Lokales

Flaute bei Übernachtungen

Gewerbeobjekte im Kreis nicht mehr so stark gefragt – Kirchheimer „Tour de Lac‘le“ im Juli

Die Wirtschaftskrise lassen auch Wirtschaftsförderer Markus Grupp und Tourismusförderer Bernd Schwartz nicht in Jubel ausbrechen. Wie die Zahlen aus 2009 belegen, sind Gewerbeobjekte im Landkreis Esslingen nicht mehr so stark nachgefragt worden, wollten nicht mehr so viele Touristen und Geschäftsleute in den Hotel- und Gasthofbetten im Kreis übernachten.

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richard umstadt

Kirchheim. Während die Frage nach Industrie- und Gewerbeflächen 2009 im Nachbarkreis Rems-Murr leicht anstieg, klingelte diesbezüglich bei Markus Grupp nicht mehr so oft das Telefon wie noch das Jahr zuvor. 60 Anfragen verzeichnete der Wirtschaftsförderer in 2009, 75 waren es im Vorjahr. Etwa ein Viertel der Suchenden siedelten sich im Kreis an. Wie Grupp berichtete, kamen 44 Prozent aus der Region, 5 Prozent aus Baden-Württemberg, 28 Prozent aus Deutschland und der Rest aus Europa, den USA und Asien.

Sehr viel hält der Wirtschaftsförderer von Kontakten der Unternehmen untereinander. Dazu trug in der Vergangenheit seit 2003 nicht nur der Innovationspreis des Landkreises bei. Gezielt will Grupp dieses Netzwerk an einem Unternehmertag am 3. Dezember ausbauen. Als Netzwerkknüpfer fungieren dabei auch die Hochschulen Nürtingen und Esslingen sowie die IHK Region Stuttgart, Esslingen-Nürtingen.

Baden-Württemberg als Geburtsland des Automobils steigt vom Verbrennungsmotor auf Elektromobilität um. Das ist zumindest die Vision. Seit Juni 2009 ist die Region Stuttgart Modellregion für Elektromobilität, als solche ausgewiesen vom Bundesverkehrsministerium. Koordiniert wird das Projekt von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS), die als Partner die EnBW (Energie Baden-Württemberg) gewann. Die EnBW will insgesamt rund 700 Elektroroller auf die Straßen der Region Stuttgart bringen. Auch das Landratsamt bewarb sich für die Testphase. Wann und auf wie viele der Elektrozweiräder Bedienstete der Kreisbehörde umsteigen können, konnte eine EnBW-Pressesprecherin auf Anfrage unserer Zeitung noch nicht beantworten. Wirtschaftsförderer Markus Grupp jedenfalls ist guter Hoffnung: „Nach der Sommerpause werden wir losrollern.“

Von einen Rückgang der Übernachtungen im Landkreis Esslingen 2009 musste Tourismusförderer Bernd Schwartz berichten. Die Hotels und Gasthöfe im Kreis meldeten im vergangenen Jahr 919 930 Übernachtungen, zwölf Prozent weniger als 2008. Dennoch ist Schwartz von der beachtlichen Wirtschaftskraft in diesem Bereich überzeugt. Deshalb ist er als gut geöltes Scharnier zwischen der kommunalen- und regionalen Tourismusförderung in den Arbeitskreisen Geopark, im Marketingausschuss Schwäbischer Alb Tourismusverband und im Tourismusarbeitskreis Biosphärengebiet vertreten.

Zum ersten Mal werden sich im November Wirtschafts- und Tourismusförderung des Landkreises mit einem Themenpark auf der Messe „Familie & Heim“ präsentieren. Auf Initiative von Schwartz werden am Neckar liegende Landkreise ein Vermarktungs- und Finanzierungskonzept für einen Neckartalradweg als Qualitätsradweg überlegen. Dazu gibt es auch Broschüren, wie zum Beispiel „Vom Neckartal zum Kaisersträßle und zurück“. Über die Kreisgrenzen hinweg führt auch eine andere Radtour, die bei der Eröffnungsfahrt am 24. Juli in einer Broschüre vorgestellt wird. „Tour de Lac‘le“ heißt sie und wurde auf Anregung der Stadt Kirchheim von der Tourismusförderung gemeinsam mit den an der Strecke liegenden Städten und Gemeinden erarbeitet. Die „Seenrund- fahrt“ führt über ausgeschilderte Radwege vom S-Bahnhof Kirchheim über Schlierbach, Aichelberg, Weilheim, Bissingen, Dettingen zum Bürgersee und von dort weiter über das Hofgut Tachenhausen, Oberboihingen, Unterensingen, Köngen, Wendlingen und Wernau zurück nach Kirchheim.

Überarbeitet wird derzeit die regionale Direktvermarkter-Broschüre. Darin sollen neben Kontaktadressen lokaler Direktvermarkter auch Angebote von Weingärtnern, Mostbesen und Mühlen ebenso wie nach den Kriterien von „Schmeck den Süden“ qualifizierte Gastronomen zu finden sein. Gemeinsam mit dem neuen Förderverein für Archäologie, Kultur und Tourismus (FAKT) erstellt der Tourismusförderer eine touristische Wanderkarte rund um den Hohenneuffen und den Heidengraben.