Lokales

"Finanzielles Engagement bei knappen Kassen mehr denn je gefragt"

Beratungen darüber, wie die Erträge der Bürgerstiftung Kirchheim zu verwenden sind, standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Stiftungsrats der Bürgerstiftung, der neben Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker die Stadträte Peter Gänßle, Gerwin Harand, Dr. Stefan Grüninger und Michael Holz sowie Ursula Kübler, Anni Ost, Willi Kamphausen und Siegmund Maier angehören.

KIRCHHEIM Das Vermögen der Bürgerstiftung wird getrennt vom Haushalt der Stadt geführt und mit der durchschnittlichen Verzinsung des "Kirchheim-unter-Teck-Fonds" verzinst. Der Stiftungsrat stellte die entsprechenden Erträge fest und nahm davon Kenntnis, dass unter Einschluss von Mitteln der Vorjahre insgesamt ein Betrag von zirka 28 000 Euro zur Ausschüttung zur Verfügung steht. Gefördert wird damit die Mobbing-Selbsthilfegruppe in der Erwerbslosenberatung des Bürgerbüros, das die Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und die Beschaffung von Fachliteratur vorsieht.

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Weiter soll damit ein Faltblatt finanziert werden, um in der Öffentlichkeit auf diese wichtige Beratungsmöglichkeit hinzuweisen.

Ebenfalls gefördert wird die Einrichtung der "Begegnungsstätte Sammeltasse" im Gebäude des Bürgerbüros in der Alleenstraße 96. Nachdem dort nun die notwendigen Räume zur Verfügung stehen, wird damit ein Treffpunkt für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt angeboten. Das Projekt wurde in Eigenregie des Bürgerbüros verwirklicht und zur Finanzierung konnten Sponsoren gewonnen werden.

Gleichfalls gefördert wird der Pädagoginnentreff Kirchheim, der bereits seit neun Jahren den Kirchheimer Mädchentag veranstaltet. Dieser Tag für Mädchen im Alter zwischen 11 und 16 Jahren wurde in den vergangenen Jahren immer gut besucht. Im kommenden Jahr 2005 findet dieser Mädchentag schon zum zehnten Mal statt. Zusätzlich zu den normalen Workshops soll die Veranstaltung daher mit einem großen Fest abgerundet werden.

Im Jahr 2005 wird im Städtischen Museum im Kornhaus die Sonderausstellung "Rulaman der Steinzeitheld" angeboten. Der Arbeitskreis Museumspädagogik will dieses Ereignis mit museumspädagogischen Angeboten begleiten und unterstützen. Auch wenn die Mitglieder dieses Arbeitskreises ehrenamtlich tätig sind, fallen für solche Veranstaltungen erhebliche finanzielle Mittel an. Dazu will die Bürgerstiftung ebenfalls mit einer Förderung beitragen. Die Veranstaltungen dieser museumspädagogischen Reihe richten sich vor allem auch an Schulklassen.

Im Rahmen der Neu- und Umbaumaßnahmen am Ludwig-Uhland-Gymnasium hat die Stadt unter hohem finanziellen Aufwand eine Mensa eingerichtet. Dazu wurde im Februar 2001 der Verein "Lugeria-Eltern kochen für Schüler" gegründet. Dieser Verein betreibt seither die Mensa auf eigene Rechnung und eigenes Risiko. Zahlreiche engagierte Eltern bieten den Schülerinnen und Schülern ein tägliches Mittagessen an. Der Verein leistet diese Aufgabe ohne finanzielle Beteiligung der Stadt und die Mensa erfreut sich großer Beliebtheit.

Die Zahl der zu versorgenden Schülerinnen und Schüler steigt stetig, sodass der Verein gezwungen war, mit eigenen Mitteln zusätzliche Tische und Stühle zu beschaffen. In der Küche fehlt jetzt allerdings noch ein Dampfgarer, der notwendig ist, um die große Anzahl der Essen rechtzeitig auf den Tisch zu bringen. Das Engagement des Vereins wird von der Bürgerstiftung begrüßt und deshalb auch entsprechend gefördert.

Der Verwaltung der Bürgerstiftung war es in diesem Zusammenhang auch wichtig, nochmals auf den Zweck der Bürgerstiftung hinzuweisen. Der Gemeinderat der Stadt Kirchheim hat die Bürgerstiftung im Jahre 2001 ins Leben gerufen. Sie startete mit einem Startkapital von seinerzeit 1 130 000 Mark. Aus den Erträgen dieses Kapitals sollen gemeinnützige Vorhaben gefördert werden, die im Interesse der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger liegen. Die Stiftung ist im Bereich der Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur, der Wissenschaft und Forschung, des Sports, der Ökologie sowie für soziale und mildtätige Zwecke tätig.

Eine weitere wichtige Aufgabe der Stiftung ist in allen genannten Bereichen die Förderung der Jugend und die Altenhilfe. Die Stiftungszwecke werden insbesondere dadurch verwirklicht, dass Projekte und Einrichtungen finanziell unterstützt werden. Der Stiftung können weitere Vermögenswerte durch Bürgerinnen und Bürger oder sonstige Dritte zugewendet werden.

Bedauert wurde seitens des Stiftungsrats, dass seit der Gründung das Stiftungsvermögen nicht angewachsen ist. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker rief deshalb "zu weiteren Zustiftungen oder auch Spenden für die Stiftung" auf. In Zeiten knapper öffentlicher Kassen sei finanzielles Engagement mehr denn je gefragt und notwendig, machte sie deutlich. Die Bürgerstiftung hat seit ihrem Bestehen schon über 100 000 Euro für die in der Satzung festgesetzten Zwecke bewilligt und ausgeschüttet.

pm