Lokales

Folge der Konjunktur

Exakt 2260 junge Menschen haben bis Ende Oktober im Landkreis Esslingen eine betriebliche Ausbildung in einem IHK-Beruf begonnen, 14,1 Prozent mehr als vor einem Jahr.

KREIS ESSLINGEN Für Bert Gutbrod, stellvertretender Geschäftsführer und Chef des Referats Berufsbildung bei der Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen, ist diese gute Entwicklung vor allem auch eine Folge der Konjunktur: "Wenn die Wirtschaft wieder anzieht, gibt es auch mehr Lehrstellen", so Gutbrod. Auch die Zahl der Unternehmen, die angesichts der in den kommenden Jahren zu erwartenden rückläufigen Zahl von Schulabgängern bereits heute ihren Bedarf an Nachwuchskräften sichern wollen, nimmt zu. Hält die konjunkturelle Entwicklung weiter an, rechnet Gutbrod auch im nächsten Jahr mit einer weiteren Entspannung am Lehrstellenmarkt im Landkreis.

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Von den neu abgeschlossenen 2260 Ausbildungsverträgen sind 982 aus dem gewerblich-technischen Bereich, 1278 aus dem kaufmännischen. Bei den gewerblichen Berufen gab es gegenüber Ende Oktober 2005 ein Plus von 10,6 Prozent, bei den kaufmännischen Berufen von sogar 16,9 Prozent. Den absoluten Zahlen nach stammen die größten Zuwächse aus den Sektoren Handel, Spedition und Logistik und aus der Metall- und Elektroindustrie.

Auch in diesem Jahr konnte die Bezirkskammer 258 Betriebe gewinnen, die 2006 erstmals ausbilden, im vergangenen Jahr waren es 243. "Unser Engagement in der Lehrstellenakquise hat sich voll ausgezahlt", erklärt Gutbrod zufrieden.

Das Plus von 14,1 Prozent gegenüber Oktober 2005 signalisiere zudem, dass es immer noch genügend Chancen für Jugendliche gebe, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Bis zum Jahresende sei noch viel in Bewegung, Nachvermittlungsaktionen seien in vollem Gange. Als überaus erfreulich bewertet Gutbrod auch, dass es im Landkreis noch weit über 400 freie Plätze für eine Einstiegsqualifizierung (EQ) gebe.

Die Absolventen eines solchen sechs- bis zwölfmonatigen Praktikums mit Inhalten aus einem anerkannten Ausbildungsberuf hätten erfahrungsgemäß große Chancen, nach der Qualifizierungsmaßnahme eine Ausbildung als Lehrling beginnen zu können. Rund zwei Drittel bekämen eine Lehrstelle angeboten, die Praktikumszeit könne auf die Ausbildung angerechnet werden, so Gutbrod.

pm