Lokales

Finanzierung ohne neue Schulden

Feierstunde zum Abschluss der Sanierungs- und Renovierungsarbeiten an der Hepsisauer Gemeindehalle

Einen „wichtigen Tag für Hepsisau“ nannte Weilheims Bürgermeister Hermann Bauer die Einweihung der sanierten und renovierten Gemeindehalle in Hepsisau, und Architekt Albert Englert sprach von einem großen Tag für den Weilheimer Teilort. In der Tat: Es wurde Bürgersinn gezeigt.

Joachim Krug

Weilheim. Nach nur sechsmonatiger Bauzeit war es am Freitagabend soweit: Die sanierte und renovierte Gemeindehalle in Hepsisau konnte im Rahmen einer Einweihungsfeier den Vereinen und der ganzen Bevölkerung übergeben werden. Weilheims Bürgermeister Hermann Bauer freute sich in seiner Begrüßung der Gäste besonders über die Präsenz aller örtlichen Vereine, der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, die 250 Stunden Aufbauhilfe geleistet haben, und der Handwerker, die das gesamte Projekt gemeistert haben, dessen Anfänge als Schulhaus auf das Jahr 1956 zurückgehen.

Nach dem Umbau der Schule nach 16 Jahren Nutzung zur Gemeindehalle wurde seit 2000 eine Erweiterung geplant, die zunächst der allgemeinen Konjunkturflaute zum Opfer fiel. Heute werde die Halle für Vereins- und Familienfeiern sowie für sportliche Aktivitäten genutzt. Möglich gewesen sei der Neubau durch erhöhtes Steueraufkommen in den letzten zwei Jahren, erläuterte Weilheims Bürgermeister Hermann Bauer.

Ortschafts- und Gemeinderat seien den Weg entschlossen mitgegangen und hätten einen Bau ermöglicht, der allen modernen Anforderungen gerecht werde. „Die Finanzierung konnte ohne neue Schulden getätigt werden“, betonte Hermann Bauer bei der freitagabendlichen Feierstunde nicht ohne Stolz.

Auf die Grundzüge für die Renovierung und Erweiterung der Halle, erarbeitet von Bauleiter Kurt Linsenmayer, verwies Architekt Albert Englert. Aus ursprünglich zwei Schulräumen sei jetzt eine Gemeinschaftseinrichtung mit knapp 300 Quadratmetern geworden, deren Sahnehäubchen eine 30 Quadratmeter große Küche sei. Von Mitte Mai bis Ende Oktober habe die Bauzeit gedauert, in der das Projekt zügig umgesetzt worden sei.

Für Landrat Heinz Eininger ist die Halle Ausdruck für den sich verstärkenden Trend, dass Naheliegendes wieder Konjunktur habe. Da die Globalisierung auch in den kleinsten Gemeinden angekommen sei, „ist jetzt der Nahraum wichtig“. Hepsisau könne auf seinen Gemeinsinn stolz sein. Landrat Heinz Eininger verwies besonders auf die Förderung des Vorhabens aus dem Programm „Entwicklung ländlicher Raum“, da Hepsisau im „Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ liegt.

Zum ersten Mal sei aus diesem Programm eine Gemeindehalle gefördert worden, betonte Landrat Eininger und verwies darauf, dass es inzwischen weitere entsprechende Projekte gäbe.

Humoristisch gab namens der Vereine Wilhelm Braun einen Überblick über die Vereinsaktivitäten, besonders des Männergesangvereins, vom alten Schulhaus bis zur Gemeindehalle. Die Eingemeindung Hepsisaus nach Weilheim 1972 sei eine große Tat gewesen. „Hepsisau ist die Perle in der Muschel Weilheim“, versicherte schalkhaft der oberste Sänger des Orts.

„Ein Gebäude ist auch immer eine Idee,“ stellte Pfarrerin Ute Stolz fest. Das müsse die Gemeinde stets im Auge behalten. Ute Stolz ist sich sicher, dass „Gott mitgebaut“ habe.

Schließlich dankte Ortsvorsteher Hartmut Hummel allen Helfern. „Die Halle als Zentrum der Vereine ist aus Hepsisau nicht wegzudenken.“ Insgesamt rund 90 Veranstaltungen pro Jahr belegten dies. Der Wunsch, die Halle zu renovieren und zu erweitern, habe seit acht Jahren bestanden. Besonders stolz sei er auf die 50 ehrenamtlichen Helfer. „Allen Hepsisauern wünsche ich tolle Feste“, betonte Ortsvorsteher Hartmut Hummel.

Mit Volksliedern und Opernchören sorgte der Männergesangverein unter der Leitung von Daniela Wolff für den passenden musikalischen Rahmen der offiziellen Feierstunde zum Abschluss der Sanierungs- und Renovierungsarbeiten der Hepsisauer Gemeindehalle. Auch eine jugendliche Flötengruppe fand mit ihren Vorträgen große Zustimmung. Gestern hatte die Bevölkerung im Rahmen eines Tages der offenen Tür die Möglichkeit, die neue Halle, die sich mit ihren Farbtupfern bestens in das Dorfbild einfügt, bei Kaffee und Kuchen zu begutachten.

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