Lokales

Gäste aus Munderkingen sorgten für Gänsehaut in der Teckhalle

Mit den Musikerinnen und Musikern der Stadtkapelle Munderkingen präsentierte die Stadtkapelle Owen beim Herbstkonzert ein Blasorchester, das seinen festen Platz in der Höchststufe einnimmt.

OWEN Die Gäste eröffneten den ersten Teil des Konzertes, geleitet von ihrem Dirigenten Karl Petermann, mit "Symphonic Overture" von James Barnes. Eine Auftragskomposition geschrieben für die United States Air Force Band. Diese Ouvertüre im romantischen Stil besticht vor allem durch ihre wunderschönen Solistellen von Euphonium, Englischhorn, sowie Saxophon. Mit "Phantom der Oper", dem Welterfolg von Andrew Lloyd Webber, entführte die Stadtkapelle Munderkingen das Publikum in die Katakomben der Pariser Oper.

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Das Arrangement von Johann de Meij, mit einigen der bekanntesten Melodien wie "Denk an mich", "Maskenball", "Engel der Lieder" und natürlich dem grandiosen Hauptthema des Phantoms der Oper, verursachte Gänsehaut. Geprägt vom romantischen Genre war auch das nächste Stück "Time Remembered", was soviel heißt wie Erinnerung an alte Zeiten. Es wurde von Philip Sparke zur Jahrtausendwende komponiert. Doch im Vergleich zu vielen Werken mit gleicher Thematik, begrüßt diese Musik nicht überschwänglich das neue Jahrtausend, sondern blickt, wie der Titel schon sagt, zurück auf vergangene Zeiten. Sparke versucht mit dieser Elegie hier an die schönen Dinge zu erinnern, die nicht vergessen werden sollten. So hat dieses ruhige Werk sehr philosophische, ja fast religiöse Momente, aber auch ganz feierliche und herzerwärmende Stellen.

Nach diesen romantischen Klängen ging es lebhaft in der Teckhalle weiter. Mit heißen Rhythmen wurde das Publikum an die schönen Strände Rios entführt und ein faszinierendes südamerikanisches Flair gezaubert. Der Komponist Kees Vlak beschreibt in "Las Playas de Rio" mit musikalischen Worten die drei großen Strände von Rio de Janeiro.

Das Leben am Strand des Trocadero-Playa ist geprägt von Männern mit weißen Hüten und Frauen in luftiger Sommerkleidung, die Stimmung ist ausgelassen, es wird gelacht und Musik klingt aus den Strandbars. Der zweite Strand Ipanema ist ebenfalls voll brasilianischen Lebens. Man hört schöne Melodien, die aber einen gewissen Hauch von Melancholie in sich tragen. Genau hingehört sieht man auch die traurige Liebesgeschichte, die dahintersteckt. Copacabana oder auch Karneval pur, buntes Leben, ausgelassene Stimmung, Musikcombos spielen Samba, überall wird getanzt. Und mit einem großen Feuerwerk über dem Meer endet die Geschichte.

Auf den stürmischen Beifall des Publikums folgte die Zugabe "Gallito", ein Paso Doble vom Spanier Santiago Lope. Doch damit nicht genug, das Publikum forderte eine weitere Zugabe. Der Applaus wurde belohnt mit "Rookie", einem flotten amerikanischen Armeemarsch la John Philip Sousa.

Die die Stadtkapelle Owen, unter der Leitung von Alexander Weis, eröffnete den zweiten Teil mit dem Marsch "Washington Grays" von Claudio S. Grafulla. Der Marsch geht auf das Jahr 1861 zurück und ist dem gleichnamigen, in graue Uniformen gekleideten Regiment aus Washington D.C. gewidmet. Er wird als Meisterwerk und Prototyp des Konzertmarsches seiner Zeit gewertet. Die stilisierten Einflüsse des italienischen Komponisten sowie Anklänge deutscher Tradition sind hier unverkennbar. Darüberhinaus besticht das Werk durch die glänzende Balance zwischen Melodie und technischen Anforderungen.

Kees Vlak, ein bekannter Komponist der symphonischen Blasmusik, hat sich von der Musik der großen amerikanischen Komponisten Copland, Gershwin und Bernstein inspirieren lassen, und schuf mit der New York Overture ein musikalisches Meisterwerk, welches dem aufmerksamen Zuhörer die Weltmetropole bildlich vor Augen führt. Die Skyline mit ihren Wolkenkratzern, Harlem, der Central Park, der Broadway und die Sankt Patricks Kathedrale, um nur einige Sehenswürdigkeiten zu nennen.

Nachfolgend präsentierte die Stadtkapelle Owen die "Suite on Celtic Folk Songs", ein gegensätzliches Stück, bestehend aus drei alten irischen Melodien verschiedener Generationen, komponiert vom Japaner Tomohiro Tatebe. Der traditionelle irische Marsch charakterisiert den ersten Teil. Vom Gälischen, der Muttersprache Irlands, gepägt ist der zweite Teil. Ein schneller, typisch irischer Tanz beschließt das Stück.

Beim "Schwabenland" denken viele an Spätzle, Schwarzwald und Bodensee, nicht aber der Komponist Kurt Gäble. Er will mit seinem gleichnamigen Werk Land und Menschen charakteristisch herausheben, aber im Besonderen die Liebe zu seiner schwäbischen Heimat zum Ausdruck bringen. In drei Sätzen werden die schwäbischen Kulturstätten, der Schwabe an sich und die Lebensfreude verbildlicht, miteinander verbunden und zur musikalischen Einheit geformt. Mit "Army of the Nile", einem Quickmarsch von Kenneth J. Alford, geht die musikalische Weltreise hier zu Ende.

Ebenso ging die musikalische Reise von Dirigent Alexander Weis mit der Stadtkapelle Owen zu Ende. Er verabschiedete sich nach fünf Jahren musikalischen Wirkens von seinem Amt, um sich neuen musikalischen Herausforderungen zu stellen. Der Vorsitzende Steffen Kirchgeorg bedankte sich bei Weis für seinen Einsatz und hob in einem Rückblick die Erfolge, welche er mit der Stadtkapelle Owen erreichte, hervor.

Die Stadtkapelle beschloss das kurzweilige Konzert mit zwei Zugaben, dem "Deutschmeister Regimentsmarsch", sowie dem "Bozener Bergsteigermarsch".

mr