Lokales

Frau Holle hat die Betten kräftig geschüttelt

Der Winter ist noch lange nicht vorbei. Das gilt für den Kalender, das wurde aber gestern auch jedem beim Blick aus dem Fenster bewusst. Autofahrer stöhnten unter teils chaotischen Verkehrsverhältnissen. Auf der Alb, auch auf der Autobahn, ging's teilweise im Schneckentempo voran. Wintersportler kamen angesichts der Sturmböen nur teilweise auf ihre Kosten.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Starke Schneefälle behinderten gestern in den Morgenstunden den Verkehr auf der A 8, besonders ab dem Aichelberg. Im Kreis Esslingen ging der Wintereinbruch allerdings weitgehend glimpflich ab, die Polizei meldete keine Häufung von Unfällen. Härter traf es den Kreis Göppingen, wo auf der B 466 teilweise kein Durchkommen war und Lkws und Autos aus den Schneeverwehungen befreit werden mussten. Auf den Höhen der Schwäbischen Alb kämpften die Verkehrsteilnehmer den ganzen Tag über mit den wachsenden Schneemassen. So war zur Mittagszeit die Straße von Ochsenwang nach Schopfloch immer wieder nur einspurig befahrbar. Etliche Helfer gaben ihr Bestes, um den Verkehr am Laufen zu halten. Allerdings "verirrte" sich außer den Anwohnern kaum jemand in diese Region, zumal die Radiosender eifrig vor den glatten Steigen warnten.

Für die Liftbetreiber wie auch für die Freunde des Skisports ist der Schneefall eigentlich Anlass zur Freude, dürfte er doch die Saison verlängern. Allerdings machten orkanartige Sturmböen gestern dem Skispaß mancherorts einen Strich durch die Rechnung, denn die Lifte mussten zumindest zeitweilig aus Sicherheitsgründen abgestellt werden. Auch von den Loipen, die die Ranger des Landkreises und andere Helfer eifrig spurten, war mitunter wenige Stunden später nichts mehr zu sehen.

Das alles soll jedoch zum Wochenende deutlich besser werden. Laut Prognose beruhigt sich das Wetter heute. Mit etwas Glück lugt nachmittags schon mal die Sonne durch die Wolken, am Sonntag soll sie ihre ganze Pracht entfalten. So ist's recht angesichts der Tatsache, dass der morgigen Sonntag, also der 12. Februar, der heiligen Eulalia gewidmet ist. Dazu sagt eine alte Bauernregel: "Eulalia im Sonnenschein bringt viel Obst und guten Wein". Bis dahin vergeht allerdings noch viel Zeit. Zunächst sinken die Temperaturen nochmals. Auf der Schwäbischen Alb sind wieder zu nächtlicher Stunde Tiefstwerte im zweistelligen Minusbereich möglich.

Die Kehrseite der Traumpisten auf der Alb wie auch besonders im Allgäu zeigt sich wieder einmal auf den Straßen. Der ADAC geht davon aus, dass "Tages- und Wochenend-skifahrer nicht zu bremsen" sein werden. Klar ist, dass Landstraßen und Autobahnen heute und morgen jeweils in den Vormittags- und späten Nachmittagsstunden besonders voll sein werden.