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Für die künftige Aufgabe sehr gut gerüstet

Im Beisein des emeritierten Ordinarius für Kardiologie der Uniklinik Tübingen, Professor Dr. Seibel, setzte gestern Landrat Heinz Eininger den neuen Chefarzt der Medizinischen Klinik II des Klinikums Kirchheim-Nürtingen, Privatdozent Dr. med. Martin Beyer, in sein Amt ein.

RICHARD UMSTADT

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KIRCHHEIM Der Betriebsausschuss Krankenhaus wählte Dr. Beyer zum neuen Chefarzt am 21. April. Seine Aufgabe wird es nun sein, der Medizinischen Klinik II in Kirchheim ihre neue Ausprägung durch die Ausbildung von Leistungsschwerpunkten zu geben. Im Bereich der Inneren Medizin soll der Standort Kirchheim eine Basisversorgung für seinen direkten Einzugsbereich bieten und darüber hinaus Leistungsschwerpunkte in der Kardiologie, der Schlaganfallversorgung zusammen mit dem Fachbereich Neurologie und künftig auch der Altersmedizin setzen.

"Es ist uns gelungen, Schlaganfallversorgung und Neurologie seit einem Jahr in Kirchheim zu etablieren", sagte der Landrat bei der Begrüßung des neuen Chefarztes. "Nun gehen wir den nächsten Schritt." Und für diesen Weg in Richtung Herz- und Kreislauferkrankungen sei Dr. Martin Beyer sehr gut gerüstet, so Heinz Eininger. Der neue Mann in der Medizinischen Klinik II besitzt eine umfassende internistische Ausbildung und durchlief im Universitätsklinikum Tübingen alle Abteilungen der Medizinischen Klinik. Besonders kompetent ist Dr. Beyer in der Kardiologie, Nephrologie, Pulmologie und internistischen Intensivmedizin. Er war als Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie bis zu seinem Wechsel nach Kirchheim leitender Oberarzt des Herzkatheterlabors der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen und verantwortlich für die interventionelle Kardiologie mit dem gesamten Spektrum der invasiven kardiologischen Diagnostik und Therapie. Dr. Beyer ist über den rein medizinischen Bereich seiner Abteilung hinaus mit der größten Abteilung innerhalb des Gesamtklinikums Kirchheim-Nürtingen mit derzeit 130 Betten mitverantwortlich für das wirtschaftliche Ergebnis des Hauses.

Landrat Eininger verwies auf den Beschluss des Betriebsausschusses Krankenhaus, in Kirchheim einen Linksherzkathetermessplatz einzurichten und die notwendigen Planungen, Ausschreibungen und Bauarbeiten vorzunehmen. "Wir gehen davon aus, dass wir bereits Anfang nächsten Jahres über ein hochmodernes Gerät verfügen", war der Landrat zuversichtlich. Mit dem neuen Chefarzt und weiteren noch einzustellenden und einzuarbeitenden Mitarbeitern stehe dann ein leistungsfähiges Team zur Verfügung, mit dem das komplette Leistungsangebot der Kardiologie geboten werden könne.

"Selbstverständlich werden wir auch weiterhin kooperativ mit dem Herzzentrum der Städtischen Kliniken Esslingen zusammenarbeiten und so gemeimsam die kardiologische Versorgung einerseits ortsnah im südlichen Landkreis und bezüglich der spezialisierten Leistungen, wie zum Beispiel der Therapie der peripheren Gefäße und Elektrophysiologie zusammen mit Esslingen darstellen können", sagte der Landrat. Dies sei Fakt, "jenseits allen Pulverdampfes", spielte Heinz Eininger auf die Diskussionen in Esslingen über den Sinn eines Herzkatheterplatzes in Kirchheim an.

Neben der Kooperation mit den Städtischen Kliniken in Esslingen lag dem Landrat auch die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten sowie mit der Medizinischen Klinik I in Nürtingen am Herzen. Spätestens ab der Inbetriebnahme des Herzkathetermessplatzes bestehe kein Grund mehr, dass Patienten aus dem Raum Kirchheim oder Nürtingen, ausgenommen bei den oben genannten hochspezialisierten Behandlungen, Krankenhausleistungen bei anderen Krankenhäusern nachfragen müssen, meinte der Landrat im Hinblick auf den Wettbewerb mit den Krankenhäusern der Umgebung.

Die bauliche Weiterentwicklung des Klinikstandortes Kirchheim will der Landkreis zügig voranbringen. Die Zielplanung wurde vom Sozialministerium bereits genehmigt. Noch im Sommer wird die Verwaltung einen Förderantrag beim Sozialministerium stellen, in der Hoffnung nach einer Klärung der Finanzierung und der Baufreigabe durch den Kreistag mit dem Bau Ende nächsten Jahres beginnen zu können.

Dem neuen Chefarzt wünschte Landrat Eininger für seine verantwortungsvolle Aufgabe viel Kraft, Erfolg und alles Gute. "Die Verantwortung trägt man bereits am ersten Tag, Veränderungen einzuleiten und durchzusetzen dauert jedoch länger," meinte der Kreisverwaltungschef zu Dr. Beyer.

Namens seiner Kolleginnen und Kollegen begrüßte der ärztliche Direktor des Klinikums Kirchheim-Nürtingen, Dr. Axel Welter, den neuen Chef. "Diesen Tag haben wir alle herbeigesehnt." Die Kreistagsentscheidung für eine Kardiologie in Kirchheim gebe dem Personal die Sicherheit, dass der Standort auch in den kommenden Jahrzehnten zur Verfügung stehe. Dr. Welter wünschte dem neuen Chefarzt gutes Gelingen und bot ihm die kollegiale Zusammenarbeit aller an. Bei "so vielen Vorschusslorbeeren" sah sich Dr. Beyer in Zugzwang. Er verwies jedoch auf eine solide Ausbildung und seine Arbeit in den letzten 14 Jahren in Tübingen. Was er nicht wolle, sei ein "hirnloser Herzkatheterismus". Der neue Chefarzt wusste um die Schwierigkeiten, eine neue Kardiologie aufzubauen, meinte aber zuversichtlich: "Wir werden das schaffen."