Lokales

Furiosem VfL winkt die Liga-Spitze

Toller Auftritt des VfL-Oberligateams beim 298,55:288,90-Sieg über die TG Wangen-Eisenharz. In einem packenden Wettkampf sicherten sich die Kirchheimer Turner wichtige Punkte: Ein Sieg, der alle Optionen offenhält und sogar die Chance bietet, an der Liga-Spitze mitzuturnen.

KIRCHHEIM Angesichts der Kirchheimer Verletztenliste gab es sorgenvolle Mienen vor dem Heimwettkampf gegen Wangen/Eisenharz. Aus dem vermeintlichen Überangebot an Turnern standen pro Gerät gerademal noch die notwendigen vier zur Verfügung. Die Favoritenrolle lag also eindeutig beim Gast.

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Doch die wenigen Aufrechten im VfL-Team machten ihre Sache dafür umso besser. Nervenstark eröffnete Jochen Weber für Kirchheim den Wettkampf am Boden, turnte seine schwierige Übung souverän durch und legte mit 13,65 Punkten den Grundstein für ein ausgezeichnetes Bodenergebnis. Die beiden erst 14-jährigen VfL-Neuzugänge Philipp Straub (13,40) und Dominik Weber (14,50) von der TSG Berkheim, meisterten ihre Übungen beim ersten Auftritt in Kirchheim wie alte Hasen, bevor André Schaich mit 15,20 Punkten den Glanzpunkt setzte gut fünf Punkte Vorsprung nach dem ersten Gerät für den VfL.

Am Pauschenpferd lief es bei den Kirchheimer Turnern noch nicht hundertprozentig rund. Der an einer Schulterverletzung laborierende Markus Benz musste vom Gerät, ebenso wie Vorzeigeturner André Schaich, der beim Durchwandern an den Pauschen hängen blieb. Dominik Weber (11,65 Punkte) und ein gut aufgelegter Moritz Pohl (12,20 Punkte) waren Garanten dafür, dass die VfL-Turner weitere vier Punkte Vorsprung draufpackten denn auch der Gegner ließ Federn.

Philipp Straub (10,65 Punkte), Andreas Mahler (11,70 Punkte) zeigten, dass es sich lohnt, um jedes Zehntel zu fighten. Schließlich sollte die Ringe-Übermacht der TG Wangen/Eisenharz in Grenzen gehalten werden. Kaderturner Moritz Pohl packte noch einige Schwierigkeiten drauf und erhielt 13,65 Punkte. Highlight des gesamten Wettkampfs aber war die Ringeübung des Jugendnationalturners André Schaich. 15,80 Punkte vergaben die Kampfrichter da hielten an diesem Kraftgerät selbst die gestandenen Männer aus Wangen/Eisenharz nicht mit. Nur 0,3 Punkte musste der VfL deshalb von seinem Vorsprung wieder abgeben.

Die höchste Note im Sprung der Kirchheimer ging an André Schaich (13,60). Seinen Zukahara gestreckt sprang Simon Paul (13,40) bei seinem ersten Einsatz nach seiner Nackenverletzung noch etwas verhalten aber sehr sicher. Philipp Straub (13,30) und Jochen Weber (13,0) vervollständigten das Kirchheimer Quartett, das in der Summe knapp zwei Punkte abgegeben hatte. Jetzt schlug die Stunde der Kirchheimer Barrenturner.11,30 Punkte für Moritz Pohl, 12,50 für den wiedererstarkten Andreas Mahler, 13,90 Punkte für Jochen Weber und die Höchstwertung mit 14,70 Punkten an diesem Gerät wie gewohnt für André Schaich, da hatten die Gäste nichts entgegenzusetzen.

Der Kirchheimer Vorsprung war vor dem Reck auf gut zwölf Punkte angewachsen. Wohl schon in der Euphorie des sicheren Sieges, riskierte Routinier Jochen Weber alles und verlor. Beim Jägersalto, einem riskanten Flugteil, donnerte er aus großer Höhe auf die Reckstange und stieg wenig später noch vom Gerät. Statt der eingeplanten zwölf erhielt er nur 6,5 Punkte. Großer Druck lastete deshalb auf Marcus Benz, der ihn aber locker schulterte und für seine Reckübung wichtige 12,10 Zähler sammelte. Noch besser machte es Moritz Pohl (12,15 Punkte). André Schaich musste seine Übung nur noch locker zu Ende turnen der Sieg war in trockenen Tüchern.

Am kommenden Samstag fahren die VfL-Oberligaturner zum Auswärtswettkampf gegen Heilbronn, dem Meister der vergangenen Saison. Da wird sich dann zeigen, wohin der Weg des VfL-Oberliga-Teams geht.

hp