Lokales

Freiwillige kämpfen gegen den Müll

Unzählige ehrenamtliche Helfer trotzten der Witterung und beteiligten sich am Markungsputz

Weitgehend unbemerkt von der großen Öffentlichkeit haben zahlreiche Vereine und freiwillige Helfer aller Altersklassen am Samstag die Kirchheimer Markung gesäubert. Den Markungsputz gab es bereits zum vierten Mal. Neu war dagegen die strikte Mülltrennung bei dieser „Säuberungsaktion“.

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Andreas Volz

Kirchheim. Rund 120 Teilnehmer haben am Samstag dem Regenwetter getrotzt und sich unverzagt der gemeinsamen Aufgabe gestellt, die Landschaft in Kirchheim vom Müll zu befreien. Zumindest schätzte Christian Maiwald, der Leiter des federführenden Kirchheimer Baubetriebsamts, die Teilnehmerzahl auf zehn Dutzend. Das gelte aber nur für den Bereich der Kernstadt. Die Ortschaften seien nicht dazugerechnet – und traditionell sei dort die Beteiligung noch höher als in der Kernstadt. Stellvertretend für die vier Ortsteile konnte Ötlingens Ortsvorsteher Hermann Kik aus dem einwohnerstärksten Kirchheimer Teilort melden: „Trotz widriger Wetterlage war die Markungsputzete im Stadtteil Ötlingen aus meiner Sicht ein voller Erfolg.“

In ersten Zahlen liest sich der Erfolg der Maßnahme, an der in der vergangenen Woche Mitarbeiter des Baubetriebsamts, der Bahn sowie Kindergärten und Grundschulen beteiligt waren, folgendermaßen: An der Bahnstrecke zwischen Südbahnhof und Ötlinger Bahnhof sammelten die Helfer fünf Kubikmeter an unliebsamen Hinterlassenschaften ein, doppelt so viel waren es beim Baubetriebsamt allein. Dessen Mitarbeiter hatten sich verstärkt, wenn auch nicht ausschließlich um das Gewerbegebiet Kruichling gekümmert.

Von der freiwilligen Arbeit der Kinder und aus den Ortsteilen lagen am Wochenende noch keine genauen Zahlen vor. In der Kernstadt, wo sich Christian Maiwald „sehr zufrieden mit der guten Beteiligung“ zeigte, war am Samstag noch einmal ein halber Container voll Müll angefallen, rund 20 Kubikmeter also. Wichtig ist es dem Baubetriebsamtsleiter auch, dass am Freitag so viele Kinder Müll aufgelesen haben. Er hält das für eine „erzieherische Aufgabe“, die langfristig zu einer „Bewusstseinsschärfung“ und wohl auch zu einer „Verhaltensänderung“ führen könne. Wer nämlich weiß, wie mühsam es ist, Müll aus Hecken, Wiesen, Wäldern, Abhängen oder Bachläufen zu klauben, der ist vielleicht später einmal in der Lage, seinen Abfall von Anfang an sachgerecht zu entsorgen, anstatt ihn wild in der Gegend zu verstreuen.

Der Müll, der beim Markungsputz eingesammelt wurde, ist nun erstmals fein säuberlich nach einzelnen Bestandteilen und Materialien zu trennen. „Das haben wir vorher so nicht gehabt“, sagte der Baubetriebsamtsleiter am Samstag. Immerhin aber gibt es nach wie vor besondere Müllwertmarken des Abfallwirtschaftsbetriebs Esslingen, das den Müll kostenlos entsorgt – sofern er sich als Ergebnis eines Markungsputzes stapelt. Ein kurioser Fund war dieses Jahr ein Mofa. „Da wird noch ermittelt werden“, kündigte Christian Maiwald bereits an. Weil das Mofa mit Kennzeichen versehen war, dürfte es auch nicht allzu schwierig sein, den Eigentümer zu finden.

Ebenfalls keine Schwierigkeit scheint es bislang zu sein, engagierte Bürger zu finden, die sich an einer solchen Aktion beteiligen. Mitglieder von Vereinen, die sich satzungsgemäß ohnehin viel im Freien und in der Natur aufhalten, scheuen keinerlei Unannehmlichkeiten, um die Landschaft, die ihnen besonders am Herzen liegt, zu säubern. Das zeigte sich schon allein an den Wetterbedingungen am Samstag. „Es war zwar nicht gut“, sagte Christian Maiwald bei der gemütlichen Runde nach dem Putzen, „aber es war auch kein Wetter, um den Markungsputz ausfallen zu lassen. Es hat nur einen ganz geringen Teil unserer Helfer davon abgehalten, heute mitzumachen.“ Ein Mitglied des Schwäbischen Albvereins begründete denn auch ganz leicht, warum das Wetter beim Putzen keine große Rolle spielen kann: „Wir wandern ja auch bei jedem Wetter.“