Lokales

Für ein friedliches Fußballfest

Kreis Esslingen: Polizei ist auf Einsätze während der WM vorbereitet

Das auch für den Landkreis Esslingen zuständige Polizeipräsidium Reutlingen sieht sich für die Fußball-Weltmeisterschaft gut vorbereitet. In Zusammenarbeit mit Veranstaltern und den örtlichen Polizeibehörden soll dafür gesorgt werden, dass es bei Pub­lic-Viewing-Veranstaltungen, Autokorsos und Fanfeiern friedlich und gefahrlos zugeht.

Kreis Esslingen. Gestern wurde die WM in São Paulo mit dem Spiel Brasilien gegen Kroatien angepfiffen – die Fans des deutschen Nationalteams müssen sich jedoch noch etwas gedulden. Erst am Montag geht es um 18 Uhr gegen Portugal.

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Gleichwohl steht die Polizei seit gestern parat, falls sie gegen uner­wünschte Begleiterscheinungen vorgehen muss. „Wir haben mit unserem Team der Polizeireviere, der Verkehrs- und Kriminalpolizei in enger Abstimmung mit den Städten und Gemeinden maßgeschneiderte Sicherheitskonzepte entwickelt, damit einem schönen und friedlichen Fußballfest nichts im Wege steht“, so Dieter Schneider, derzeitiger Leiter des Polizeipräsidiums in Reutlingen. „Emotion, Freude, Begeisterung, eine tolle Stimmung – all das gehört zu einem solchen Turnier.“ Die Polizei setze alles daran, dass es genau dabei bleibe.

Aber es gibt auch Menschen, die sich nicht für das Fußball-Spektakel interessieren und nicht mitfeiern wollen. Für sie will die Polizei mögliche Einschränkungen so gering wie möglich halten. „Um die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bringen, sind immer wieder Kompromisse erforderlich, die nur dann gelingen können, wenn trotz aller überschwänglichen Freude jeder auf den anderen Rücksicht nimmt“, so Schneider.

Genau darauf setzt die Polizei und hofft, wenig einschreiten zu müssen. Man sei aber für alle Fälle gewappnet und werde die Einsatzkräfte an relevanten Tagen und zu entsprechenden Veranstaltungen verstärken. „Wir wollen nicht Spielverderber sein. Aber wo nötig, werden wir konsequent einschreiten, vor allem wenn es zu Straftaten oder bedeutenden Ordnungswidrigkeiten kommt oder es in irgendeiner Form gefährlich wird“, kündigt Dieter Schneider an.

Autokorsos gehen nach den Erfahrungen der Polizei immer mit besonderen Gefahren einher. Sie wird deshalb darauf achten, dass der Fußgänger- und Fahrzeugverkehr voneinander getrennt wird. Schon jetzt appelliert die Polizei an alle künftigen Korsoteilnehmer, die Feierlichkeiten nach einer angemessenen Zeit auch wieder zu beenden. Das Bedürfnis der Fans, ihre Freude zu zeigen, müsse mit dem berechtigten Anspruch der Anwohner auf Nachtruhe abgewogen werden.

„Fußgängerblockaden sind Spaßbremsen“, weiß die Polizei und fordert daher feiernde Fans auf, nicht einfach auf die Straße zu laufen und den normalen Verkehr oder den Korso zu blockieren. Verboten ist es, Feuerwerkskörper abzubrennen. Vor allem in einer Menschenmenge könne dies eine gefährliche Panik auslösen, betont die Polizei.

Wann die Polizei einschreitet

Um bei Korsos Verkehrsunfälle mit verletzten Personen zu vermeiden, werden die Einsatzkräfte der Polizei in gefährlichen Situationen einschreiten. Dazu gehören etwa • das Sitzen auf Fahrzeugdächern und Motorhauben • das Stehen in Fahrzeugen, zum Beispiel im Cabrio • das Hinauslehnen des Körpers aus dem Seitenfenster und aus dem Schiebedach • das Einfahren in Bereiche, wo Fußgängerverkehr herrscht • das Zufahren auf Personen oder Personengruppen • das Schwenken von Fahnen mit langen Stangen.