Lokales

"Freiwillige Lobby für Natur und Umwelt"

Am Sonntag, 17. September, lassen sich wieder ausgewählte "Naturstationen am und vor dem Albtrauf" erleben. Nach dem Erfolg des vergangenen Jahres haben sich die Volunteers fünf neue Ziele ausgesucht, an denen sie interessierten Natur- und Wanderfreunden die Landschaft und deren Geschichte näherbringen wollen.

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM Die Ziele sind neu, die Idee bleibt dieselbe: In beliebiger Reihenfolge und Anzahl lassen sich am Sonntag bis zu fünf Sehenswürdigkeiten aufsuchen. Ausgewiesene Experten erläutern an den jeweiligen Stationen die erd-, landschafts- oder flussgeschichtlichen Besonderheiten, getreu dem Motto: "Wer mehr weiß, sieht mehr, schätzt mehr, schont und schützt." Die Mitarbeiter der beiden Veranstalter der Volunteergruppen "Naturdenkmale" und "Naturschutzgebiet Teck" sehen sich als "freiwillige Lobby für Natur und Umwelt". Das Ziel, das sie mit dem Naturstationen-Sonntag verfolgen, lautet folgendermaßen: "Das Erlebnis dieser schönen Landschaft und Natur soll auch zukünftigen Generationen erhalten bleiben."

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Rund 500 Besucher kamen bei der Premiere im vergangenen Jahr zu den einzelnen Führungen, die 30 bis 40 Minuten dauern sollen, sodass anschließend genügend Zeit bleibt, eine der vier anderen Stationen zu erreichen. Lediglich die Führung "Feld, Wald, Talköpfung" mit Jürgen Mauch und Martin Gienger ist auf eine Dauer von zwei Stunden ausgelegt. Deshalb wird sie auch "nur" zweimal angeboten, um 11 und um 15 Uhr. Treffpunkt ist der Wanderparkplatz Bahnhöfle. Die beiden Experten gehen auf die historische Entwicklung der Wälder ebenso ein wie auf das "Biosphärengebiet Schwäbische Alb". Die Teilnehmer erfahren außerdem, wie Rhein und Neckar der Donau das Wasser abgraben, und haben noch die Möglichkeit, die Heimensteinhöhle zu begehen.

Alle anderen Führungen starten viermal, jeweils im Anderthalbstundentakt: um 9.30, 11, 13.30 und 15 Uhr. Vom Parkplatz am Hohenbol aus erläutern Wolfgang Roser und Bruno Maier die Landschaftsgeschichte von Alb und Albvorland. Dabei geht es um den Schwäbischen Vulkan, aber auch um die Kulturlandschaft sowie um die Geschichte der Teckburg und der Tecker.

An einem weiteren Vulkanschlot wartet Eleonore Meyer auf interessierte Naturliebhaber. Treffpunkt ist der Parkplatz der Reitanlage am Weilheimer Egelsberg. Ihre Führung setzt botanische Schwerpunkte: Herbstastern, Enzian, Wachtelweizen, eine Vielfalt von Hecken, Heide, Streuobstwiesen und Weinanbau hat der Egelsberg zu bieten. Ein besonderes Augenmerk der Führung soll auch auf Fragen der Ökologie und der Landschaftspflege liegen.

Dem Schiefer und den Versteinerungen sind die verbleibenden beiden Naturstationen gewidmet: Hans Herzinger und Ulrich Weber führen durch das Museum Hauff in Holzmaden und damit durch die Welt vor 180 Millionen Jahren. Sie erläutern, wie sich die Lebensbedingungen im Jurameer rekonstruieren lassen, und vermitteln zugleich einen eindrucksvollen Zugang zur Evolution des Lebens auf der Erde.

Nicht allzu weit vom Museum Hauff entfernt, gibt Roland Krämer im Schiefersteinbruch Kromer bei Ohmden Hinweise zum Suchen, Finden und Sammeln von Fossilien. Außerdem stellt er den Körperbau und die Lebensweise von Ammoniten und Belemniten vor, von zwei längst ausgestorbenen Tierarten also. Dieses Angebot richtet sich vor allem auch an Kinder.

Mitzubringen sind je nach Angebot Hammer, Meißel, Tragtaschen aus Stoff oder auch Taschenlampen, in jedem Fall aber wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk. Die Führungen selbst sind kostenlos, für Museum und Steinbruch ist allerdings Eintritt zu zahlen. Weitere Informationen über die Naturstationen gibt es im Internet unter der Adresse www.teckberg.de.