Lokales

Finanziell auf einem "langfristigen Sinkflug"

Nach der Kirchenwahl im November kam der Gesamtkirchengemeinderat der Evan-gelischen Kirche in Kirchheim zur konstituierenden Sitzung zusammen. Zum einen standen mehrere Wahlen an, zum anderen musste der "Plan für Kirchliche Arbeit", früher "Haushaltsplan" genannt, beschlossen werden.

KIRCHHEIM Dekanin Renate Kath erinnerte bereits zu Beginn an den verstorbenen Pfarrer im Ruhestand Walter Gölz und dankte anerkennend für seine gute Arbeit in der Gesamtkirchengemeinde und im Kirchenbezirk. Zum Ersten Vorsitzenden der Gesamtkirchengemeinde wurde einstimmig Werner Dohrn gewählt, er tritt die Nachfolge von Rosemarie Reichelt an.

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Werner Dohrn ist Rechtsanwalt und seit Jahren Kirchengemeinderat in der Johanneskirche Ötlingen und Mitglied im engeren Rat und Verwaltungsausschuss der Gesamtkirchengemeinde. Er lobte in seiner Antrittsrede die gute Arbeit seiner Vorgängerin und will sie in diesem Sinne weiterführen. Gerade die Zusammenarbeit auf Ebene der Gesamtkirchengemeinde wird er verstärkt angehen und Kooperationen zwischen den einzelnen Kirchengemeinden fördern. Für die Verstärkung der Erwachsenenbildung im Rahmen der "Kirchheimer Reihe" und die Planung eines Stadtkirchentages möchte er sich besonders einsetzen.

Den zweiten Teil der Sitzung leitete Kirchenpfleger Bernd Kemmner mit seiner alljährlichen Haushaltsrede ein. Positiv konnte festgestellt werden, dass die Kirchensteuerentwicklung für das Jahr 2007 zufriedenstellend war. Die Steuereinnahmen haben sich in der Landeskirche Württemberg gegenüber 2006 um 45,9 Millionen Euro, das sind 9,03 Prozent, auf 554,5 Millionen Euro erhöht. Die gesamtwirtschaftliche Situation, Gewinne der Unternehmen und ein andauernd guter Export von Gütern sind die Grundlage dafür. Die Mehreinnahmen des Jahres 2007 kommen nach dem landeskirchlichen Haushaltsgesetz nicht zur Verteilung, sondern werden in eine Versorgungsstiftung der Landeskirche eingebracht. Damit werden die künftigen Versorgungslasten der Pfarrer, Kirchenbeamten und Angestellten abgesichert.

Trotz des positiven Ergebnisses betonte Kirchenpfleger Kemmner: "Den Mehreinnahmen in den letzten Jahren müssen die deutlich gestiegenen Personalkosten, Sachkosten und die explodierten Energiekosten gegengerechnet werden. Wir arbeiten im Wesentlichen mit der gleichen Struktur wie vor 15 Jahren, mit der gleichen Zahl von Gebäuden, mit eher mehr als weniger Personal und deutlich gestiegenen Sach- und Energiekosten. Unsere realen Finanzierungsmöglichkeiten sind in dieser Zeit um etwa 25 Prozent gesunken." Er zitierte noch den Finanzreferenten der Landeskirche, der feststellte, dass man sich wirtschaftlich gesehen auf einem "langfristigen Sinkflug" befinde.

Der "Plan für Kirchliche Arbeit 2008" für die evangelische Gesamtkirchengemeinde ist in diesem Jahr nach Umstellung der Buchhaltung ein Erstlingswerk. Die Gesamtkir-chengemeinde erhält aus Kirchensteuermitteln eine Zuweisung von 1 028 900 Euro, das sind 25 700 Euro mehr. Nach einem eingeführten Zuweisungssystem wird ein Teil des Geldes für die Arbeit in den Einzelgemeinden weitergegeben.

Allerdings gibt die demografische Entwicklung in der Gesamtkirchengemeinde zu denken: Seit 1980 ist die Gemeindegliederzahl um 1508 gesunken, allein ab 2000 sind es 969 Gemeindeglieder weniger.

Mit dem "Kirchheimer Beitrag" hat die Gesamtkirchengemeinde im vergangenen Jahr Neuland betreten und sehr gute Erfahrungen gemacht. In diesem Jahr wird um Spenden für die Evangelische Kindergartenarbeit, die Martinskirchenstiftung, die Dach- und Fassadensanierung der Matthäuskirche und wiederum für die allgemeine Gemeindearbeit gebeten. Im Schlusswort machte Dekanin Renate Kath Mut, die alten und neuen Aufgaben hoffnungsvoll anzugehen. Gemeinsam den Weg nach vorne beschreiten, neue und alte Kirchengemeinderäte, Kirchenpfleger, Pfarrerinnen, Pfarrer und Dekanin, das sei gerade in heutiger Zeit wichtig.

pm