Lokales

Frühstart der Schirgler auf der Schwäbischen Alb

KIRCHHEIM Im Westen und Norden der Republik legte des Winters weiße Macht den Verkehr lahm und das Stromnetz still. Im Süden dagegen blieb die Lage ruhig. "Nichts

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RICHARD UMSTADT

Besonderes," vermelden denn sowohl die Polizeidirektion Esslingen als auch die Beamten des Reviers Kirchheim. Weder gab es heftige Schneefälle, noch spektakuläre Unfälle auf eisglatter Fahrbahn.

Vom frühen Schnee überrascht jedoch wurden die Wintersportler. Dass das Klima innerhalb eines Tages den Hebel von schönstem Herbst zu frostigem Winter umlegen würde, damit hatte kaum jemand gerechnet. Die Liftbesitzer auf der Schwäbischen Alb aber waren vorbereitet. Bevor Frau Holle zu schütteln begann, hingen die Liftbügel am Stahlseil.

Am vergangenen Wochenende bewegten sie sich erstmal wieder. "Wir sind schon lange nicht mehr so früh gestartet", erinnert sich Eberhard Weber vom Pfulb-Lift und freut sich über die "zehn Zentimeter zum Angewöhnen." Es muss sich im Tal und in der Landeshauptstadt erst noch herumsprechen, dass die Lifte wieder laufen. Dennoch waren die Parkplätze an den Skihängen, aber auch zwischen Ochsenwang und Schopfloch an der Straße gut bestückt. Die Blechkarossen standen in Reih und Glied, während ihre Insassen in kurzen oder weiten Schwüngen auf einem oder zwei Brettern die Piste hinabwedelten oder abseits von den Liften auf stählernen Kufen oder "Plastikschüsseln" den Hang hinuntersausten. Der feste Schnee trug aber auch die Langläufer übers weiße Feld.

"Sollte die Schneelage so bleiben, wird's für uns immer besser", sagt Eberhard Weber. Dann laufen die Lifte in dieser Woche auch nachmittags. Und glaubt man den Meteorologen, so verharren die Temperaturenweiterhin im Keller und es schneit noch einige "Schochen" drauf.

"Vor allem noch mehr Schnee in den Weihnachtsferien wäre ideal," meint Günter Mall vom Randecker-Maar-Lift. Sowohl er als auch sein Kollege sind sich einig: Der letzte Winter war ziemlich lang und die Saison erfolgreich. "Wir sind bis Mitte März gefahren." Freilich hatte der Dauerbrenner zur Folge, dass sich die Schirgler schneemüde nach dem Frühling sehnten und den Winter abhakten.

Fotos: Jean-Luc Jacques