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Fress-Orgie

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Zum Artikel "Fress-Orgie: 44 Hummer in 12 Minuten verschlungen", im Teckboten vom 15. August:Ich fragte mich beim Lesen dieses Berichtes, ob die Menschen in den reichen Ländern vor lauter Überfluss und Wohllust nichts anderes wissen, als alles mögliche in sich hineinzufressen, um einen Rekord aufzustellen?

Wir sehen fast täglich im Fernsehen im Bibel-TV-Sender in welchem Elend Millionen Menschen leben, die auf den Müllkippen nach Essbarem suchen. Da ist es doch die größte Sünde, wenn Reiche 44 Hummer oder 64 Eier oder 83 Knödel für einen Weltrekord verschlingen. Solche Leute sollte man in die Hungerländer schicken, wo sie das Geld für ihre Fressorgien spenden könnten. Wer sagt: Was gehen uns die Armen an, zu dem höre ich Jesus sagen: "Gebt Ihr ihnen zu essen."

Elli Scharpf

Kirchheim, Wannenweg

Von Jammern keine Spur!

Für viele Geschäfte im so genannten Kirchheimer "Karree" bedeutet dieser Sommer eine große Kraftanstrengung: Durch den Wegfall der Tiefgarage Schweinemarkt sind mehrere einst florierende Straßen zu einer Art Sackgasse geworden, in denen die Laufkundschaft fehlt. Und nicht alle Stammkunden sind bereit, weitere Laufwege, den Lärm und Dreck der Riethmüller-Baustelle in Kauf zu nehmen auch Esslingen, Göppingen und Nürtingen bieten schließlich nette Einkaufsmöglichkeiten.

Vor diesem Hintergrund begeistern mich immer wieder die Tatkraft und der Elan, den die Karree-Einzelhändler an den Tag legen. Von Jammern keine Spur, ganz im Gegenteil, es wird vorausgedacht: Wie können wir Kirchheim trotz Baustelle in der Weihnachtszeit noch liebenswerter gestalten? Was können wir tun, um die Straßendekoration vor Vandalen zu schützen? Und wer hat welche Ideen fürs neue Jahr? Geschäfte vernetzen sich, leisten gegenseitig Hilfestellung, der BDS und City Ring liefern Unterstützung, auch die Stadt Kirchheim unternimmt große Anstrengungen.

Wie gesagt: Von Jammern keine Spur! Dafür erleben wir in einer Situation, in der man eigentlich mit noch mehr Konkurrenzdenken hätte rechnen müssen, eine einmalige und großartige Solidarität, die allen Beteiligten spürbar gut tut. Denn sie zeigt auf, dass in der berühmten Krise auch eine Chance liegen kann!

Petra Durst-Benning

Kirchheim, Max-Eyth-Straße

Starb Jesusals Verbrecher?

Zum Artikel "Was eng verwandt ist", im Teckboten vom 20. August:

Herr Ahlers schreibt in seinem Kommentar: Man kann heute sagen, dass Jesus sich in der Tat eines Tempelverbrechens schuldig gemacht hat und deswegen übrigens nach römischem, nicht nach jüdischem Recht zum Tode verurteilt worden ist. Wie kommt man heute zu dieser Erkenntnis?

Außerbiblische, historische Quellen lassen diesen Schluss nicht zu. Jesus hat zwar nach dem Bericht der Evangelien die Händler aus dem Tempel getrieben, doch dadurch nur auf die von Gott gewollte Bestimmung des Tempels hingewiesen. Weiter sprach Jesus vom Abbruch und Aufbau des Tempels seines Leibes und wurde völlig missverstanden. Der Vertreter des römischen Rechts, Pontius Pilatus, stellt auf jeden Fall dreimal fest (Johannesevangelium): Ich finde keine Schuld an ihm. Nach den biblischen Aussagen starb Jesus, der Sündlose, Unschuldige, um unserer Sünde willen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten (Jesaja 53). Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt (Johannes der Täufer). Er ist um unserer Sünde willen dahingegeben... (Römerbrief 4,25), um nur einige Stellen zu zitieren.

Die Folge für uns ist: Wir werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist (Römerbrief 3, 24). In Dankbarkeit und im Glauben dürfen wir dieses Geschenk annehmen.

Kurt Ostertag

Pfarrstraße, Bissingen

Sinn und Basarökonomie

Zum Artikel von Helmut Schneider: "Von Gerechtigkeit und den Gesetzen des Marktes" am 25. Juli:

Just vor der Urlaubszeit erreicht der Begriff "Basarökonomie" noch die Voralb. Dieser Begriff sei "zur aktuell erfolgreichsten Wortschöpfung in der Wirtschaft" geworden. Geprägt habe ihn "einer der bedeutendsten deutschen Wirtschaftsprofessoren", nämlich Hans-Werner Sinn, so der Autor des Artikels. Da wo jeder sieht, dass die deutsche Wirtschaft von einem Exporterfolg zum nächsten vorankommt, hat H.-W. Sinn sogar eine rückläufige Entwicklung gesehen und mit einer Grafik deutlich zu machen versucht. Das war in seinem Buch: "Ist Deutschland noch zu retten?" Ab der zweiten Auflage seines Buches hat er eine Korrektur vorgenommen.

Es gibt welche, die kennen nicht den Unterschied zwischen Brutto und Netto. H.-W. Sinn verwechselte zunehmende deutsche Exportanteile mit abnehmenden Importanteilen, was ja schließlich die deutsche Erfolgsgeschichte darstellt. Peinlich, peinlich, Herr Professor. Er handelt nämlich mehr nach dem Motto, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Deshalb redet er und reden andere schlecht, gerade auch die Spitzenleistungen.

Der Autor Schneider hat richtig gesagt, dass Sinn einen Begriff geprägt hat, die Basarökonomie. Aber ist denn damit auch eine Theorie, ein Konzept verbunden? Die wissenschaftliche Auseinandersetzung scheint mit diesem Begriff fertig zu sein. Jedenfalls haben sich mit Professor Bofinger Positionen der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik im Sachverständigenrat etabliert. Der damalige Vorsitzende Wiegard war geradzu persönlich beleidigt, wie dieser es wagen konnte, gegen ihn die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik in Frage zu stellen. Nachdem das Statistische Bundesamt die Daten, die Sinn für seine Basarökonomie zu Grunde legte, nicht bestätigen konnte, scheint das Thema abgehakt zu sein. Der Autor des Artikels, Helmut Schneider, hätte der Leserschaft im Sinne der Aufklärung einen unschätzbaren Dienst erweisen können, wenn er nicht so einseitig für H.-W. Sinn geschrieben, sondern auch die andere Seite, die Rückseite, zum Thema Basarökonomie erhellt hätte.

Albert Trettin

Kirchheim, Lettenäckerstraße

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