Lokales

Fußball für Frauen, Trampoline für alle

Das Frühstück in Schweden ist nicht sehr üppig. Es wird auf Sets oder direkt auf dem Tisch gegessen anstatt auf einem Teller und man sollte sich schon morgens an Milch gewöhnen, da die Schweden sie gerne und oft als einziges Getränk nutzen. Sie ist einfach unverzichtbar. "Normale" Dinge wie Butter, Toasts und Marmelade werden häufig gegessen. Nur wenn wer nach einem Honigaufstrich fragt, wird erstaunt angeschaut. Die Schweden meinen, "dieses sehr süße Zeug" gehöre nur in den Tee.

Ganz normal finden sich auch in Schweden Morgenmuffel oder morgendliches Schweigen. Natürlich besitzen die Schweden neben ihren Frühstücksgewohnheiten auch andere typische Essgewohnheiten. Da kann es zum Beispiel vorkommen, dass sie Schweinesteaks mit Apfelmus servieren. Kartoffelpüree mit Würstchen kommen oft auf den Tisch. Tacos sind ähnlich aufgebaut wie "Döner": Sie schauen aus wie Pfannkuchen mit Gemüse, außerdem findet man oft "Brown Beans", die Hackfleischbällchen ähnlich sehen. Zu allen Mahlzeiten gibt es Milch oder "Sprudel", also Leitungswasser.

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Für Schüler beginnt der Tag gemächlicher als für ihre Eltern. Schulbeginn ist erst um 9 Uhr. Der Grund dafür ist, dass die Schweden Ganztagesschulen besuchen. Das heißt aber auch, dass sie frühestens um 15.30 Uhr zu Hause sind.

Hausaufgaben wie in Deutschland üblich, gibt es für schwedische Schüler nicht. Sie haben längerfristige Projekte zu erledigen, daher haben sie ebensoviel Freizeit wie die Kirchheimer. Allerdings geht es in ihren Schulen viel lockerer zu. Sie leiden nicht so sehr unter Druck oder Lernstress. Nach der Schule haben sie genug Zeit, ihren Hobbys nachzugehen wie etwa reiten, boxen, tanzen oder sogar Trampolin springen. Die deutschen Schüler hatten übrigens noch nie so viele Trampoline in Vorgärten gesehen wie in Schweden. Die Sportart schlechthin ist jedoch Hockey, sowohl auf dem Eis als auch im Trockenen. Fußball kann da nicht mithalten, da trauen sich dann doch lieber die Frauen ran. Frauenfußball ist nämlich in Schweden sehr angesagt.

Besonders auffallend sind die Häuser Schwedens. Viele sind aus Holz gebaut und sehr bunt, meist rot gestrichen, dazu auch noch symmetrisch zur Straße angeordnet, weswegen es manchmal schwierig ist, das richtige Haus zu finden. Zumindest in ländlichen Gegenden besitzt jedes Haus auch einen Garten, der meist von hohen Nadelbäumen eingezäunt ist. Es kommt einem alles idyllischer und einsamer vor als in Deutschland. Vielleicht liegt es ja auch an der Einwohnerzahl Schwedens, die hier deutlich niedriger ist.

Wenn die Eltern nach der Arbeit nach Hause kommen und die Kinder von der Schule zurück sind, wird abends in Anwesenheit aller Familienmitglieder gemeinsam gegessen, das ersetzt das gemeinsame Mittagessen, das aufgrund des Tagesablaufs ausfällt.

Toby und Aline