Lokales

Fliegende Sensationen im Blick

Oldtimer-Fliegertreffen ist Zugpferd bei Kirchheims Messe-Auftritt auf der CMT

Kirchheim/Stuttgart. „Historisch geprägt, modern gestaltet“, so wirbt Kirchheim mit einem neuen Flyerreigen auf der CMT. Der Stolz auf

irene strifler

Vergangenheit und Gegenwart ist auch Kennzeichen der örtlichen Fliegergruppe Wolf Hirth: Mit einer hoch über den Messegästen schwebenden „Minimoa“ aus dem Jahr 1938 ziehen die Flieger das Interesse auf den Stand der Stadt. Sie werben damit nicht nur für die Fliegerstadt, sondern auch für das 15. Oldtimer-Fliegertreffen, das am ersten Septemberwochenende auf der Hahnweide steigt. 300 bereits gemeldete Flugzeuge aus ganz Europa, täglich 150 Zugriffe auf die Internetseite und ausgebuchte Hotelbetten in der Region konnte Organisator Hans Puskeiler bereits bei der gestrigen Pressekonferenz auf der CMT vorweisen.

Stadtchefin Angelika Matt-Heidecker präsentierte sich stolz inmitten Kirchheims engagierter Fliegermannschaft, die das Zugpferd des aktuellen Messeauftritts der Stadt darstellen. „Es gibt nur noch drei flugflähige Minimoas“, erläuterte Bernd Weber von der Firma Schempp-Hirth mit mitreißender Begeisterung. Nach aufregenden Irrflügen fand die Rarität erst vor wenigen Jahren wieder zurück in ihre Heimat. Kein Wunder, dass der Kreis derjenigen, die damit in die Lüfte gehen dürfen, ausgesprochen erlesen ist. Einer davon ist Sieger Maier, lange Jahre Vorsitzender der Fliegergruppe Wolf Hirth. Er plauderte aus dem Nähkästchen und berichtete von seinem Jungfernflug mit eben diesem Schmuckstück.

Die Minimoa hängt nicht nur in Halle 6 auf der Neuen Messe, sie gehört selbstverständlich zu den Attraktionen beim Fliegertreffen. Darüber hinaus warten Puskeiler und seine Leute mit einem beispiellosen Showprogramm auf, zu dem erstmals alle sechs noch existierenden legendären „Junkers JU 52“ gehören.

Mit dabei sind weitere Fluggeräte aus dem Hirthschen Fundus. Dass diese liebevoll wieder hergerichtet wurden, ist unter anderem das Verdienst von Hellmuth Hirth, Sohn des findigen Flugzeugkonstrukteurs und selbst gelernter Holzflugzeugbauer. Heuer jährt sich der Todestag von Vater Wolf Hirth zum 50sten Mal.

Hellmuth Hirth ging auf die Hintergründe des ungewöhnlichen Namens „Minimoa“ ein. Das Gefährt hatte ein Vorgängerflugzeug. Dieses trug den Namen einer Föhnwolke aus dem Riesengebirge: „Moazagotl“. Später schuf Hirth ein etwas kleineres Segelflugzeug aus Holz und Stoff, nämlich eine „Mini-Moazagotl“, die kurz und bündig als „Minimoa“ in die Geschichte einging.

Das Sperrholz, das seinerzeit für den Bau dieses ersten bei Schempp-Hirth in Serie gebauten Hochleistungsseglers angeschafft wurde, erlebte nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs eine ebenso turbulente Geschichte wie die etwa 100 gebauten Minimoas. Es wurde für Prothesen, Küchenmöbel und vieles andere verwendet. Davon wissen die begeisterten Flieger spannende Geschichten zu erzählen, wie so mancher Besucher des Oldtimer-Fliegertreffens bestätigen kann. Einstweilen bleibt die Vorfreude auf das Großereignis, die durch den Besuch des Stands der Stadt Kirchheim bei der Stuttgart Regio geschürt werden kann.

Dort gibt es jede Menge weitere Anregungen für Unternehmungen in und um Kirchheim. „Wir werben selbstbewusst, denn wir haben auch echte Werte zu vermarkten“, betonte Matt-Heidecker unter Verweis auf die boomenden Stadtführungen und die gestiegenen Übernachtungszahlen in der Teckstadt.

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