Lokales

Fünftes schwieriges Jahr erwartet

Den Mitgliedern des Deutschen Kraftfahrzeug-Gewerbes Innung Nürtingen-Kirchheim unter Teck steht das fünfte schwierige Jahr in Folge bevor, zumindest zeigt sich nach den ersten zwei Monaten keine Besserung, darauf hat Obermeister Konstantin Lepadusch auf der Innungsversammlung hingewiesen.

NÜRTINGEN/KIRCHHEIM Der Gartensaal der Nürtinger Stadthalle war bis auf den letzten Platz besetzt, was sicher den Ernst der Situation widerspiegelt. Viele Betriebe sind in ihrer Existenz bedroht, zwei Mitgliedsbetriebe haben in jüngster Vergangenheit bereits Insolvenz angemeldet. Lepadusch sieht als Schuldige zum einen Teil die überzogenen Standards der Hersteller, zum anderen Teil die Steuergesetzgebung und die extremen Kraftstoffkosten, was einige Kunden wiederum zur Vernachlässigung der Wartung verleitet. Lepadusch: "Noch nie war der technische Zustand des Fahrzeugbestandes so schlecht und überaltert, wie zurzeit."

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Der Obermeister steht hier mit seiner Meinung nicht allein, sondern wird von den technischen Überwachungsorganisationen (TÜV, Dekra, GTÜ) bestätigt. "Unsere Kunden versuchen eben irgendwo zu sparen," so der Obermeister. Freie und markengebundene Betriebe sind von der rasanten Kostenspirale gleichermaßen betroffen, da die schnelle technologische Entwicklung der Fahrzeuge extrem hohe Weiterbildungskosten verursacht. Auch werden laufend neue Testgeräte benötigt. Da sich die notwendigen Werkstattpreise auf Grund der Zurückhaltung der Kunden im Reparaturgeschäft am Markt nicht durchsetzen lassen, ist für die Werkstattbetriebe keine Besserung in Aussicht.

Die Kaufzurückhaltung der Neuwagenkunden versteht der Obermeister allerdings überhaupt nicht. Zurzeit ist das Angebot der Hersteller an Sondernachlässen, preisgünstigen Finanzierungs- und Leasingkonditionen so gut wir noch nie. Lepadusch: "Wer jetzt keinen "Neuen" kauft, ist selber schuld. So billig kommt man nie wieder zu einem Neuwagen. Wenn die Verkaufszahlen wieder steigen, werden auch die Nachlässe wieder eingefroren."

Im Anschluss an den Bericht des Obermeisters standen die Vorstandsmitglieder Rede und Antwort. Dieter Angelmaier berichtete über die abgelaufene Gesellenprüfung und über die neue gestreckte Prüfung für das zukünftige Berufsbild des Kfz-Mechatronikers. Die Vorstandsmitglieder Alfred Hiller, zuständig für Umwelt und Entsorgung, Karl Bossler für Abgasuntersuchung, Hans-Jörg Russ für Tarifverhandlungen und Wolfgang Gross für das Schulungswesen, berichteten aus ihren Fachbereichen.

Die Jahresrechnung und den Haushaltsplan 2005 trug Geschäftsführer Hartmut Wörner vor. Die Entlastung, welche einstimmig erfolgte, beantragte Kassenprüfer Kurt Kümmerle.

Bei den zügig durchgeführten Neuwahlen kam es zu einer Änderung. Eberhard Russ schied aus Altersgründen aus. Für ihn wurde Hans-Jörg Russ neu in den Vorstand gewählt. Komplett neu zusammengestellt wurde der Ausschuss "Freie Werkstätten", der zukünftig von Vorstandsmitglied Karl-Heinz Birkmaier geleitet wird.

Am Schluss der Veranstaltung wurden noch verschiedene Betriebsjubiläen erwähnt. Im Jahr 2004 feierten folgende Betriebe 25-jähriges Betriebsjubiläum: Firma Werner Bulla, Nürtingen und Auto Heinz Röhner GmbH, Holzmaden. 50-jähriges Betriebsbestehen feierte letztes Jahr die Autoverwertung Marquardt, Inhaber: Werner Marquardt in Dettingen. Ferner wurde Alexander Scheskowsky als Innungsbester der Winterprüfung 2004/2005 geehrt. Er erreichte eine Gesamtnote von 2,0.

Die nächste Innungsveranstaltung findet am 20. Oktober 2005 in der Limburghalle in Weilheim statt.

skm