Lokales

Garage soll vor Weihnachten fertig werden

Nachdem im März vergangenen Jahres für die Baugrube der künftigen Tiefgarageneinfahrt zwei große Platanen gefällt und erste vorbereitende Arbeiten im "Vorgarten" der Bastion in Angriff genommen wurden, ist die Einrichtung der Baustelle abgeschlossen. Noch vor Weihnachten haben die "richtigen" Bauarbeiten für das 10-Millionen-Projekt Schweinemarkt begonnen, das damit die derzeit größte Baustelle Kirchheims ist.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM In der vergangenen Woche wurden nun erste Grabarbeiten zur erforderlichen Lokalisierung diverser Strom-, Gas-, Wasser-, Telekom- und sonstiger Leitungen durchgeführt. Auch der bestehende Kiosk musste bereits der künftigen Großbaustelle weichen. Als nächster Schritt folgt nun der Abbruch der bestehenden Tiefgarage.

Schon in der vergangenen Woche versuchte der eine oder andere Autofahrer vergeblich, sein Fahrzeug in der Tiefgarage Schweinemarkt unterzustellen, doch die Rolltore waren bereits heruntergelassen. Jetzt ist auch auf dem oberirdischen Parkdeck endgültig Schluss. Als Ersatz für die Stellplätze wurden in der Zwischenzeit entsprechende zusätzliche Parkierungsflächen in der Innenstadt eingerichtet, die zusammen mit anderen stadtnahen Parkflächen in einer Broschüre zusammengefasst sind. Die Broschüre mit den während der Bauzeit zur Verfügung stehenden stadtnahen Parkierungsflächen ist bei der Stadtverwaltung und in Kirchheimer City Ring-Geschäften erhältlich (wir berichteten).

Rechtzeitig zu den Weihnachtseinkäufen sollen schon wieder Autos in die neue Tiefgarage Schweinemarkt fahren können. Allerdings hat die neue Garage mit der alten dann nicht mehr viel gemein. "Größer, schöner, besser", lautet das Motto des Investors. Auf ein Platzangebot von 360 Stellplätzen wird die neue Garage anwachsen und sich unter der Max-Eyth-Straße bis fast zu den Mauern der Bastion erstrecken.

Mit hellen, freundlichen Farben und einer guten Beleuchtung wird die neue Tiefgarage Kunden und Besucher der Innenstadt empfangen. Benutzerfreundlichkeit und neuester Stand der Technik sind klare Vorgaben für die im Kirchheimer Untergrund entstehenden Stellplätze. Auch die neue Ein- und Ausfahrt wird eine deutliche Veränderung markieren. Statt wie bisher über die Turmstraße erschlossen zu werden, wird die neue Tiefgarage Schweinemarkt direkt an die Alleenstraße angebunden sein. Die Bauarbeiten im Bereich der Tiefgarage werden vo-raussichtlich bis Herbst 2006 andauern, rechnet Oliver Riethmüller.

Bis dahin wird sich dann allerdings auch einiges getan haben. An der Stelle des einstigen Marktes für den Verkauf von Schweinen die wegen des bisher sich bietenden Blickes auf offene Parkierungsflächen auf einem sich quasi aufwölbenden Gebäude rasch den nicht allzu schmeichelhaften Spitznamen "Saublase" erhielt werden künftig drei moderne Häuser die bestehende Bebauung entlang der Alleenstraße ergänzen.

Modern in der Architektur, sollen sich die drei entstehenden Baukörper durch ihre Proportionen, die passende Materialwahl und durch entsprechende Farbgebung dennoch harmonisch in das Altstadtensemble einfügen. Durchgeführt wird das Neubauprojekt Schweinemarkt von der Riethmüller Immobilien GmbH, die mit dem Alten Schlachthof derzeit auch noch für ein weiteres stadtbildprägendes Immobilienprojekt in der Kirchheimer Innenstadt verantwortlich zeichnet. Beim Neubauprojekt Schweinemarkt werden rund 10 000 Quadratmeter Nutzfläche in den Ebenen der Tiefgarage und rund 4 000 Quadratmeter Nutzfläche auf vier Etagen entstehen. Der gesamte umbaute Raum beträgt 44 000 Quadratmeter. An der tiefsten Stelle wird sich die neue Tiefgarage Schweinemarkt mit ihren 360 Stellplätzen rund neun Meter unter der Erdoberfläche befinden.

Die über der Tiefgarage aufgehende Bebauung ist bewusst in drei einzelne Hauselemente gegliedert, die durch zwei zwischenliegende, Treppenhäuser miteinander verbunden werden. Um die drei Gebäudeteile noch besser ablesbar zu machen, sind die beiden mit einem großen Glasanteil sehr transparent gestalteten Treppenhäuser etwas aus der Flucht zurückversetzt. Die drei Gebäudeteile bestehen aus jeweils vier Geschossen dem für Läden vorgesehenen Erdgeschoss, den zwei Obergeschossen mit möglicher Büro- und Praxisnutzung und einem vorwiegend dem stadtnahen Wohnen dienenden Dachgeschoss mit zwei Ebenen.

An der "Schokoladenseite" zur geplanten zur Fußgängerzone ausgebauten "Flaniermeile" Turmstraße hin wird eine Loggia als Stahlkonstruktion vorgehängt, die durch klappbare Holzlamellen-Elemente optisch aufgelockert werden soll, wobei die Lamellen-Elemente zugleich auch als Sonnenschutz dienen werden. Die gestalterischen Elemente zur Fußgängerzone Turmstraße hin werden auch von der Fassade zur Alleenstraße aufgegriffen, wo durch die Holzlamellen-Elemente ein optisch teils offener und teils geschlossener Laubengang in Erscheinung tritt.

Über die drei Gebäudeteile hinweg steht im ersten und zweiten Obergeschoss eine flexibel einteilbare Gesamtfläche von über 2 000 Quadratmetern für variabel einteilbare Büro- oder Praxisnutzung zur Verfügung. Die maximale Fläche für eine Praxis auf einer Ebene beträgt dabei 400 Quadratmeter. Erschlossen werden Praxen, Büros oder Wohnräume über die beiden Treppenhäuser sowohl schwellenlos von der öffentlichen Tiefgarage aus über rollstuhl- beziehungsweise behindertengerechte Aufzüge.

Während die Tiefgarage Schweinemarkt schon Ende November und damit rechtzeitig für das kommende Weihnachtsgeschäft nutzbar sein soll, wird die Bezugsfertigkeit des dreigliedrigen Hochbauensembles von Oliver Riethmüller mit "Spätsommer beziehungsweise Herbst 2006" angegeben. Überzeugt zeigte er sich davon, dass "hier ein attraktives Viertel entstehen wird, das ein interessantes Gegengewicht zu möglichen Entwicklungen im westlichen Teil der Kirchheimer Innenstadt setzen kann".