Lokales

Fünf Lenninger Paare heiraten am 5. 5. 05

Mancher Standesbeamte hat morgen trotz Feiertag alle Hände voll zu tun. Denn Schnapszahlen-Fans haben den 5. 5. 05 als Hochzeitsdatum entdeckt. Sei es, um der Vergesslichkeit ein Schnippchen zu schlagen oder schlicht der schönen Zahlenkombination wegen allein im Bürgerhaus im Unterlenninger Bahnhof heiraten sieben Paare.

ANKE KIRSAMMER

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KIRCHHEIM Während in den meisten Rathäusern rund um Kirchheim kein Run von Heiratswilligen einsetzte und deshalb die Türen morgen geschlossen bleiben, bewarb die Gemeinde Lenningen den "einmaligen Standesamts-Service" unter anderem im Internet. Zwei auswärtige und fünf Lenninger Paare wie könnte es am 5. 5. 2005 anders sein sprangen auf den Zug auf. Sie geben sich morgen für 55,05 Euro im umgebauten Unterlenninger Bahnhof das Ja-Wort. "Drei Trauungen werde ich im Halb-Stunden-Takt nachmittags selber übernehmen", sagte Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht auf Nachfrage. Wenn die frischgebackenen Eheleute das Angebot annehmen und ihre Gäste nach der Zeremonie zum Sektempfang ins "CafeLe" im Erdgeschoss des Bürgerhauses einladen, könnte es dort allerdings etwas eng werden. "Da weiß am Schluss vielleicht niemand mehr, wer zu welcher Hochzeitsgesellschaft gehört", meint der Verwaltungschef schmunzelnd. Nicht alle Paare, die sich morgen trauen lassen, hatten von Anfang an das einprägsame Datum im Blick. "Das hat sich eher zufällig so ergeben", erzählt beispielsweise Falk Kazmaier. Der Bauingenieur und seine Freundin Gabi Wisst wollen ihre Flitterwochen in Nepal verbringen. Der Mai eignete sich als Reisemonat, auch weil die Sonderschullehrerin auf die Ferien angewiesen ist. Erst wurde der Termin für die kirchliche Trauung am kommenden Samstag festgezurrt. "Als wir die Schnapszahl 5. 5. im Kalender entdeckten, haben wir einfach bei der Gemeinde angefragt und Glück gehabt, dass es klappt."

In Neidlingen und in Ohmden wird morgen jeweils für eine Trauung ebenfalls eine Sonderschicht eingelegt. Das Kirchheimer Standesamt nimmt dagegen an Christi Himmelfahrt keine Trauungen vor. Amtsleiter Jochen Schilling erinnert sich aber noch an den Ansturm am 9. 9. 99, als er mit 16 Trauungen einen regelrechten Marathon hinter sich brachte. "Damals brauchte ich zwei Anzüge." Im Übrigen warnt Schilling vor den landläufig als Gücksbringer geltenden Schnapszahlen. "Ehen, die an solchen Tagen geschlossen werden, gehen eher in die Brüche." Die in Kirchheim am 9. September 1999 Getrauten scheinen allerdings nicht von einem außergewöhnlich hohen Trennungsrisiko bedroht zu sein. Erst zweimal wurde der "Bund fürs Leben" wieder gelöst, dazu gehörte ein Mann, der mit dem Hochzeitstag sein Geburtsdatum vom 6. 6. 66 auf den Kopf stellen wollte.

Wer den 5. 5. verpasst hat, bekommt im Wonnemonat Mai dieses Jahr eine zweite Chance: Der 20. 5. 2005 würde auf einer Anzeige doch auch ein schönes Bild abgeben und die Standesbeamten wären ohnehin im Dienst, denn das Datum fällt auf einen gewöhnlichen Freitag.