Lokales

"Forum Altern"

Es ist der zuversichtliche Aufbruch in eine ungewisse Zukunft: In Dettingen wurde der Verein "Forum Altern" gegründet Fundament, für die organisierte Seniorenarbeit.

MANFRED GAISER

Anzeige

DETTINGEN 76 Gründungsteilnehmer hoben nach "langen Geburtswehen" den Verein in der Schlossberghalle aus der Taufe. Nach einigen Turbulenzen um Jochen Stahl, langjähriger und anerkannter Diakon in der Gemeinde, wurde im Sommer die so genannte "Stahl-Initiative" ins Leben gerufen. Zuerst als Protestplattform bezüglich dem Ausscheiden des Geistlichen aus dem direkten Dienst der evangelischen Kirchengemeinde. Und nachdem sich die erhitzten Gemüter beruhigt hatten, wurde ein Arbeitskreis in Stellung gebracht. Er sollte Lösungen für die weitere Arbeit Stahls suchen, damit die seelsorgerische und praktische Arbeit für alternde Menschen gewährleistet bleibt.

Pfarrer Wilfried Veeser sprach daher von einem "langen Prozess mit intensiven Vorbereitungen", um letztlich diesen Verein in trockene Tücher betten zu können. Er dankte den Aktiven für die Geduld. "Wir haben Vertrauen gewagt", meinte der Kirchenvertreter und zollte ausdrückliches Lob den "Frauen der ersten Stunde", die den Stein ins Rollen gebracht hätten: Margrit Rall, Ursula Raichle, Lore Scheu und Hannelore Sokolowski.

Die Regularien zur Vereinsgründung gingen flott übers Parkett des Silchersaals. Der von Holger Schmidt, einem versierten Juristen, ausgearbeiteten Satzungsvorlage wurde ohne Debatte einstimmig entsprochen. Und die geheimen Wahlen, unter Leitung des Bürgermeisters Rainer Haußmann, ergaben Ergebnisse mit solider Zustimmung. Vorsitzende des neuen Vereins wurde der 57-jährige Werbefachwirt Rudi Dölfel, ein Mitstreiter von Anfang an im Arbeitskreis. Stellvertreterin wurde Ursula Raichle, eine der "streitbaren Damen". Schriftführer wurde der Rechtsanwalt Holger Schmidt, der maßgeblich beim Aufbau der Vereinsstatuten mitwirkte. Für die Finanzen ist die Industriefachwirtin Anka Kosch zuständig. Als Beisitzer gewählt wurden Margrit Rall, Christine Sonntag und Manfred Ostermaier.

Dettingens Schultes Haußmann zeigte sich "tief beeindruckt" angesichts dessen, was auf den Weg gebracht wurde. Wenn auch die Umstände nicht gerade glücklich gewesen seien. "Wir haben eine stabile Grundlage, von der andere Kommunen nur träumen können", meinte der Rathauschef und unterstrich, die Gemeinde würde mit "ausgestreckter Hand" die Zielsetzung des Vereins unterstützen und mithelfen, um dessen Zukunft zu sichern. "Es geht darum, etwas zu tun und nicht nur darüber zu reden."

Er verwies auf das Bürgerforum und auf das jüngst etablierte Netzwerk Ehrenamtlicher "Dabei". Für jede Gemeinde muss es interessant sein, wenn Freiwilligkeitsleistungen getätigt würden. Gerade, wenn der öffentlichen Hand die Mittel ausgingen, beschwor er die Anwesenden und betonte, dass das Aufgabenspektrum des neuen Vereins keine Konkurrenz zu anderen Angeboten darstelle. "Es geht um das Miteinander füreinander."

Diakon Jochen Stahl, genaugenommen auslösendes Moment für die Entwicklung, war in Aufbruchstimmung angesichts dem Einsatz der Bürgerschaft für die gemeinsame Arbeit. "Wir konnten sehen, dass manche Irritationen doch noch zum Guten führen können", umschrieb der Kirchenmann die Situation und gab sich sinnbildlich: "Eine Perle ist eigentlich ein Fremdkörper in einer Auster. Ein Brillant ist nicht mehr als Dreck aus Kohle." Auch er setze auf Gemeinsamkeit anstatt auf mühseliges Einzelkämpfertum. Und gleich gab er zu dem bereits ausgearbeiteten Leistungsspektrum noch Visionen mit auf den Weg. Frau Holle lässt grüßen. Denn im Hinterkopf rumort bereits die Idee eines "Bettenservices" für die Betagten.

Mahatma Gandhi sagte den legendären Satz: "Der Weg ist das Ziel." Die Dettinger haben mit dem "Forum Altern" offensichtlich einen gehbaren Weg für die Seniorenarbeit gefunden.

InfoWer Mitglied im Verein "Forum Altern" werden will, findet Antragsunterlagen im Bürgerbüro des Dettinger Rathauses.