Lokales

Flora und Fauna unter die Lupe genommen

Hunderte von Tier- und Pflanzenarten im Wald- und Wiesengebiet machten Naturfreunde beim "Tag der Artenvielfalt" in Holzmaden ausfindig. Die Ergebnisse der 24-Stunden-Aktion meldete der Vogelschutz- und Naturverein Holzmaden (VSN) dem Wissenschaftsmagazin Geo.

HOLZMADEN Eine schlüpfende Köcherfliegenlarve, die sich gerade gehäutet hatte und rotkugelige Gallen von so genannten Gallmücken an der Unterseite eines Bergahornblattes; ein Schnellkäfer, der sich flugs wieder auf die Beine katapulierte und ein zu später Stunde bellender Waldkauz dies und vieles mehr erlebten die fast 50 Teilnehmer des "Tages der Artenvielfalt" in Holzmaden hautnah mit.

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Im Rahmen von sechs Bestimmungsexkursionen beschäftigten sich die Mitwirkenden mit dem Lebensraum Wald, den Gewässerbewohnern, Blütenpflanzen und Gräsern der Blumenwiese, Insekten und Schmetterlingen, nachtaktiven Tieren und der Vogelwelt. Fachkundige leiteten die Exkursionen im Bereich nördliches Frauenholz-Ofenwiesen-Bunzenberg.

In Kleingruppen hielten die Naturbegeisterten zunächst nach Pflanzen- und Tierarten Ausschau. Bekannte Arten konnten sie gleich auf einer Liste vermerken, die unbekannten Arten ermittelten sie über Bestimmungsbücher. In einigen Fällen konnten auch die Exkursionsleiter weiterhelfen. Insekten und Kleintiere des Gewässers wurden vorsichtig in ein Bestimmungsglas gesetzt, damit sie mittels einer Lupe leichter identifiziert werden konnten. Anschließend durften die Tiere natürlich wieder in ihren Lebensraum zurück.

Während der Aktion stießen alle Mitwirkenden auf Besonderheiten. So hatten es den jüngeren Forschern verschiedenfarbige Nacktschnecken in bis zu handbreiter Länge angetan. Die älteren Naturkundler bestimmten währenddessen mit Förster Markus König Bäume und Sträucher des Waldes. Erika Fischer wusste zu jeder entdeckten Blütenpflanze eine Geschichte oder Erläuterung des Namens. Dem Vogelkenner Ernst Jauß entging keine Vogelstimme. Dies war umso schwieriger, da die Vögel zumeist schon mit der Aufzucht ihrer Jungen beschäftigt waren und deshalb ihre Strophen verkürzt oder sogar leicht verändert vortrugen.

Nach der Auswertung der gefundenen Arten vom Großen Klappertopf der Blume des Jahres bis zum Waldbürstenmoos, von der Gelbrandkäferlarve bis zum Reh, waren die Intiatoren des VSN sehr zufrieden: Gunter Frank und Michael Thiehoff konnten hunderte Tier- und Pflanzenarten die innerhalb der 24-Stunden-Aktion bestimmt worden waren an das Wissenschaftsmagazin Geo melden. Dort werden die Arten in Listen erfasst und ihre Verbreitung auf deutschlandweiten Karten dokumentiert. Da bei einigen Käfern und Spinnen eine absolut sichere Bestimmung der Art nicht möglich war, mussten die Naturkundler diese bei der Meldung weglassen. Der VSN hat jedoch eine Zusammenstellung für Holzmaden angefertigt, in der auch Exemplare auftauchen, die nur einer Familie oder Gattung zugeordnet werden konnten.

Bei den Bestimmungsexkursionen nahmen Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit viel Freude und Engagement teil. Dabei entdeckten sie Bekanntes, Unbekanntes und oft auch Unscheinbares, an dem sie einen Tag zuvor noch achtlos vorbeigegangen wären. So konnte bei der Aktion nicht nur der Artenbestand erfasst, sondern auch die Bevölkerung von der Vielfalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt begeistert werden.

ysy