Lokales

Fort- und Weiterbildung das Fundament der Betriebe

Michael Hennrich, CDU-Bundestagsabgeordneter, hatte am gestrigen Nachmittag den baden-württembergischen Landwirtschaftsminister Peter Hauk in die Teckstadt "gelotst". Dabei hatte er schon einen Hintergedanken: "Es kann nicht schaden, wenn der Minister die DEULA kennt, schließlich brauchen wir für diese Einrichtung auch immer wieder Geld aus dem Ministerium in Stuttgart."

RUDOLF STÄBLER

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So wollte Hennrich diesen Termin auch nicht als unbedingte Wahlkampfaktion sehen, sondern als eine Informationsveranstaltung für seinen Parteikollegen und

O:5080515.JP_ Landwirtschaftsminister Peter Hauk. Als Führer und absoluten Kenner dieser außerbetrieblichen Fortbildungsanstalt stellte sich der Leiter der Kirchheimer DEULA Dr. Georg Haller gerne zur Verfügung. Dieser machte dann auch gleich klar: "Jeder, der sich als Landwirt ausweisen will, muss wenigstens einmal in der DEULA gewesen sein."

Zur Geschichte dieser Einrichtung konnte Dr. Haller berichten, dass die Idee zunächst wegen der Ausbildung der Landwirte an den 1926 aufgekommenen Schleppern geboren wurde. "Es war einfach notwendig, die Bauern an den neuen technischen Geräten auszubilden. In der Arbeitsgemeinschaft DEULA haben sich die Lehranstalten aus den verschiedenen Bundesländern inzwischen zusammengeschlossen. Sie arbeiten bundeseinheitlich nach der handlungsorientierten Schulkonzeption "Lernen durch Begreifen". Die DEULA hebt als Ziel immer wieder heraus, dass man die praktische Berufsbildung an junge Menschen verwirklichen will. Dabei geht die Berufsfeldbreite von der Grundbildung bis hin zur beruflichen Fachbildung. Dazu gehören unter anderem auch die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz. Gelehrt werden auch Natur- und Umweltschutz sowie die rationelle Energie- und Materialverwendung.

Die DEULA im Inland ist ein Garant für die überbetriebliche Berufsausbildung, für Umschulung in neue, zukunftsträchtige Berufe, Anpassungs- und Aufstiegsfortbildung. Zusätzliche Qualifizierungen werden Angeboten für Betriebsmitarbeiter, Führungskräfte und auch Unternehmer. Für das Ausland werden von der DEULA Fachgutachten erstellt, Projekte geplant und realisiert und eben wieder die Fortbildung der dortigen Partner-Fachkräfte. Bemüht ist man auch, Experten und Sachmittel bereitzustellen und man sorgt auch für Lehr- und Lernmaterialien.

Natürlich vergaß Dr. Haller bei dieser Gelegenheit nicht, das Landwirtschaftsministerium zu loben. Die Ausbildungskosten werden nämlich vom Ministerium übernommen und dies, obwohl es keine Pflichtausgabe des Landes sei. Dr. Haller: "Das ist lobenswert, Herr Minister."

In den 13 Ausbildungsstätten sind zurzeit rund 200 Lehrkräfte angestellt und diese werden ständig pädagogisch und technisch geschult. Dies ist bei jährlich rund 100 000 Lehrgangsteilnehmern allerdings auch notwendig, wie der Kirchheimer Chef betonte. Froh ist man bei allen Einrichtungen, dass Lehrwerkstätten, Laborräume und Mehrzweckhallen eine witterungsunabhängige Unterweisung mit dem Einsatz von Großmaschinen möglich mache. Stolz ist man auch auf die Internatsunterbringung mit Verpflegung und Freizeitangebot im Haus. Durch die Unterstützung von Herstellern und Handel konnten für simulationsfreien Unterricht wieder 23 Millionen Euro ausgegeben werden.

Minister Peter Hauk machte klar, dass durch den Doppelhaushalt 2005/2006 im Land die volle Finanzierung der außerbetrieblichen Ausbildung gesichert sei. Die Abstimmung hierfür sei den Abgeordneten leicht gefallen, betonte der Minister. Hauk machte auch klar, dass die hiesigen Landwirte permanent unter Druck stünden und so sei eine immer bessere berufliche Qualifikation dringend notwendig. Einen kleinen Schwenk auf den Bundestagswahlkampf konnte er sich dann doch nicht verkneifen: "Nach dem 18. September wird das alles noch besser." Hauk erinnerte auch daran, dass das Land Baden-Württemberg in Bezug auf die Ausbildung bundesweit an der Spitze liege. Es sei klar, dass die ständige Aus- und Fortbildung das Fundament für die Betriebe sei.

Bevor Hausherr Dr. Georg Haller die Interessierten noch durch die Gebäude führte, bedankte sich Michael Hennrich bei Bürgermeister Günter Riemer und dem ersten Landesbeamten beim Landratsamt, Matthias Berg, sowie MdL Karl Zimmermann und dem Minister.