Lokales

Freude am gemeinsamen Singen

Das vom Gemischten Chor "Frohsinn" Holzmaden als "Musikalischer Kalender" betitelte Konzert in der Gemeindehalle konnte den gewohnten Erwartungen an hohe musikalische Qualität mehr als genügen. In Kooperation mit der Grundschule Holzmaden wurde das bewährte Konzept der "Begegnungen der Schulmusik" wieder einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.

RAINER STEPHAN

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HOLZMADEN Schulchor, Gemischter Chor, Junger Chor, Kinderchor, Sopransolo und alle Chöre gemeinsam es war schon beeindruckend, mit welchem Aufwand den über 200 Gästen die Vielfalt des Gesangs dargestellt wurde. Hierzu passte das gemeinsame Eröffnungslied aller Chöre "Singen ist das Fundament" von Georg Philipp Telemann.

Der 44 Kinder zählende Schulchor unter Leitung von Renate Besemer und Assistenz von Doris Merz-Ostertag hatte es sich zur Aufgabe gemacht, zu jedem Monat ein entsprechendes Lied zu singen. Beliebte Lieder wie "Wenn die Eisblumen blüh'n" und "Ich schenk dir einen Regenbogen" wurden vom Publikum begeistert aufgenommen.

Meistens begleiteten Instrumentalisten und die Flötengruppe die mit Inbrunst gesungenen Weisen. Geradezu professionell war die Perkussion mit den Plastikrohren ähnelnden "Boomwhackers" zum Lied "I like the flowers".

Dass ein gutes Bühnenbild und "ausstaffierte" Kinder die Wirkung der Auftritts erhöhen, hat sich einmal mehr als richtig erwiesen. Der als "Schnupfenhex" liebevoll verkleidete Timo Mangold konnte darüber hinaus durch seinen Sologesang gefallen.

Sämtliche Lieder stammen von den Liederkalendern der Stiftung "Singen mit Kindern". Diese Einrichtung unter Vorsitz von Gräfin Sonja Bernadotte hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern das gemeinsame Singen in der Familie und mit anderen verstärkt näher zu bringen.

Die verschiedenen Gruppen des Kinderchors trugen allesamt Spaß- und Tierlieder vor. Manche Eltern fühlten sich bei "Tante Trude Trippelstein" gar an die eigene Zeit im Kinderchor erinnert. Als Reminiszenz an Mozarts 250. Geburtstag sang der Junge Chor "Komm, lieber Mai". Zudem waren vom Geburtstagskind noch zwei verschiedene Arrangements der kleinen Nachtmusik zu hören.

Wenig Vereine können eine Vorsitzende aufweisen, die gleichzeitig auch im sängerischen Bereich an vorderster Stelle steht: Brigitte Meisriemler gab mit dem Sopransolo "Das Veilchen" ein Frühlingslied zum Besten. In gewohnt guter Manier begleitete Ilka Klein die Sängerinnen und Sänger am Klavier. Der talentierte Drittklässler Maximilian Riehle musizierte hin und wieder auf seiner Ziehharmonika.

Zwischendurch vorgetragene Gedichte lockerten den Konzertablauf auf. Jan Reinöhl und Mika Carfora mit "Die Stare sind da", Mareike Landauf mit "Er ist's" und Salome Schutte mit "Septembermorgen" wussten mit ihren Versen zu entzücken.

Auch der Gemischte Chor reihte sich in das vorgegebene Thema ein. Mit Stücken wie "Das Jahr geht an", "Finkenwalzer" und "Ägyd bläst in des Herbstes Horn" zollte man der jeweiligen Jahreszeit musikalischen Respekt. Beim sehr ans Herz gehenden "Erlaube mir, feins' Mädchen" lief der Chor zur Höchstform auf.

Dem Anliegen, Freude am gemeinsamen Singen neu zu wecken, wurde kräftig gefrönt. Bei sieben Liedern konnte die Chorleiterin die Gäste zum Singen ermuntern. Aus voller Brust sangen sie die alten Volkslieder "Im Märzen der Bauer" und "Kein schöner Land".

Passend zum Schlusslied "Der Mond ist aufgegangen" mag bei einigen die Erkenntnis aufgegangen sein, dass die Bewahrung des traditionellen Liedguts und das gemeinsame Singen eine der wichtigsten kulturpolitischen Aufgaben sind.

Die teils im Vorfeld geäußerte Skepsis, ob 37 Lieder nicht des Guten zu viel sind, stellte sich als unbegründet heraus: Abwechslungsreich und kurzweilig verstrich die Zeit wie im Flug. Rektor Harald Valachovic dankte den Beteiligten ganz besonders der "Hauptakteurin" Renate Besemer für die gelungene Kooperationsveranstaltung und resümierte zufrieden: "Was gibt es für einen Schulleiter Schöneres, als auf der Bühne in strahlende Kinderaugen zu sehen."