Lokales

Frauen-Power auf der Kommandobrücke

Schulleiterin und Konrektorin feierlich ins neue Amt eingeführt – Keine Ohren pfetzen oder gar umdrehen

Ein neuer Kapitän und ein (neuer) 1. Offizier stehen nunmehr auf der Kommandobrücke des „Schiffes“ Limburg-Grundschule in Weilheim. Am Donnerstag wurden im kleinen Saal der Limburghalle im feierlichen Rahmen die Rektorin Ulrike Haist und die Konrektorin Barbara Geigenmüller von Schulamtsleiter Dr. Günther Klein in ihr verantwortungsvolles Amt eingeführt.

Rudolf Stäbler

Weilheim. „Die Kommandobrücke ist wieder gut besetzt“, spann der Chef des Amtes für Schule und Bildung Dr. Günter Klein den Faden weiter. In Zeiten sich ständig verschiebender Anforderungen im Grundschulbereich sei es sehr wertvoll, über verantwortungsvolle Personen an der Spitze der Schule zu verfügen. Natürlich komme auch der Mannschaft an Bord ein hohes Maß an Verantwortung zu, aber da sah der oberste Chef der Lehrer an der Limburg-Grundschule keine Probleme. „Die Grundschule steht mitten in der Gemeinde, wo sie auch hingehöre“, freute sich Dr. Klein und dies meinte er nicht nur örtlich. Die Schule sei von Eltern, Vereinen, Kirchen, der Kommune und anderen Organisationen bestens angenommen. Er nannte Grundschule und Kindergarten als die wichtigsten Einrichtungen im Leben der Kinder. „Hier wird der Grundstein, das Fundament gelegt, die Stockwerke kommen erst später“, weiß der Pädagoge aus Erfahrung.

Die Grundschule bedeute auch nicht wie meist falsch geäußert „den Beginn des Ernst des Lebens“. Die Schule soll seiner Meinung nach die Freude am Lernen vermitteln, die Schule „führt ein in die Welt der Erwachsenen“. Sowohl an das neue Führungsteam als an die gesamte Lehrerschaft gerichtet äußerte er seinen Wunsch: „Vermitteln Sie den Kindern das Glück des Könnens.“ Der Schule wünschte er abschließend, dass es in Weilheim mit frischer „Frauen-Power“ weitergehe und bezeichnete die Entscheidung für Ulrike Haist und Barbara Geigenmüller als „eine gute“.

Nachdem der Schülerchor – liebevoll das „Chörchen“ genannt – den beiden musikalisch viel Mut gewünscht hatte, stellte Bürgermeister Hermann Bauer als Vertreter des Schulträgers fest, dass die Rektorin, seit acht Wochen im Dienst, bereits in Weilheim angekommen sei. Was ja für Barbara Geigenmüller sowieso gelte, diese wirkt bereits seit 2001 an der Limburg-Grundschule. Auch der Schultes bestätigte der Grundschule ihren hohen Stellenwert. „Hier werden die Weichen gestellt.“ Aufgabe der Gemeinde sei es, den öffentlichen Bildungsauftrag durch Bereitstellung zweckmäßiger und gut ausgestatteter Schulen zu unterstützen. Dabei wusste der Bürgermeister zu berichten, dass in den Jahren 1960 bis 1997 jährlich rund 130 Kinder eingeschult wurden, bis 2004 waren es dann 100 und in den letzten drei Jahren lediglich noch 80. Als Schulträger sieht er die Gemeinde sehr gut gerüstet: „Der Gemeinderat hat die Weichen gestellt.“ Will heißen auch für die Ganztagesbetreuung ist im „Städtle“ alles im Lot. Die Lacher hatte der Bürgermeister auf seiner Seite, als er ein Gelöbnis für Lehrerinnen und Lehrer im Eidbuch der Stadt Weilheim von 1634 zitierte: „Mit keinem giftigem Zorn oder mit Poltern, sondern sanft und bescheidentlich, mit glimpflichen Worten zum Lernen und zur Disziplin anhalten, und dass sie beim Strafen alle ungebührenden Streich auf Haupt, Nasen oder Backen in die Ohren pfetzen oder solche umdrehen, bei den Haaren ziehen oder raufen oder anderes dergleichen gänzlich meiden.“

Ein herzliches Willkommen als Verantwortliche kam von dem Geschäftsführenden Schulleiter Christian Birzele-Unger und vom Vertreter der Elternschaft. „Wir haben jetzt ein gutes Zweigespann“, zeigte er sich sicher und „wir Eltern setzen auf ein gutes Miteinander“. Pfarrer Brändle, der für die Kirchen sprach, outete sich mit Kochmütze und Küchenschürze als Hobbykoch, der Maultaschen wie seine Oma mache, die aber dann doch nicht so schmecken wie früher. Er kam selbst drauf, hatte er doch das Salz vergessen. So lud er die beiden dann zum Maultaschenessen ein, überreichte ihnen aber vorsichtshalber gleich ein Döschen Salz, natürlich verbunden mit dem besten Wünschen für ihr verantwortungsvolles Amt an der Schule. „Die Liebe zu den Kindern ist das Salz in den Maultaschen, das brauchen die Kinder.“

Zwei Schultüten gefüllt mit verschiedenen Zutaten hatte sich das Kollegium einfallen lassen. Da gab es Blumen für rosige Zeiten, Gurken für saure Zeiten, einen Spiegel für schöne Zeiten, ein Entspannungsbad, Kerzen für dunkle Zeiten und Klopapier für ganz besch. . . Zeiten.

Rektorin Ulrike Heist und Konrektorin Barbara Geigenmüller bedankten sich abschließend für die vielen guten Wünsche zum gemeinsamen Start. Ulrike Haist betonte, dass das Leben an der Schule nicht das Werk eines Einzelnen sei, sondern das Ergebnis vertrauensvoller Zusammenarbeit aller Beteiligten. „Erziehung ist die Aufgabe des ganzen Dorfes“ – auf Weilheim bezogen natürlich der ganzen Stadt. So gesehen sei der Schulleiter kein Einzelkämpfer, sondern eher ein pädagogischer „Entwicklungshelfer“. Für die Limburgschule wünschte sie sich einen Ort des Vertrauens, der Akzeptanz und der angstfreien Entwicklung, einen Ort der Lebendigkeit und Entspannung, das Erlebnis von lebensnahen Wirklichkeiten. Und einen Ort, indem es freundlich, friedlich und verlässlich zugeht. „Ich freue mich auf diese Aufgabe.“

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