Lokales

Firmen optimistisch

Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zum 4. Quartal 2005 zeigen einen deutlichen Stimmungsaufschwung innerhalb der Unternehmerschaft im Landkreis. In der Dienstleistungsbranche werden Lage und Erwartungen besonders positiv bewertet.

KREIS ESSLINGEN Die Zuversicht ist sicherlich einerseits auf das immer näher kommende sportliche Großereignis FIFA-WM zurückzuführen. Doch auch die Hoffnung auf eine weitere Stabilisierung der politischen Rahmenbedingungen unter der schwarz-roten Koalition in Berlin trägt ihren Teil dazu bei.

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Ihre derzeitige Geschäftslage beurteilen 31,3 Prozent der befragten Unternehmen als gut, etwa die Hälfte spricht von einer befriedigenden Geschäftslage. Damit stieg der IHK-Konjunkturindikator im Vergleich zum vorhergehenden Quartal um 11,6 Prozentpunkte auf 14,6 Prozent. Vergleicht man die Ergebnisse allerdings mit den Werten des 4. Quartals im Jahr 2004, hat sich die Einschätzung der Unternehmen nur geringfügig um plus ein Prozent verändert. 48 Prozent der Unternehmen berichten von gestiegenen Umsätzen gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal. Damit stieg der IHK-Konjunkturindex auf 26,2 Prozent, gegenüber 15,2 Prozent im Vorquartal. Auch bei der Ertragslage kann eine leichte Verbesserung festgestellt werden. Zwar verharrt der IHK-Konjunkturindikator hier weiterhin im negativen Bereich, die Anzahl der Unternehmen, die ihre Ertragslage mit "gut" bezeichnen, ist aber von 10,9 Prozent auf 19,4 Prozent gestiegen. 41,3 Prozent berichten von steigender Tendenz beim Auftragseingang.

Die Erwartungen der Unternehmen an die Geschäftsentwicklung in den nächsten Monaten sind deutlich gestiegen. Hier kletterte der IHK-Konjunkturindex von 15,3 Prozent im Vorquartal auf 35,6 Prozent. Ursächlich für diesen Anstieg sind zu einem großen Teil die politischen Rahmenbedingungen: wo kurz nach der Bundestagwahl noch Skepsis vorherrschte, scheinen die Unternehmen nun Hoffnung in die Reformpläne der großen Koalition zu setzen. Auch die Stärkung der binnenwirtschaftlichen Nachfrage wird in einem gewissen Umfang erwartet: immerhin sehen 24,5 Prozent hier weitere Chancen und die Zahl derjenigen, die eher Risiken sehen, ist von 49,7 auf 32 Prozent zurückgegangen.

Die Industriebetriebe tragen mit zur verbesserten Einschätzung der Geschäftslage insgesamt bei. Der IHK-Konjunkturindikator stieg im Vergleich zum Vorquartal um etwa sieben Prozentpunkte und steht nun bei 14,8 Prozent. Eine deutlichere Steigerung verzeichnet der IHK-Konjunkturindex bei der derzeitigen Tendenz der Auftragseingänge aus dem Ausland. Dieser kletterte von 11,8 auf 39,1 Prozentpunkte und hat damit auch deutlich das Niveau des gleichen Vorjahresquartals übertroffen. Bei der Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten erwartet immerhin die Hälfte der Industrieunternehmen eine Verbesserung, 42,6 Prozent gehen von gleich bleibender Geschäftsentwicklung aus.

Erfreulich sind die Veränderungen, die die Investitionspläne der Industrieunternehmen erkennen lassen: Hauptmotive für Investitionen bleiben weiterhin Ersatzbedarf und Rationalisierung. Jedoch ist der Anteil der Unternehmen, die mit steigenden Investitionen im Inland rechnen, deutlich angestiegen.

Im Handel beurteilen 22 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut genauso viele Unternehmer klagen jedoch auch über eine schlechte Geschäftslage. In der Dienstleistungsbranche zeigen die Indikatoren nach oben. Die Geschäftslage beurteilen 39,8 Prozent mit gut, 45,9 mit befriedigend.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt des Landkreises hat sich zum Jahresende hin wieder entspannt. Die Arbeitslosenquote lag zwischen 5,2 und 5,4 Prozent auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen. Erfreulich ist, dass auch die Beschäftigungspläne der Unternehmen tendenziell freundlicher aussehen als in der Vergangenheit. Zwar kann noch nicht von einem Ende des Arbeitsplatzabbaus gesprochen werden jedoch berichten immerhin 60,9 Prozent der Unternehmen, dass sie mit einer gleich bleibenden Beschäftigtenzahl in 2006 rechnen.

pm