Lokales

Für mehr Sicherheit an Bahnübergängen

Unfälle an Bahnübergängen sind vergleichsweise selten. Wenn es aber kracht, dann meist fatal. 2004 wurden bei bundesweit rund 260 Unfällen 55 Menschen getötet und 186 Menschen verletzt. Bahn, Bundespolizeiamt und der Deutsche Sicherheitsrat haben deshalb jetzt in Wendlingen eine landesweite Präventionsaktion eingeläutet. Sie steht unter dem Titel "Geblickt? Sicher drüber".

CHRISTA ANSEL

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WENDLINGEN Bürgermeister Frank Ziegler und Fred Schuster, Leiter der Abteilung Sicherheit und Ordnung, haben für die Eröffnung dieser Aktion gerne den Sitzungssaal im Rathaus zur Verfügung gestellt. Wendlingen ist auf der Unfalltypensteckkarte für Karambolagen an Bahnübergängen zwar nahezu ein weißer Fleck. Aber mit den schienengleichen Bahnübergängen muss die Stadt auch in den folgenden Jahren leben.

Und im Fahrverhalten gerade an solchen Schienenübergängen verhalten sich die Wendlinger nicht anders, als andere Zeitgenossen andernorts. Welf Stankowitz vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat zeichnete gestern ein Bild dieser Verkehrsteilnehmer anhand einer durchgeführten Umfrage.

Viele Verkehrsteilnehmer, Autofahrer, Zweiradfahrer und Fußgänger wüssten nicht, was das rote Blinklicht an Bahnübergängen bedeute. Eine große Anzahl glaubt, dieses mit dem Gelb einer Straßenampel gleichsetzen zu können. Also wird schnell noch die Schiene passiert, obwohl die Straßenverkehrsordnung ganz klar vorschreibt: bei Rot, gleichgültig ob blinkend oder feststehend, darf die Bahntrasse nicht mehr überquert werden. Alle Verkehrsteilnehmer haben bei Rot zu stoppen.

Und überhaupt nicht zu tolerieren sei das Verhalten der Jugendlichen. 30 Prozent dieser Gruppe habe bei der Umfrage zugegeben, sich vorstellen zu können, eine Halbschranke am Bahnübergang zu umfahren, wenn es eile. Aufklärung ist für den Deutschen Verkehrssicherheitsrat also ganz wichtig.

Gemeinsam mit der Deutschen Bahn und dem Bundespolizeiamt (der frühere Bundesgrenzschutz) wurde deshalb eine bundesweit bereits seit 2002 geschaltete Aktion in der Region wieder aufgegriffen. Beamte des Bundespolizeiamtes tauchen in den nächsten Wochen immer wieder an Bahnübergängen auf, um dort bei geschlossener Schranke haltende Verkehrsteilnehmer über die Regeln der Straßenverkehrsordnung in diesem Bereich aufzuklären und so vorbeugend dazu beizutragen, Unfälle erst gar nicht entstehen zu lassen.

Alfons Aigner, der Leiter des Bundespolizeiamtes Stuttgart, und Werner Schäfer von der Deutschen Bahn AG Systemverbund Bahn Safety erläuterten gemeinsam diese Aufklärungsaktion. Um Bahnübergänge noch sicherer zu machen, gelte es aber nicht nur, den Verkehrsteilnehmern die Verkehrsregeln wieder ins Gedächtnis zu rufen oder gar an drohende Strafe bei Missachtung zu erinnern. Wichtig sei es auch, betonte Werner Schäfer, die Signalwirkung bei der Anfahrt und die Sicherheit am Bahnübergang selbst zu verbessern.