wurde vom Bürgermeister zum Brandmeister befördert. Für 25 Jahre Feuerwehrtätigkeit konnten mit dem Ehrenzeichen in Silber und einer Verleihungsurkunde des Innenministers die Feuerwehrmänner Joachim Büttner, Rolf Ehni, Rainer Semsch, Peter Allgaier, Michael Eberle, Werner Ziegler und Martin Schott ausgezeichnet werden.

In den Genuss von zwei "Hammerehrungen" so Michael Schlecht kamen die Ehrenkommandanten Franz Weiß und Willi Holder für 60-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr. Stehender Applaus aller Anwesenden wurde den Geehrten für diese einzigartige Leistung zuteil. Dem ausscheidenden stellvertretenden Abteilungskommandanten Frank Huber gab Schlecht als Dankeschön eine Kelle und einen Sack Zement mit auf den Weg, um so für den anstehenden Hausbau gerüstet zu sein.

Nach seinen abschließenden Ausführungen zum Feuerwehrbedarfsplan dankte der Kommandant allen für die gute Zusammenarbeit und gab bekannt, dass er sich nach langjähriger Tätigkeit im nächsten Jahr nicht mehr zur Wahl stellen werde.