Lokales

Frisches Gemüse ein buntes Vergnügen

"Die Wertschätzung eines Lebensmittels hängt im hohen Maß davon ab, wie viel der Konsument über Produktion und Verarbeitung erfährt", betonte die Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch bei der Eröffnung des zehnten Bauernmarkts im Naturschutzzentrum Schopflocher Alb.

RUDOLF STÄBLER

Anzeige

LENNINGEN Die Staatssekretärin des baden-württembergischen Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum, Friedlinde Gurr-Hirsch, eröffnete zusammen mit dem Ersten Landesbeamten des Landkreises Esslingen Matthias Berg die Ausstellung in Schopfloch und zeigte sich überzeugt davon, dass der mündige und informierte Verbraucher frische, saisonale und regionale Lebensmittel möchte, um sich abwechslungsreich und gesund zu ernähren. Um dies zu vermitteln bieten ihrer Meinung nach Veranstaltungen wie der Bauernmarkt im Naturschutzzentrum eine ideale Plattform.

Dass das Interesse am gestrigen Sonntag groß war, zeigte, wie Matthias Berg betonte, das riesige Interesse der Bevölkerung. So kam es bereits bei der vom Blechbläserquintett des Kreisjugendblasorchesters umrahmten Eröffnung zu einer "Drucketse" auf dem fast zu kleinen Platz im und auch noch außerhalb des Naturschutzzentrums. Berg bedauerte dabei, dass noch viele Direktvermarkter mit dabei sein wollten, dass dies aber aus Platzgründen nicht möglich gemacht werden konnte.

In dem zehn Jahre jungen Naturschutzzentrum hätten laut Berg die Direktvermarkter keine Mühe gescheut, ihre Stände aufzubauen und ihre Produkte bekannt zu machen. Sein persönliches Lob für die Aussteller: "Sie dienen mit ihrer Arbeit der Erhaltung der Kulturlandschaft. Und den Besuchern verriet Matthias Berg: "Essen ist auch Freude und Spaß." Dies schien allerdings den zahlreichen Besuchern schon bekannt zu sein. Nicht wenige waren schon vor der offiziellen Eröffnung mit den angebotenen Leckereien kauend unterwegs, war doch auch das Angebot zu verlockend.

"Im Rahmen einer gesunden und bewussten Ernährung bieten sich regionale Produkte geradezu an. Zu jeder Jahreszeit hat der Verbraucher die Möglichkeit, frische Produkte zu kaufen", erklärte die Staatssekretärin weiter. Da saisonales Obst und Gemüse keine langen, Ressourcen verbrauchenden und Umwelt belastenden Transportwege braucht, könne es auch voll ausreifen. "Das bedeutet, der Verbraucher trägt durch den Kauf regionaler Produkte dazu bei, Energie zu sparen, die regionale Infrastruktur zu stärken und er kann sich eines guten Geschmackes erfreuen", betonte Friedlinde Gurr-Hirsch. "Lebensmittel sind Mittel zum Leben", betonte sie abschließend.

Bereits zum zehnten Mal organisierte das Landwirtschaftsamt Esslingen in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Schopflocher Alb erfolgreich den Bauernmarkt. In diesem Jahr fand die Veranstaltung im Rahmen der Landesinitiative Blickpunkt Ernährung, mit dem Schwerpunktthema Gemüse, statt. Nächstes Jahr, so war am Rande von Insidern zu erfahren, werde wohl die Kartoffel das "Aushängeschild" sein. Diese Initiative wurde einstens unter dem Eindruck von BSE ins Leben gerufen. Das Ziel war damals und ist es heute noch die Transparenz "vom Acker auf den Teller" herzustellen.

18 landwirtschaftliche Betriebe aus dem Landkreis Esslingen und der umliegenden Region, die ihre Erzeugnisse direkt vermarkten, boten am gestrigen Sonntag im Rahmen der "Gläsernen Produktion" ihre Produkte zum Probieren und zum Verkauf an. Die Palette der angebotenen Waren reichte vom Bauernbrot über Zwiebeln, Obst, Schafswurst, Rauchfleisch, Albkäse und Täleswein bis hin zu Obstdestillaten und Schwäbischem Whisky. Wie man Kraut hobelt und konserviert, war am Stand des Freilichtmuseums Beuren nebenbei auch noch zu erlernen.

In Anlehnung an die Landesinitiative "Blickpunkt Ernährung" stand das Thema "Gemüse" natürlich im Mittelpunkt der Veranstaltung. Zu diesem Themenschwerpunkt gab es zahlreiche Attraktionen und Informationsangebote. So bereitete Jörg Ebermann von der "Linde" in Oberboihingen frisches Gemüse meisterlich zu und lud zum Probieren ein.

Das Landwirtschaftsamt des Landkreises Esslingen präsentierte die Sonderausstellung "Gemüse ein buntes Vergnügen" sowie einen Sinnesparcours mit Quiz, was natürlich bei den jüngsten Besuchern sehr gut ankam.

Das Landwirtschaftsamt hat den Einkaufsführer "Einkaufen auf dem Bauernhof und in der Gärtnerei" überarbeitet. Die neue Ausgabe wurde von Matthias Berg der Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch überreicht und natürlich auch den Besuchern vorgestellt. Die Direktvermarkterbroschüre enthält auf 40 Seiten ein Verzeichnis direkt vermarktender landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Betriebe im Landkreis Esslingen sowie jede Menge Informationen über Landwirtschaft, die Direktvermarktung und Qualitätszeichen. Nicht zu vergessen, das wird in der Broschüre klar herausgestellt, die Landwirte leisten mit ihrer Arbeit auch einen entscheidenden Beitrag zur Pflege und zum Erhalt der heimischen Kultur- und Erholungslandschaft. Diese Landschaftspflege kann allerdings auf Dauer nur durch den Verkauf der erzeugten Lebensmittel und fairer Preise geleistet werden

INFODie Broschüre "Einkaufen auf dem Bauernhof und in Gärtnereien", herausgegeben vom Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Esslingen, liegt ab dem heutigen Montag, 25. September, zur kostenlosen Mitnahme bereit beim Landratsamt Esslingen, Pulverwiesen 11 in Esslingen, den Außenstellen des Landratsamts in Nürtingen, Europastraße 40, in Kirchheim, Osianderstraße 6 und Filderstadt, Gottlieb-Daimler-Straße 2 oder beim Landwirtschaftsamt, Marktstraße 16 in Nürtingen.