Lokales

Forst schreibt rote Zahlen

Der Holzmadener Gemeindewald bleibt ein Zuschussbetrieb. Auch im kommenden Jahr kann der Ertrag aus dem Einschlag von Fichten- und Buchenholz laut Betriebsplan die Kosten für Pflege, Verwaltung und Wegesanierung nicht ausgleichen.

BIANCA LÜTZ

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HOLZMADEN "Wir werden durch den Wald nicht reich", kommentierte Holzmadens Bürgermeister Jürgen Riehle in jüngster Gemeinderatssitzung die Vorstellung des Betriebsplans 2005 für den Gemeindewald. Unterm Strich entstehen Holzmaden laut Plan Kosten von 2 840 Euro. Diesen Beitrag leiste die Urweltgemeinde jedoch gerne: "Das Naturgut ist es uns wert", so Jürgen Riehle.

Rund 60 Festmeter Fichten- und Buchenholz sollen im kommenden Jahr im Holzmadener Wald geerntet werden, wie der Leiter des Kirchheimer Forstamts, Walter Hegelau, dem Ratsgremium mitteilte. Im Betriebsplan 2005 sind die Einnahmen durch Forsterzeugnisse mit 2 300 Euro veranschlagt. Abzüglich der Aufwand-ausgaben bringt die Holzernte damit einen Überschuss von 1 200 Euro ein. Eine Steigerung des Ertrags ist laut Forstamtsleiter Hegelau kaum möglich, da es in Holzmaden einfach "nicht mehr einzuholen" gebe. Vom Holzmarkt hatte Hegelau eine gute und eine schlechte Nachricht zu überbringen: Bei den Fichten haben Nachfrage und Preise wieder angezogen, die erwartete Käferkatastrophe ist ausgeblieben. Für den Absatz von Buche dagegen sieht es düster aus. Nur etwa die Hälfte des Einschlags lässt sich voraussichtlich vermarkten.

Dem Plus bei der Holzernte stehen Kosten bei Kultursicherung und Bestandspflege in Höhe von 2 360 Euro entgegen, der Forstverwaltungskostenbeitrag liegt bei 1 160 Euro. Außerdem schlägt im kommenden Jahr die Wegenetzerschließung mit 500 Euro zu Buche: Nach jahrelanger Zurückhaltung soll nach Angaben von Markus König, Leiter des Weilheimer Forstreviers, nun der Schotterweg im Frauenholz an das höhere Geländeniveau angepasst werden.

Revierleiter König warf einen Blick zurück auf das Jahr 2004. In diesem Jahr hat die Gemeinde im Ergebnis einen Verlust von rund 1 000 Euro durch den Wald zu verzeichnen und ist damit noch glimpflich davongekommen: Laut König waren ursprünglich 3 500 Euro Abmangel eingeplant gewesen. Geprägt hätten das Jahr die Nachwirkungen der Trockenheit des Sommers 2003 und des vergangenen Winters. So hatten die Forstleute 2004 auch mit Käferholz zu kämpfen. Die insgesamt 45 Festmeter Käferholz fielen nach und nach zwischen Juni und September an. Einen Appell richtete Markus König an die Privatwaldbesitzer: Er bat sie, ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen, und sich in ihren Waldstücken um das von Borkenkäfern befallene Holz zu kümmern.

Die Holzmadener Bürgervertreter stimmten dem Betriebsplan 2005 für den Gemeindewald einmütig zu.