Lokales

Frischer Wind weht im Jugendhaus Linde

Seit September gibt es im Jugendhaus in Kirchheim ein neues Gesicht: Der 36-jährige Sozialpädagoge Matthias Altwasser hat sein Amt als Hausleiter der Linde angetreten. Diese Stelle war zuvor rund ein Jahr unbesetzt.

ANJA WEISSINGER

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KIRCHHEIM Einige Umwege hat der neue Hausleiter der Linde auf sich genommen, um nun die Arbeit zu machen, die ihm Spaß macht und die ihn erfüllt. Nach Bundeswehr und Beamtentum folgte ein Studium der Sozialpädagogik. Danach widmete er sich fünf Jahre der "Mobilen Jugendarbeit Stuttgart Süd", bei der er, wie er selber sagt, durch Streetwork und Einzelfallhilfe Erfahrungen an der "Basis" sammeln konnte. Schon in Stuttgart war das Ziel klar: bessere Strukturen für Jugendliche durch mehr Gemeinwesenarbeit.

Auch in Kirchheim sieht Matthias Altwasser der Realität ins Auge: Die demografischen Daten verheißen eine schwierige Zukunft für Jugendliche und damit auch für die Jugendarbeit. Durch eine immer älter werdende Gesellschaft werden junge Menschen zur Randgruppe. Hier gilt es, die Integration zu fördern. Genau an diesem Punkt setzt Altwassers Konzept an. Durch offene Jugendarbeit und Kooperation mit Schulen und anderen Einrichtungen soll eine Art Netzwerk geschaffen werden, in dem verschiedene Jugendgruppen Platz finden.

Deshalb sieht der Sozialpädagoge in der Linde, mit ihren zahlreichen und verschiedenartigen Räumen, den idealen Ort, um die Vielzahl der Jugendkulturen zu fördern "Die Linde kann Raum für alle bieten", bringt es der neue Kopf im Linde-Team auf den Punkt. Der Reichtum an Jugendkultur, den Kirchheim besitzt, wird nicht zuletzt an den zwölf Bands deutlich, die regelmäßig in der Linde proben.

Für die Zukunft hat Matthias Altwasser schon Einiges vor: Gemeinsam mit seinem Team will er die Angebotsstruktur der Linde erweitern. Unterstützt wird er derzeit von drei pädagogischen Mitarbeitern, zwei Praktikanten und zwei Zivildienstleistenden. Eine neue Konzeption, die auch erweiterte Öffnungszeiten mit einbezieht, entsteht zurzeit. Der Ausbau des Abendprogramms fand seinen Anfang im "Friday Night Life". Ab Freitag, 22. Oktober, um 20 Uhr, soll in der Linde dann jeden Freitag eine Art "Jam-Session" stattfinden. Hier können neben richtigen Bands auch Laien zum Instrument oder Mikrofon greifen. Weitere Abendveranstaltungen, auch in Zusammenarbeit mit der Internetplattform "calypse", sind geplant.

Neben den Veranstaltungen am Freitag- und Samstagabend, steht die Linde den Jugendlichen immer mittwochs von 14 bis 23 Uhr, donnerstags von 14 bis 22 Uhr und freitags von 14 bis 18 Uhr offen. Nähere Informationen zum Programm und zu den Veranstaltungen finden Interessierte auch im Internet unter www.linde-jugendkultur.de.

Obwohl die Linde auch jetzt schon über ein sehr vielseitiges Jugend- und Kulturprogramm verfügt, können die Besucher sich auf die Zukunft freuen.