Lokales

Firmengelände wird Oase am Fluss

Die Bauarbeiten für einen durchgängigen Wander- und Radweg entlang des Neckars von Wendlingen nach Wernau sind im Gange. Sie werden in vier Wochen fertig sein. Dann beginnt die Stadt Wendlingen mit Abbrucharbeiten auf dem Gelände der Baufirma Brauneisen. Die Fläche, auf der bislang Lastwagen kurven, wird renaturiert.

ELISABETH MAIER

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WENDLINGEN "Dann haben wir vom Fischerheim bis nach Wernau eine zusammenhängende Fläche, auf der Wanderer und Radler die Landschaft in Ruhe genießen können", unterstreicht Stadtbaumeister Paul Herbrand die Bedeutung des Projekts. So schaffe man in der Flusslandschaft ein ideales Umfeld für den Radweg, der vom Land Baden-Württemberg finanziert wird. Dort sind schon jetzt viele Radler und Fußgänger unterwegs, die von Wendlingen ins Wernauer Vogelschutzgebiet wollen. Das Idyll wird von Lastern und Bauwagen, die entlang der Bundesstraße auf das Gelände der Baufirma gelangen, gestört.

Damit das künftig nicht mehr der Fall ist, hat die Stadt Wendlingen das Brauneisen-Areal erworben. 790 000 Euro kostet das Projekt im Naherholungsgebiet die Stadt Wendlingen insgesamt; in diesem Betrag ist der Kaufpreis für das Brauneisen-Areal enthalten. Aber auch die Abbrucharbeiten auf dem Firmengelände mit einigen Gebäuden schlagen erheblich zu Buche. Zudem wird der Untergrund entsiegelt und auf Schadstoffe untersucht. "Das ist eine Ausgleichsmaßnahme für unser Neubaugebiet Steigäcker/Hintere Gärten und für die neuen Rampen zur B 313", so Herbrand. Wenn das ehemalige Firmenareal geräumt ist, errichtet das Land zwischen dem Neckar und der B 313 einen Damm. Der Landschaftsarchitekt Dieter Pfrommer begleitet die Arbeiten im Auftrag des Regierungspräsidiums. Dass das ehemalige Firmengelände entsiegelt wird, ist aus seiner Sicht ein wichtiger Baustein für die Schaffung eines Naherholungsgebiets.

Der neue Geh- und Radweg wird mit einem feinkörnigen, wasserdurchlässigen Belag aus Mineralbeton angelegt. "Das ist auch für Radfahrer und für Rollstuhlfahrer gut geeignet", beschreibt Herbrand die Vorzüge des Materials.

Bei der Renaturierung des Brauneisen-Areals arbeitet Wendlingen eng mit der Stadt Wernau zusammen. "Wenn der Damm auf dem ehemaligen Brauneisen-Gelände aufgeschüttet wird, lagern wir dort auch Erdaushub ab, der durch unser Renaturierungsprojekt auf der anderen Seite des Neckars anfällt", sagt Wernaus Stadtbaumeister Ulrich Kaiser.

Gegenüber der Firma Brauneisen hat der MSC Köngen-Wendlingen sein Übungsgelände. Dort bereiten sich unter anderem die erfolgreichen Trialsportler auf ihre Wettbewerbe vor. Sobald eine neue Fläche für die Motorsportler gefunden ist, wird der Verein umziehen. Das Areal bei der alten Lackfabrik in der oberen Lache ist im Gespräch. "Wir stehen in Verhandlungen mit Grundstückseigentümern", sagt Köngens Bürgermeister Hans Weil. Da habe man "ganz unterschiedliche Rückmeldungen" bekommen. Ein genauer Zeitpunkt für den Umzug lasse sich deshalb noch nicht festmachen. Der Verwaltungschef hofft darauf, dass sich bis in vier Wochen eine Lösung für den Verein abzeichnet. Bis dieses Projekt ganz in trockenen Tüchern ist, bleibt der Motorsportclub auf seinem alten Gelände.