Lokales

Flugtage, Albtrauf und Fußball als Attraktionen

Eine besonders attraktive Adresse hatte sich der Verkehrsverein Teck-Neuffen für seine Mitgliederversammlung ausgesucht: die Kirchheimer Hahnweide. Auf Geschäftsbericht und Neuwahlen konnte somit im gemütlichen Teil als touristischer Höhepunkt eine historische Segelflugvorführung folgen.

ANDREAS VOLZ

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KIRCHHEIM Der scheidende Vorsitzende des Verkehrsvereins, Werner Löffler, verwies zunächst auf den Brauch, bei der "Tournee" der Mitgliedsversammlung im Lauf der Zeit das ganze Vereinsgebiet zu erkunden. Die Hahnweide bezeichnete er dabei als "touristisches Aushängeschild". Vor allem die internationalen Segelflugwettbewerbe und das Oldtimer-Fliegertreffen "locken regelmäßig zigtausende Zuschauer auf die Hahnweide".

Vom 2. bis 4. September wird Letzteres wohl wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wenn die betagten fliegenden Kisten demonstrieren dürfen, dass sie bei sachkundiger Pflege weder an Flugfähigkeit noch an Verkehrssicherheit verlieren. Einen kleinen Vorgeschmack gab die Kirchheimer Fliegergruppe Wolf Hirth den Mitgliedern des Verkehrsvereins mit auf den Heimweg.

Die "Klemm 35", Baujahr 1940, die einst Wolf Hirths Privatmaschine war und die der Segelflugpionier durch eigene Umbauarbeiten zu einem Unikat umrüstete, hatte eine "Minimoa" im Schlepp. Nachdem deren Pilot Tilo Holighaus einige Kreise über der Hahnweide gezogen und mittels "Seitengleitflug" beziehungsweise "Slip" ein perfektes und historisch fachgerechtes Landemanöver absolviert hatte, geriet er nachgerade ins Schwärmen: "Flugzeuge muss man in ihrem Element sehen, und nicht, wenn sie von der Decke hängen."

Die "Minimoa" ist vermutlich Baujahr 1939 und erst seit drei Jahren wieder in Kirchheim. "Technisch ist sie in sehr gutem Zustand", berichtet Tilo Holighaus und führt das auf den Hersteller Schempp-Hirth zurück: "Wir waren damals schon für richtig gute Qualität bekannt." Die "Minimoa" sei das erste in Serie gefertigte Hochleistungssegelflugzeug gewesen. Auf der ganzen Welt gebe es nur noch sechs oder sieben Exemplare davon. Ein Blick in die Zukunft der Segelfliegerei war auf der Hahnweide ebenfalls geboten: Der Prototyp des "Duo Discus X" laut Tilo Holighaus "das Neueste, was es gibt" war unmittelbar nach der "Minimoa" zu einem Erprobungsflug gestartet.

Die nähere Zukunft stand auch bei der Mitgliederversammlung des Verkehrsvereins im Mittelpunkt in diesem Fall die Zukunft des Tourismus rund um Teck und Neuffen. Die Kirchheimer Geschäftsstellenleiterin Kirsten Bopp freute sich über die vielen neuen Ideen, Impulse und Kooperationen, die sich durch die Projekte zum "Monat des Albtraufs" im Mai ergeben hätten. Davon dürfte der Verkehrsverein auch beim "Kulturprojekt" profitieren, dem Schwerpunkt im kommenden Jahr, zu dem ein neuer Kulturführer ebenso gehört wie die Veranstaltung von Kulturtagen beziehungsweise -nächten für die Region.

Auch bei der Fußball-WM möchte sich der Verkehrsverein Teck-Neuffen den Gästen aus aller Welt empfehlen durch Werbematerial, das im Internet zu finden sein wird und außerdem in Form von Broschüren oder Faltblättern am Flughafen in Echterdingen sowie im Stuttgarter i-Punkt ausliegen soll. Das Fußball-Großereignis selbst könnte ebenfalls in den Mittelpunkt lokaler Veranstaltungen rücken. Beim Haft- ond Hokafescht 2006 etwa sei an eine Übertragung der Achtelfinalspiele auf dem Rollschuhplatz gedacht, kündigte Angelika Matt-Heidecker an.

Kraft Amtes ist Kirchheims Oberbürgermeisterin bei der Mitgliederversammlung zur neuen Vorsitzenden des Verkehrsvereins gewählt worden. In drei Jahren soll ihr einem neuen Turnus gemäß der Nürtinger Oberbürgermeister in diesem Amt folgen. Werner Löffler, der nach zehn Jahren den Posten des Vorsitzenden zur Verfügung stellte, wurde stante pede zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Vorausgegangen war diesen vereinsinternen Umstrukturierungen der Beschluss zur entsprechenden Satzungsänderung.