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"Fitte" Kinder wollen Gärtner werden

Die legendäre "Sendung mit der Maus" vermittelt Kindern regelmäßig via TV Alltagswissen, und auch bei "Löwenzahn" im ZDF geht Peter Lustig allerlei Ungereimtheiten auf die Spur. Handfest konnten neugierige Sprösslinge jetzt beim "Tag der Kinder-Gärtnerei" in Dettingen bei dem Fachgeschäft Diez die Materie begreifen und im wahrsten Sinne des Wortes ergreifen.

MANFRED GAISER

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DETTINGEN Was macht eigentlich ein Gärtner? Eine Frage, die scheinbar einfach zu klären ist. Doch wer weiß schon, was der Gartenbau in seiner Vielfalt zu bieten hat. Albrecht Diez, Chef des Dettinger Familienbetriebes, sprüht geradezu voller Elan, wenn er von seiner Arbeit spricht. "Des isch oifach leba" beschreibt er sein Tagwerk. Seine Gärtnerei wurde für einige Tage eine "Kinder-Gärtnerei".

Im Rahmen einer landesweiten Aktion sollten der Bezug "zur Scholle" hergestellt und die facettenreiche Branche und ihre Leistungen vermittelt werden. Die Entwicklung vom Samen über den Setzling bis hin zur ausgereiften Pflanze ist für den eingefleischten Handwerker ein einzigartiges Phänomen. Und so erklärt der Fachmann kindgerecht den Werdegang der Pflanzen.

Der schnellkeimende Kressesamen dient genauso zur Anschauung wie die Walnuss. Dass ein Samenkorn aufquillt und Wasser bis zur fünffachen Menge einlagern kann, war für die zukünftigen Junggärtner schon Allerweltswissen. Schließlich haben sie mit ihren Lehrerinnen Marianne Wiesenfarth und Gisela Bauer bereits im Schulgarten experimentiert. Und die Formel "Wasser, Wärme, Licht", kam logischerweise flüssig über die Lippen.

"Die sind ganz schön fit", resümierte denn auch Albrecht Diez, nachdem er den biologischen Kreislauf hinterfragt hatte. In der Tat: Die Kleinen wissen Bescheid. Bis hin zur komplizierten Fotosynthese. Auch im Hinblick auf eine sinnvolle Umwelterziehung trägt die Aktion ihre Früchte. Weg vom "Tag der offenen Tür" für Erwachsene. Hin zur kindgerechten, interessanten Mitmachaktion mit Spaß. Das Bewusstsein, mit der Natur verantwortungsvoll umzugehen, wird nach Ansicht von Albrecht Diez gestärkt und Wertschätzung und Sensibilität werden weiterentwickelt.

Ob es bei den Zweitklässlern zum so genannten "grünen Daumen" reicht, wird die Zeit zeigen. Spontan wollten fast alle den Berufszweig einschlagen. Weit weg waren plötzlich die Visionen Lokführer oder Feuerwehrmann. Die neue Devise lautet: "Ich werde Gärtner." Philosophisch gesehen liegen sie allemal richtig. Heißt doch ein chinesisches Sprichwort: Wer einen Tag lang glücklich sein will, der betrinke sich. Wer eine Woche lang glücklich sein will, der heirate. Wer ein Leben lang glücklich sein will, der werde Gärtner.