Lokales

Für Dorfgemeinschaft

Ein neues Erwachsenenbildungsprogramm steht für die Landfrauen bereit: Aus Anregungen, Ideen und Wünschen entstanden beste Bedingungen, ab September bis zum Frühjahr Bildung vor Ort zu erfahren.

NEIDLINGEN Das bedeutet, nicht stehen bleiben, sondern mitmischen, aktuelle Situationen analysieren und Akzente setzen für neue Entwicklungen. Wer bereit und willig ist, kann aus dem gefüllten Korb der Angebote und Kontaktmöglichkeiten Gegenwärtiges wahrnehmen, Vergangenes vor dem Vergessenwerden bewahren und Zukunft mitgestalten.

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Erwachsenenbildung ist und bleibt eine spannende Herausforderung, denn sie will Orientierungswissen vermitteln, auf Werte reagieren und Initiative wie Ausdauer fördern. Heute wird Wissen immer wichtiger und man muss wissen, wie mit Wissen umzugehen ist. Michael H. Weise hat die Vereinsleitung mit Ulrike Braun, Elsbeth Linsenmayer und Annegret Stolz mit seiner These "Wir können nicht immer alles wissen. Wichtiger ist es, einen zu kennen, der's weiß" in ihrem Auftrag ermuntert.

Berechtigte Anliegen von Frauen gilt es immer noch zu unterstützen, zu stärken und zu fördern. Wichtig ist deren Interpretation, auch wenn sie sowohl Fragen wie auch Widerspruch provozieren können.

Das Angebot für die Neidlinger Landfrauen ist erneut eine Bereicherung für alle Mitglieder, um neue Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen, miteinander kreativ zu sein, bei Festen und bei verschiedenen Anlässen, wie beim Zwetschgenmarkt, bei Infofahrten mit unterschiedlichen Zielen, bei Vorträgen, beim Gärtnern im Schulgärtle oder der wöchentlichen Gymnastik Spaß zu haben. Es geht darum, Geist und Körper immer zu bewegen.

Am Zwetschgenmarkt vom 21. September wird wieder Feingefühl in angebotenen Dekorationsobjekten erkennbar sein. Neues hat man sich für den kommenden Markttag einfallen lassen. Alte Handwerksvorführungen stehen am Vormittag an und am frühen Nachmittag wird bei einer Modenschau, gestaltet von der "Nr. 5" aus Kirchheim, trendige Herbstmode gezeigt, umrahmt mit schmückendem Beiwerk aus der Kirchheimer "Goldschmiede Nr. 3".

Örtliche VereineAls unerlässlich sieht die Landfrauenorganisation in Stuttgart an, dass die örtlichen Vereine dem vom Verband aufgestellten Leitthema mit jeweiligem Unterthema in ihre Programm einfließen lassen. So wird der Leitgedanke "Zukunft gestalten Demokratie entfalten" mit "Sozialer Mut tut allen gut" unterfüttert. Beide Ziele finden sich im Neidlinger Landfrauenprogramm wieder.

So wird am 11. Oktober Rosemarie Rieker, Neidlingen, das Thema "Zivilcourage und sozialer Mut wo und warum Zivilcourage gefragt ist" aufgreifen. Im Schillerjahr gedenken die Landfrauen am 25. Oktober bei einem Besuch im Geburtsort und -haus des Dichters in Marbach am Neckar des großen, mutigen Landsmanns Friedrich Schiller. Inge Hafner, Altenhilfefachberaterin beim heimischen Landkreis Esslingen, geht am 8. November das brisante Thema "Langlebigkeit verpflichtet" an. Für Kreative wird Mitglied Anneliese Hepperle am 15. und 22. November Anregungen geben, um aus alter Bettwäsche Schönes und Nützliches herzustellen. Um körperliches Wohlbefinden geht es, wenn Klaus Albrecht, Beuren, am 6. Dezember auf das Thema "Das Becken aus osteopathischer Sicht" eingeht. Eine mutige und Zuversicht ausstrahlende Frau, Hildegard Ruoff aus Nürtingen, wird bei der Adventsfeier am 13. Dezember aus ihrem bewegten Leben erzählen.

Für ältere MitgliederEr hat sich in der Vergangenheit bewährt, der unterhaltsame Nachmittag für die älteren Mitglieder, zu dem am 10. Januar 2006 "Herzogin Henriette eine mutige Frau" alias Ruth Mößner, Kirchheim, erscheinen wird. Die Arbeit im Petitionsausschuss des Landtags als "die Notrufsäule des Bürgers" stellt deren Vorsitzender, MdL Jörg Döpper aus Neuffen am 17. Januar vor. Bei einem Besuch im Haus der Geschichte in Stuttgart am 24. Januar werden die Landfrauen von Dr. Beate Krieg, Landfrauenverband Stuttgart, und der Ministerin a. D. Annemarie Griesinger für eine Gesprächsrunde erwartet. Zur Pflege der Geselligkeit im Vereinsleben steht ein Spiele-Abend am 3. Februar im Programm. "Sozialer Mut tut allen gut" heißt das Thema am 14. Februar mit Dr. Jeanette Behringer, Stuttgart. In Zusammenarbeit mit der AOK Nürtingen-Kirchheim befasst sich am 21. Februar Dr. Klasen aus Notzingen mit Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes. Die Mitgliederversammlung wird am 7. März sein und spannend wird es am 14. März beim Thema "Geschwister eine Rolle fürs Leben", das Rita Reichenbach, Augsburg, übernimmt. Das nachfolgende Thema "Meine Familie Lust und Frust" wird am 21. März von Dr. Beate Weingardt, Tübingen, hinterfragt.

Beim traditionellen Veilchen- und Brunnenfest am 25. April stellt Ulrike Siegel, Brackenheim, ihre Erfahrungen zum Buch "Bauerntöchter der 60er-Jahre: Was ist aus ihnen geworden" vor. Der Besuch von Kunstausstellungen ist auf 5. Oktober mit einer Führung durch das neue Kunstmuseum in Stuttgart mit der Kunsthistorikerin Ursula Straatmann, Hannover, terminiert und die Meisterwerke von Karl Schmidt-Rottluff haben die Landfrauen in Balingen bereits bestaunen können.

Mit beispielhaften Aktivitäten sorgen die Landfrauen im Ort für eine lebendige Dorfgemeinschaft mit und schaffen dadurch wichtige soziale und kulturelle Werte. Die Mitglieder freuen sich darüber, wenn weitere Interessentinnen und nicht zuletzt auch Neuzugezogene sich in die Gemeinschaft einbinden lassen und damit die Chancen zur Kontaktförderung und lebenslangem Lernen vor der Haustür ergreifen.

rr