Lokales

Freude über viele Ausbildungsstellen

RUDOLF STÄBLER

KIRCHHEIM Dr. Hans Ulrich Rilke betonte, dass solche Termine für die Fraktion und deren wirtschaftspolitische Arbeit sehr wichtig seien. So bekomme man die Situation der Firmen "ungefiltert" geschildert und könne sich auch sein eigenes Bild machen. Beate Fauser stellte heraus, dass man über Sorgen und Nöte der einzelnen Firmen informiert sein wolle, um zu sehen, wo eventuell politische Hilfestellungen möglich seien.

Von den Gebrüdern Keller erfuhren die Landespolitiker zunächst, dass sich die Firma von einer Bauflaschnerei zur Lufttechnikfirma entwickelt hat. 1903 wurde das Unternehmen von Albert Keller in Stuttgart-Uhlbach gegründet. Nach der Zerstörung des Werkes im Zweiten Weltkrieg, gründete Otto Keller eine Fabrik für luft- und wärmetechnische Anlagen mit Sitz im Kirchheimer Stadteil Jesingen. Ab 1952 nun bereits in der dritten Generation wurde das Unternehmen durch Heinz-Dieter Keller auf das heutige Programm fokussiert. 1992 wurde ein weiterer Generationswechsel vollzogen. Die Tradition des Familienunternehmens wird nun von Horst und Frank Keller fortgesetzt.

Nach den Worten von Horst Keller ist Keller Luftechnik heute ein weltweit tätiges Technologieunternehmen, spezialisiert auf das Erfassen und Abscheiden von luftfremden Stoffen und die Begrenzung von Emissionen in industrielen Anwendungsgebieten. Die Produktpalette im Bereich der Abscheidetechnologie bietet ein Leistungsspektrum, das sich von der Entwicklung und Lieferung einzelner Komponenten bis hin zu kompletten Anlagen und Systemen erstreckt. Produziert wird dabei für nahezu alle Industriebereiche.

Auch aktuelle Zahlen bekamen die Liberalen von Horst Keller präsentiert. So hatte die Firma bei derzeit 270 Mitarbeitern im Jahr 2006 einen Umsatz von 40 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Geschäftsleitung eine Steigerung von rund fünf Prozent. Verkaufserhöhungen will man durch Messebesuche sechs bis acht Messen stehen zurzeit auf dem Programm erreichen, aber auch freie Handelsvertreter, "die sind aber nur für die Firma Keller tätig", so Horst Keller, sollen für noch bessere Verkaufszahlen sorgen.

Auch verschwieg er nicht, dass es im Personalbereich Engpässe gebe. Vor allem Ingenieure seien kaum zu haben. Da sind nach den Erfahrungen der Geschäftsleitung Großfirmen, die mit gänzlich anderen Kapitalsummen agierten und dadurch Gehälter bieten, die für die Firma einfach nicht drin seien. Um Fachleute heranzuziehen, setzt Keller Lufttechnik so seit Jahren auf die Ausbildung. Sehr zu ihrer Freude konnten die Politiker zur Kenntnis nehmen, dass der Kirchheimer Betrieb bis zu zehn Ausbildungsstellen pro Jahr zur Verfügung stellt. Horst Keller: "Das ist für uns der beste Weg, um Fachleute im Haus zu haben."

Auf dem Markt sind neben Keller noch acht bis zehn echte Konkurrenten, wobei sich die Firma Keller von der Qualität her zum ersten Drittel zählt. Der Exportanteil der Firma liegt momentan bei 25 bis 30 Prozent. Jetzt wartet man bei der Unternehmensleitung gerade auf einen Großauftrag der Firma Ford. In Mexiko soll ein Werk entstehen und mit der Abscheidetechnologie aus dem Hause Keller ausgestattet werden.

Natürlich war der FDP-Delegation auch daran gelegen, die Produktionsstätte in Jesingen zu besichtigen. Frank Keller hatte diesen Part federführend übernommen und führte die interessierten Gäste durch die Werksgebäude.

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