Lokales

Freie Träger können auf städtischen Zuschuss hoffen

Die Stadt Weilheim möchte vom laufenden Jahr an die Betreuung von Kindern unter drei Jahren auch in privaten Einrichtungen finanziell unterstützen. Ins Rollen gekommen war der Stein durch einen entsprechenden Antrag des Vereins Kinderspielgruppen Weilheim im vergangenen Sommer.

ANKE KIRSAMMER

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WEILHEIM Noch hat der Gemeinderat der Limburgstadt keinen offiziellen Beschluss gefasst. Doch in der Vorberatung in jüngster Sitzung wurde deutlich, dass der Vorschlag der Stadtverwaltung im Ratsrund auf Gegenliebe stößt. Eltern, die ihre Sprösslinge bereits vor dem Eintritt in den Kindergarten für einige Stunden in die Obhut von Erzieherinnen geben möchten, können in Weilheim neben dem Verein Kinderspielgruppen auch beim Vorbereitenden Kindergarten des freien Kindergartens im Weilerweg beziehungsweise bei der "Rasselbande" anklopfen. Außerdem gibt es in der Stadt 15 qualifizierte Tagesmütter und seit Sommer vergangenen Jahres können Zwei- bis Dreijährige auch eine altersgemischte Gruppe im städtischen Kindergarten Lerchenstraße besuchen. Finanzielle Unterstützung von Seiten der Stadt bekommt von den Freien Trägern bislang lediglich die Kinderbetreuung Rasselbande: Der Verein kann kostenfrei einen Gruppenraum im Kindergarten Egelsberg nutzen. Den Mietwert beziffert die Stadt auf jährlich 4800 Euro. Im Übrigen finan-zieren sich die Einrichtungen über Gebühren und Landeszuschüsse.

In jüngster Sitzung nun hat die Verwaltung dem Gemeinderat den Vorschlag unterbreitet, den freien Trägern vom laufenden Jahr an Gelder in Höhe des halben Landeszuschusses zu gewähren. Insgesamt würden sich die Kosten für die Stadt, inklusive dem Mietwert für den Gruppenraum auf dem Egelsberg, auf jährlich 14 250 Euro belaufen. Vorgesehen ist, die Zuschüsse daran zu knüpfen, dass jeweils 70 Prozent der betreuten Kinder in Weilheim wohnen. "Mit dem Geld wollen wir die Arbeit anerkennen und die Angebote gleichwertig fördern", erklärte Bürgermeister Hermann Bauer. An eine Unterstützung der Tagesmütter, die oft die Altersgruppe der null- bis zweijährigen Kinder betreuen, ist dagegen bislang nicht gedacht.

Den Anstoß hatte ein Antrag des Vereins Kinderspielgruppen Weilheim vom August 2006 gegeben. Der Verein betreut seit bald sieben Jahren bis zu 30 Kinder in zwei Gruppen an fünf Tagen in der Woche von 8 bis 12.30 Uhr. Vier ausgebildete Erzieherinnen und eine Helferin kümmern sich während dieser Zeit um die Knirpse. Wie der Vorsitzende Jörg Novak in dem Antragsschreiben formuliert, hatte der Einstieg der Stadt in die Betreuung von Kindern ab dem zweiten Geburtstag im Kindergarten Lerchenstraße den Verein veranlasst, sich an die Kommune zu wenden. Novak verweist unter anderem auf den Grundsatz der Subsidiarität, wonach Städte und Gemeinden andere Träger im Sozialbereich genauso unterstützen sollen wie die unter dem eigenen Dach geleistete Arbeit.

Den jetzigen Vorschlag der Verwaltung begründete Kämmerer Reiner Philipp auch mit dem am 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Tagesbetreuungsausbaugesetz, das unter anderem einen stufenweisen Ausbau der Betreuungsangebote für unter Dreijährige bis zum Jahr 2010 beinhaltet. Dann sind die Kommunen auch finanziell in der Pflicht. Im Landkreis Esslingen wird davon ausgegangen, dass ein Bedarf für rund 20 Prozent der Kinder besteht. Weilheim sieht sich bereits jetzt gut gerüstet: In der Stadt leben derzeit 285 Kinder unter drei Jahren. Davon werden bei derzeit 86 möglichen Plätzen bereits 65 Kinder betreut.

Bei den Stadträten stieß der Vorschlag der Stadt einhellig auf ein positives Echo. "Wir können uns glücklich schätzen, dass die freien Träger so ein leistungsstarkes Angebot geschaffen haben", meinte Gerda Schrägle. Auch Peter Werner begrüßte den Vorschlag der Verwaltung außerordentlich. Petra Leusing gab zu bedenken, dass die Gruppen zeitlich nicht den ganzen Bedarf abdecken würden. Eva Haußmann sprach von einem Einstieg. "Das Thema wird uns in den nächsten Jahren noch begleiten."

Nun wird sich erst einmal der Kindergartenausschuss mit dem Vorschlag auseinandersetzen. Anschließend befasst sich der Verwaltungs- und Bauausschuss mit dem Thema, bevor der Gemeinderat Ende Februar einen endgültigen Beschluss fällt.