Lokales

Fritz-Ruoff-Schule wird die zweitgrößte Berufsschule

Mit dem heutigen Tag endet zumindest offiziell die Geschichte der Nürtinger Otto-Umfrid-Schule. Die Berufsschule wird aufgelöst und die Abteilung Gesundheit mit der Fritz-Ruoff-Schule auf dem Säer fusioniert. Die Schüler des Bereichs Farbe und Gestaltung besuchen künftig die Philipp-Matthäus-Hahn-Schule.

SANDRA LANGENFELD

Anzeige

NÜRTINGEN Nach nur 15-jährigem Bestehen wird die gewerbliche Otto-Umfrid-Schule in der Nürtinger Innenstadt an der Kanalstraße/Plochinger Straße/Rümelinstraße heute aufgelöst. Ihr bisheriges Bildungsangebot im Bereich Gesundheit fusioniert mit der Fritz-Ruoff-Schule und zieht in den Neubau auf dem Säer. Die Fritz-Ruoff-Schule wird damit zur zweitgrößten Berufsschule im Kreis Esslingen. In dem Neubau mit 3 300 Quadratmetern befinden sich offiziell ab heute außerdem der Fachbereich Chemie der Fritz-Ruoff-Schule, sechs EDV-Räume, 16 weitere Fach- und Klassenräume und die neue Cafeteria. Der tatsächliche Umzug wird während der Faschingsferien stattfinden. Bis dahin sollen die Bauarbeiten auf dem Säer abgeschlossen sein.

Das bisherige Berufsfeld Körperpflege der Otto-Umfrid-Schule wurde bereits nach Esslingen verlagert, während man den Bereich Farbe und Gestaltung in die gewerbliche Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in der Kanalstraße integrierte. Auf diese Art und Weise konnten alle beteiligten Schulen erweitert und gestärkt werden.

Auch nach der Auflösung der Otto-Umfrid-Schule soll am Namen des in Nürtingen geborenen Otto Umfrid festgehalten werden. Daher wird der Neubau auf dem Säer mit dem Namen Otto-Umfrid-Bau bezeichnet. Die Gesamtlehrerkonferenz legt den Vorschlag vor, den Namen der bisherigen Fritz-Ruoff-Schule für die erweiterte Schule beizubehalten. Es wird erwartet, dass dieser am 9. Februar vom Kreistag angenommen wird. Neuer Leiter der fusionierten Fritz-Ruoff-Schule ist Oberstudiendirektor Dieter Diehl, der nach Helmut Reiber fünf Jahre lang die Otto-Umfrid-Schule leitete. Er löst damit den bisherigen Schulleiter der Fritz-Ruoff-Schule, Oberstudiendirektor Dr. Martin Späth, ab, der zum Schuljahresende in den Ruhestand gehen wird. Dieter Diehl blickt zuversichtlich auf seine neue Aufgabe. "Eine gewisse Wehmut ist natürlich schon auch mit dabei", so Diehl. Schließlich geht die Ära der gerade einmal 15 Jahre alten Otto-Umfrid-Schule zu Ende. Die gewachsene Verbundenheit zur Schule und das Gefühl der Zusammengehörigkeit werden somit aufgelöst. Kritik an der Fusion kommt daher besonders aus dem Lehrerkollegium der Otto-Umfrid-Schule. Zehn Lehrer und Lehrerinnen aus dem Bereich Körperpflege der Otto-Umfrid-Schule mussten nach Esslingen an die Friedrich-Ebert-Schule wechseln. Die 21 Pädagogen des Berufsfeldes Farbe und Gestaltung bleiben in der Kanalstraße und gehören nun der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule an. Die 30 Lehrkräfte des Gesundheitswesens unterrichten die über 800 Arzthelferinnen, Zahnarzthelferinnen, Pharmazeutisch-Kaufmännischen Angestellten wie auch die Zahntechniker in neuen Labors und Fachräumen auf dem Säer.

Späth und Diehl sind sich einig, dass nicht nur die Schüler, sondern auch das ganze Lehrerkollegium von dem Neubau, der modernen Ausstattung und vor allem dem größeren Platzangebot profitierten. Bisher mussten so genannte Wanderklassen und Pädagogen aus Platzgründen zwischen den Unterrichtsstunden zwischen den Räumen in der Kanalstraße und dem Säer hin- und herpendeln.

Vor über einem Jahr bereits hatten Lehrer beider Schulen ein Fusionsteam gegründet, um den Zusammenschluss zu einer großen gewerblichen Fritz-Ruoff-Schule vorzubereiten. Vorstellungen und Wünsche wurden rege diskutiert, um eine gemeinsame Zukunft zu planen. Dabei wurden besonders Wünsche nach eigenen Arbeitsplätzen, Besprechungszimmern und einer erweiterten Bibliothek geäußert. Dies konnte nun durch die Erweiterungen aller beteiligten Schulen realisiert werden. Durch die aktive Vorbereitung und Zusammenarbeit des Fusionsteams sei bereits ein wichtiger Schritt getan, um zusammenzuwachsen, so Diehl.

Zu Diskussionen wird in Zukunft sicher das Parkplatzproblem führen. Sowohl durch den Ausbau der Fritz-Ruoff-Schule als auch infolge der Erweiterung der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule werden neue Parkmöglichkeiten benötigt. Da es bereits Beschwerden von Anwohnern gegeben hatte, besteht seither im Wohngebiet für Nichtanlieger Parkverbot. Auf den Parkplätzen des Krankenhauses und der Schulen auf dem Säer wurden Parkgebühren eingeführt. Schüler, die aus finanziellen Gründen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln wechselten, müssen jetzt wie zu hören war wohl mindestens teils überfüllte und verspätete Busse in Kauf nehmen. Nachdem der Vorschlag, ein Parkhaus auf dem Säer zu errichten, mittlerweile zurückgewiesen wurde, wird sich der Landkreis zukünftig vermehrt mit dieser Problematik auseinandersetzen müssen.