Lokales

Fröhliche Angelegenheit

Turnverein Neidlingen feiert sein hundertjähriges Bestehen

Hundert wird man nur einmal: Bei der Vorbereitung seines Jubiläumswochenendes hatte der TV Neidlingen keine Mühen gescheut und wurde mit vielen Besuchern belohnt. Beim Festakt am Freitagabend war das Zelt mit seinen 900 Plätzen beinahe voll belegt, zum ersten Kirschenmarathon hatten sich 27 Mannschaften angemeldet.

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PETER DIETRICH

Neidlingen. So viel Sonne und Wärme wie am Wochenende verlangen nach Abkühlung. „Das Wasser ist echt angenehm“, meinte der stellvertretende Bürgermeister Uli Hepperle, nachdem die Kinder ihn beim „Zuberblotza“ mit ihren Ballwürfen von der Schaukel ins kühle Nass befördert hatten. Damit das Wasser in der großen Wanne nicht ganz so kalt war, stammte es aus einem Feuerwehrauto. Zu den weiteren Attraktionen des Kinderfestes zählte das Baumstammklettern. Wer es bis oben schaffte, natürlich gut am Seil gesichert, durfte sich einen der dort aufgehängten Preise schnappen. Für die Kleineren waren auf dem Sportplatz zahlreiche Stationen aufgebaut. Beim Eichhörnchenspiel sammelten sie mit einem Löffel um die Wette Nüsse, versuchten sich im Sackhüpfen und im Turnschuhweitwurf. Beim Kleiderbügelwurf den Ständer zu treffen, war gar nicht so einfach. Auch Kirschkernweitspucken fehlte nicht, unzählige kreative Holzfahrzeuge standen zum Probieren bereit.

Der Festakt am Freitagabend wurde von Uli Hepperle und Reiner Kuch moderiert. Zu ihm trugen viele Neidlinger Vereine bei, kein einziger Programmpunkt war von außen zugekauft. Der Gesangverein sang, der Albverein tanzte, die Wildecker Herzbuben wurden von zwei Mitgliedern der Wintersportabteilung verkörpert. Der Ehrenvorsitzende Karl Pflüger kam trotz schwerer Krankheit, um seine Ehrung entgegenzunehmen. Ab 23 Uhr spielten die Lindachtaler, mancher Gast kam erst in der Morgendämmerung heim. Für seine umfangreiche und sehenswerte historische Ausstellung im Foyer der Reußensteinhalle und im Erkenbergzimmer hatte der TV Neidlingen zahlreiche Fotos, Urkunden, Plakate, Pokale, Medaillen, Landkarten, Zeitungsausschnitte und Ausrüstungsgegenstände zusammengetragen.

Die 27 Mannschaften für den ersten Kirschenmarathon kamen bis aus Ebersbach, Schopfloch, Weilheim, Wiesensteig und Jesingen nach Neidlingen. Zu jeder Mannschaft musste mindestens ein Erwachsener und ein Kind unter zwölf Jahren gehören, es machten sehr viele Familien und Kinder mit. Auf alle wartete ein knapp sechs Kilometer langer Rundkurs um Neidlingen mit acht Stationen und einem Quiz, über zwei Stunden lang starteten die Mannschaften im Fünfminutentakt.

Bei der ersten Station, dem Ziel des Reußensteinpokalrennens, dreht sich alles ums Skifahren. Der Staffellauf begann mit Langlauf auf Holzskiern mit Rollen, dann folgte ein Aufstieg über die Wiese, am Schluss ein Abfahrtslauf auf einer von der Feuerwehr präparierten Piste. Zu dieser gehörte auch ein Teich, durch den der Abfahrtsläufer am Seil durchgezogen wurde – eine äußerst spritzige Angelegenheit. An einer weiteren Station wurde eine Pappkuh gemolken; das gewonnene Wasser musste anschließend über einen Hindernisparcours transportiert werden. Im Schützenhaus gab es Luftgewehrschießen, im Kirschenmuttergarten Spiele mit Kirschen. Wie viel Wolle das Schaf an Station acht wohl geben wird? Das Ergebnis dieser Schätzaufgabe wurde später im Festzelt ermittelt, als das Schaf geschoren wurde. Auf die Siegermannschaften wartete ein Kirschmarathonpokal, außerdem gab es Medaillen und für alle Sachpreise. Den ersten Platz erreichte mit 214 von 300 möglichen Punkten das Team Hepfl aus Neidlingen.

Wer die Fußball-Weltmeisterschaft verfolgen wollte, musste das Fest deshalb nicht verlassen: Am Samstagabend und am Sonntag wurden die Spiele auf die Großleinwand im Festzelt übertragen.