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Für das Bedürfnis nach Tiefgang

Die Kirchen gehen zunehmend neue Wege, um christliche, religiöse, spirituelle Themen in einer breiteren Öffentlichkeit zur Sprache zu bringen. Die evangelische Gesamtkirchengemeinde Kirchheims bündelt jetzt die Veranstaltungen der einzelnen Teilgemeinden in einem gemeinsamen Programm mit dem Titel "Themen, Kultur und Musik".

ANDREAS VOLZ

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KIRCHHEIM Vorträge, Seminare, Ausstellungen und Konzerte bieten die sieben evangelischen Kirchengemeinden in Kirchheim schon seit längerer Zeit an. "Mit dem Programmheft haben wir die Arbeit, die sowieso gemacht wird, auf eine neue Plattform gestellt", sagt Heiner Köble, Geschäftsführer des Evangelischen Bildungswerks in Esslingen. Zwei Dinge sind im dabei besonders wichtig: dass sich die Angebote möglichst sinnvoll ergänzen anstatt sich zu doppeln, und dass die Kirchengemeinden nicht in Konkurrenz mit anderen Bildungsträgern treten: "Wir haben einen spezifischen Blickwinkel auf den Menschen und wollen uns um das Bedürfnis nach Tiefgang in der multimedialen Gesellschaft kümmern." Pfarrer Jochen Maier pflichtet dem Bildungsreferenten bei: "Die Spiritualität ist auch ein wichtiges Thema unserer Zeit."

Höhepunkt des Programms ist die Fortsetzung der "Kirchheimer Reihe". Das Ziel dieser Reihe besteht Jochen Maier zufolge darin, "zu aktuellen gesellschaftspolitischen oder sozialen Fragen Referenten einzuladen, die nicht nur kompetent, sondern auch relativ bekannte Koryphäen sind". Die Kirchen wollen damit eine gewichtige Stimme innerhalb der Diskussion für sich beanspruchen.

Erstes von drei Themen der Kirchheimer Reihe bis Januar 2006 ist das Verhältnis der drei großen monotheistischen Religionen zueinander, dargestellt am Beispiel Abrahams "jener religiös-archetypischen Figur, die an den Wurzeln von Judentum, Christentum und Islam samt deren ethischen und kulturellen Idealen steht", wie es in der Ankündigung heißt. Der Frankfurter Religionswissenschaftler Yuval Lapide bringt seinen Zuhörern die Person Abrahams bereits am kommenden Montag, 19. September, im Alten Gemeindehaus in Kirchheim näher. Beginn ist um 20 Uhr.

Die beiden anderen Veranstaltungen der Reihe im Alten Gemeindehaus befassen sich mit dem Thema Sterben und Tod. Am Montag, 10. Oktober, gibt es dazu eine Podiumsdiskussion über "Das Recht auf Leben und die Sterbehilfe". Es gehe darum zu vermitteln, was die Botschaft der Bibel modernen, aufgeklärten Menschen bedeuten kann, meint Heiner Köble, der sich schon viel von der Podiumsdiskussion verspricht: "Dieses Thema wird in der öffentlichen Diskussion zunehmend wichtiger."

Für Donnerstag, 19. Januar, haben die Veranstalter der Kirchheimer Reihe "einen der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts" eingeladen: Der Tübinger Professor Jürgen Moltmann hat dann die Aufgabe, folgende Frage zu beantworten: "Gibt es ein Leben nach dem Tod?"

INFODas Programmheft "Themen, Kultur und Musik" ist bei allen evangelischen Kirchengemeinden in Kirchheim erhältlich.