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Frustriertes Team

Erschöpft und ein bisschen frustriert sind sie, die vier Hundeteams, die zwei Helfer und Einsatzleiter Klaus Röper beim Gespräch gestern Mittag im Esslinger Jägerhaus.

REGINA SCHULZE

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KREIS ESSLINGEN "Wir wollten helfen, aber wir hatten den Eindruck, man wollte uns nicht", sagt Röper über den 28 000 Kilometer langen, viertägigen Kurztrip. Ziel war, ins indonesische Erdbebengebiet zu kommen. In der Hauptstadt Jakarta war Endstation für das Rettungshundeteam der SAR (Search and Rescue Dogs) Germany. Die wackeren Sieben sind alle auch Mitglieder der Rettungshundestaffel Nürtingen/Kirchheim. Zunächst sei ihnen reservierte Höflichkeit entgegengebracht worden, nach dem Motto: "Schaut, wie Ihr hinkommt." Gerade, als sie sich ein Militärflugzeug ins 350 Kilometer entfernte Krisengebiet organisiert hatten, verordnete die Regierung, sämtliche Suchaktionen einzustellen. Helfer würden nicht geduldet, hieß es. Dabei hätte es sicher Verschüttete gegeben. "Wir hätten suchen müssen, meint Röper. Ohne Unterstützung aber sei das schwer."

Dazu kam: Die Zeitspanne, in der man Menschen lebend unter Trümmern retten kann, war fast abgelaufen: "Nach zwei, drei Tagen haben Verschüttete bei den hohen Temperaturen einen starken Flüssigkeitsverlust."

"Alle sind gesund wieder da, die Zweibeiner und die Vierbeiner", freute sich Ulli Jäger, Vorsitzender der SAR Germany mit Sitz in Schorndorf. Außer einigen Mückenstichen haben die strapaziösen Tage mit Stopps in Frankfurt, Hongkong und Jakarta keine Schäden hinterlassen. "Ich bin schon frustriert", sagte Ursula Steeb. Die 35-Jährige aus Frickenhausen hat wie die anderen auch drei Tage Urlaub geopfert. "Wir haben kein Verständnis für die Entscheidung der Regierung", sagt Ulf Mirlieb. "Ein Trostpflaster für den verordneten Rückzug war die Dankbarkeit der Menschen auf der Straße für unsere Mühe, berichtet Martin Rudolph. Manchen standen die Tränen in den Augen. Dank der chinesischen Fluggesellschaft Cathay Pacific Airlines blieben die Kosten der SAR bei 4500 Euro. Deutsche Gesellschaften hatten allein für die Hunde 11 000 Euro verlangt. Erkenntnisse brachte der Einsatz auch: Die Hundeboxen brauchen Griffe. Asiaten haben sowieso Angst vor Hunden, erklärt Röper. Als ein Träger durch die Luftlöcher griff und er abgeschleckt wurde, ließ er vor Schreck die Box fallen.

Im Einsatz waren: Sandra Hahn, Ursula Steeb, Ulf Mirlieb, Einsatzleiter Klaus Röper (alle aus Frickenhausen), Heike Schrinner (Reutlingen), Martin Rudolph (Bempflingen) und Thilo Dannenmann (Ulm).