Lokales

Flugtauglichkeit eingeschränkt?

Vor fast genau einem Jahr stürzte am Boßler bei Weilheim ein Rettungshubschrauber ab. Die Ermittlungen zur Ursache sind laut Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen. Es könne jedoch nicht mehr ausgeschlossen werden, dass die Flugtauglichkeit des Piloten eingeschränkt war.

WEILHEIM Ob sich der die Flugtauglichkeit beurteilende Arzt wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung wird gerichtlich verantworten müssen, sei zum jetzigen noch Zeitpunkt fraglich, teilte die Staatsanwaltschaft in dieser Woche mit.

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Bei den Ermittlungen zur Ursache des Absturzes am 28. September in der Nähe von Weilheim liegen der Staatsanwaltschaft inzwischen zwei weitere Gutachten zur Frage der Flugtauglichkeit des Piloten vor (wir berichteten). Beide Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass der 47-jährige Pilot durch Medikamente, die zu Ermüdungen führen, in seiner Flugtauglichkeit beeinträchtigt gewesen sein könnte. Als Unfallursache könne dies mittlerweile entgegen den ersten Erkenntnissen vom Oktober aus heutiger Sicht nicht mehr ausgeschlossen werden.

Die Staatsanwaltschaft gehe bei ihren Ermittlungen zur Absturzursache auch der Frage nach, ob den Arzt, der im April 2005 im Rahmen einer fliegerärztlichen Untersuchung die Flugtauglichkeit des Piloten bescheinigt hat, ein Vorwurf trifft. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung wurde nach ersten Hinweisen auf eine medikamentöse Beeinflussung des Piloten bereits Ende 2005 eingeleitet. Ob für den Arzt bei der Untersuchung eine mögliche Fluguntauglichkeit erkennbar war, erscheine aber nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen fraglich.

Bei dem Absturz des Helikopters der Deutschen Rettungsflugwacht waren alle vier Insassen ums Leben gekommen. Der Hubschrauber war am Albtrauf auf Höhe des Boßlers zerschellt.

Der erfahrene Pilot der Rettungsflugwacht in Filderstadt hatte eine 28-jährige Patientin in Begleitung des 51-jährigen Arztes und eines 44-jährigen Rettungsassistenten von der Gerlinger Schillerhöhe ins Münchner Klinikum Großhadern bringen wollen. Die Sicht war an diesen Vormittag gut. Zunächst waren technische Mängel untersucht, jedoch bald ausgeschlossen worden.

ez