Lokales

Fibel statt Fragebogen

Eine Einbürgerungsfibel statt eines Einbürgerungsfragebogens forderte die ehemalige Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John am vergangenen Freitag auf einer Tagung der Evangelischen Akademie Bad Boll.

BAD BOLL Nach Vorstellung der ehemaligen Berliner Ausländerbeauftragten könnte in einem solchen Einbürgerungshandbuch formuliert werden, was der Gesellschaft in Deutschland wichtig ist und warum auf bestimmte Punkte großen Wert gelegt wird. Barbara Johns Meinung nach sollten Einbürgerungskandidaten zum Beispiel lernen, dass sich das heutige Deutschland aus zwei Diktaturen heraus entwickelt hat und dass es auf Grund der Besonderheiten der deutschen Geschichte immer ein besonderes Verhältnis zu jüdischen Mitbürgern geben wird.

Anzeige

Barbara John hält es für durchaus gerechtfertigt, zu diesen Punkten auch "Wissensfragen" zu stellen. Darin sieht sie einen großen Unterschied zu den "Gewissensfragen", die in dem umstrittenen baden-württembergischen Einbürgerungsfragebogen erhoben werden.

Auf derselben Veranstaltung sprach sich die jetzt an der Humboldt-Universität tätige Honorarprofessorin dafür aus, Integration durch Bildung und Arbeit voranzubringen. Die Hälfte der Jugendlichen mit Migrationshintergrund habe lediglich einen Hauptschul- oder gar keinen Schulabschluss. Mangelnde Bildungschancen sind für sie aber ein wesentlicher Grund, der Parallelgesellschaften zur sozialen Falle und damit erst gefährlich mache.

pm