Lokales

„Firma am Ort halten“

Änderung des Flächennutzungsplans wegen „Haldenäcker“

Um eine neue Produktionshalle in den Bissinger „Haldenäckern“ zu ermöglichen, soll der Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft Weilheim geändert werden. Dafür hat sich der Gemeinderat der Seegemeinde bei einer Gegenstimme ausgesprochen.

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richard umstadt

Bissingen. Eine große Bissinger Holzbaufirma benötigt dringend eine weitere Produktionshalle, in der Bauteile mit einem hohen Vorfertigungsgrad hergestellt werden sollen. Der von dem Unternehmen favorisierte Standort, die „Haldenäcker“, liegt in unmittelbarer Nähe des bestehenden Betriebsgeländes, befindet sich aber am anderen Ufer des Linsenbaches und damit im Außenbereich. Dies macht eine Änderung des Flächennutzungsplanes notwendig, die Gemeinde muss außerdem das neue Gewerbegebiet „Haldenäcker“ in einen entsprechenden Bebauungsplan einbinden.

Der Gemeinderat hatte bereits das rund 60 Ar große Gelände besichtigt. Der Standort sei kritisch, weil erstmalig in der Seegemeinde ein Gewerbegebiet östlich des Baches ausgewiesen werde, wusste Bürgermeister Wolfgang Kümmerle. Andererseits verwies der Verwaltungschef auf die direkte Anbindung durch eine Schwerlastbrücke an das bisherige Areal der Holzbaufirma und die Synergieeffekte, die sich daraus ergeben würden. „Gegenüber einem neuen Standort für die gesamte Firma ist der Flächenbedarf durch die Erweiterung minimal“, sagte der Bürgermeister. Dies wäre ganz anders, wenn auf der grünen Wiese ein neues Firmenareal ausgewiesen werden müsste, etwa von der Kreisstraße in Richtung Dettingen.

Dieser Meinung schlossen sich mit einer Ausnahme auch die Bürgervertreter an. „Es wäre ein Frevel dagegen zu sein, wenn man sieht, wie viele Produktionsstätten zu machen müssen“, meinte Joachim Maszurim und wurde unterstützt von Lidwina Heppner: „Die Firma sollte man am Ort halten.“ Etwas schwer mit der Entscheidung tat sich Rolf-Rüdiger Most, den nach „intensiver Abwägung“ die Argumente der Firma überzeugten: „Wenn über den Bach, dann dort.“

Das sah Uli Berger grundsätzlich anders. Ausnahmeregelungen könne man immer mit einem Einzelfall begründen. Er appellierte an das Ratsgremium, zu überlegen, was damit in Gang gesetzt werde.