Lokales

Fragezeichen hinter Zebrastreifen

Nicht unumstritten sind im Schlierbacher Gemeinderat die Pläne der Verwaltung, im Rahmen der Sanierung der Hauptstraße auch den Rathausplatz umzugestalten. Das zuständige Straßenverkehrsamt beim Landkreis Göppingen dagegen hat kaum Einwände gegen die geplanten Maßnahmen, wie die unlängst durchgeführte Verkehrsschau vor Ort gezeigt hat.

VOLKMAR SCHREIER

Anzeige

SCHLIERBACH "Die Hauptstraße trennt die Ortsmitte", erklärte Bürgermeister Paul Schmid den Teilnehmern der Verkehrsschau die Beweggründe für die angedachte Umgestaltung der Ortsmitte. Insbesondere im Bereich des Platzes zwischen Rathaus und Kirche sei "die Verkehrssituation nicht befriedigend". Im Rahmen der Verkehrsschau war nun zu klären, ob die Planung, die von Stadtplaner Manfred Mezger vom Büro "mquadrat" nochmals im Detail vorgestellt wurde, die Zustimmung des Straßenverkehrsamtes bekommt oder ob noch wesentliche Punkte abgeändert werden müssen.

Die Planung sieht vor, dass die Verkehrsinsel zwischen Rathaus und Kirche wegfallen soll. Die Fahrbahnen werden entsprechend verengt, um mehr Raum für Fußgänger zu schaffen. Der Platzcharakter soll durch Baumportale mit Fußgängerüberwegen an den Platzeingängen sowie durch eine passende Belagsgestaltung geschaffen werden. Zusätzlich, so die bisherigen Überlegungen, soll die Einrichtung einer Tempo-30-Zone im Bereich des Platzes und der Hauptstraße geprüft werden.

Im Großen und Ganzen sieht der Leiter des Straßenverkehrsamts, Karl Moser, keine Probleme mit der vorgestellten Planung. Lediglich hinter die Überlegung, auf Höhe des alten Schulhauses einen weiteren Zebrastreifen einzurichten, setzt er ein großes Fragezeichen. "Ein Zebrastreifen dient dem Schutz der Fußgänger an nachgewiesener Stelle", fasste er die einschlägigen Bestimmungen zur Einrichtung von Fußgängerüberwegen zusammen. Bevor also ein zusätzlicher Zebrastreifen eingerichtet werden könne, müsse der Bedarf zuerst über eine Zählung festgestellt werden. Gleichzeitig signalisierte er aber das Entgegenkommen seiner Behörde, sollte der Bedarf tatsächlich vorhanden sein.

Ähnlich gelagert sieht Moser die Frage der Einrichtung einer Tempo-30-Zone. Generell, so Moser, seien solche Geschwindigkeitsbegrenzungen nur in Wohngebieten, zur Entschärfung besonders unfallträchtiger Stellen oder an Schulen machbar. Seiner Erfahrung nach sei es auch sinnvoller, die gefahrenen Geschwindigkeiten mit baulichen Maßnahmen zu reduzieren, anstatt einfach Schilder aufzuhängen. Ausdrücklich verwies er hier nochmals auf die Planungen von Manfred Mezger, der eben diesen Ansatz schon berücksichtigt hätte.

Ganz ausschließen möchte Moser eine Geschwindigkeitsbegrenzung allerdings nicht. So gab er den Rat, vor und nach der Umgestaltung von Rathausplatz und Hauptstraße Geschwindigkeitsmessungen mit einer Radarpistole durchzuführen, um eine genaue Aussage über die tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten treffen zu können. Sollten die Baumaßnahmen nicht den gewünschten Effekt bringen, könne man immer noch über eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 reden.