Lokales

Gaukler, Handwerker und Musikanten

NEUFFEN Am Samstag, 28. August, und am Sonntag, 29. August, halten das mittelalterliche Lagerleben und der historische Handwerkertross um 1630 mit dem Fanfarensignal um 11 Uhr Einzug auf der Burg. Bis jeweils 18 Uhr können sich Besucher ein Bild davon machen, wie es zuging, als die großen Herren noch im Eisenmantel fochten und Herzöge, Grafen und Ritter hießen. Über 250 Kämpfer, Handwerker und Artisten werden einen Eindruck von allerhand Tätigkeiten vermitteln, wie sie in vergangenen Zeiten üblich waren, um die Menschen mit dem Notwendigen für den Alltag und die Abwechslung an Festtagen zu versorgen.

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Und ein Markt war immer auch ein Fest. Auf den 16. August 1198 ist die erste urkundliche Eintragung der Herren von Neuffen im Kaiserselekt von Kaiser Philip datiert. Schon damals wurden regelmäßig Markttage abgehalten. Markttag das war im Mittelalter immer ein besonderer Tag, das bedeutete jedes Mal viel mehr als die bloße Möglichkeit zum Kauf und Verkauf. Was es bei dem Spektakel alles zu sehen gab: Gaukler, Handwerker, Musikanten . . .


Zum achten Mal wird sich der Burghof in einen kleinen Marktplatz des Mittelalters verwandeln. Immer wider lohnt ein Besuch der Marktstände der Bader, Filzer, Silberschmiede, Lederer, Hutmacher, die handgefertigte Erzeugnisse zeigen. Mit Pfeil und Bogen kann man sich am Schießstand messen und als große Attraktion fungiert das Lagerleben des Mittelalters. Die Besucher können nicht nur die verschiedensten Handarbeiten von Mägden und Söldnern betrachten, sondern die vielfältigen Arten von Rüstungen und Waffen begutachten und diese auch selbst anziehen. Die Söldner befassen sich die meiste Zeit das Tages mit dem Kriegshandwerk, der Herstellung von Kettenhemden oder dem Reparieren der Rüstungen. Daneben gibt es noch viele andere Überraschungen. Verschiedene Marktstände sorgen für das leibliche Wohl von Besuchern und Akteuren.


Ziel ist die möglichst authentische Belebung der mittelalterlichen Kultur des 11. bis 15. Jahrhunderts. Deshalb legen die Marktleute viel Wert aufs Detail, sei es bei den Kostümen oder bei den Instrumenten, auf denen alte Weisen erklingen werden. Rollenspiele sollen den Besuchern unterhaltsam und lehrreich zugleich das Leben im Mittelalter näher bringen. Vor allem auch die Demonstration von längst vergessenen Handwerkskünsten wie die des Spinnens, Webens, das Können des Lederers und des Korbflechters oder des Figurenmachers macht die beiden Tage sicher auch für "kleine" Gäste spannend.


Im unteren Burgwall werden jeweils um 13 und um 17 Uhr die "Ritterturneyen" ausgefochten, dabei können die Reiter und das Fußvolk um die Ehre und die Hand der schönen Prinzessin kämpfen. Auf dem oberen Wall werden von 12 bis 18 Uhr stündlich Programme aufgeführt, es gibt eine Ecke des Minnesängers und Schaukämpfe mit echten Waffen. Gaukler und Feuerspucker präsentieren ihre Kunst, es gibt mittelalterliche Tänze sowie Schaudarbietungen mit Schwertern. Hofdamen flanieren in prächtigen Gewändern durch den Burghof, zu sehen gibt es aber auch Mägde in bäuerlicher Tracht, Knappen in farbenfrohen Waffenröcken ebenso wie Ritter in stählerner Rüstung und wilde Barbaren.


Immer wieder wird sich der Herold, während zwei mittelalterliche Musikgruppen zur Unterhaltung aufspielen, einer Giftprobe unterziehen. Gaukler zeigen ihre Künste, Marktleute tanzen mit den Gästen.


Am Samstag, nach Ende des Markttages, findet um 20 Uhr im Innenhof der Burg ein Konzert mit der Gruppe "Des Geyers schwarzer Haufen" statt, für das die Burgwächter ab 19 Uhr Einlass gewähren wollen. "Des Geyers schwarzer Haufen" hat sich über nahezu zwei Jahrzehnte in der Szene für mittelalterliche Musik einen Namen erspielt, der letztlich 1999 mit dem SWR Publikumspreis "Spielleute des Jahres" seine vorläufige Krönung erfuhr. Die drei Spielleute bieten hervorragende handgemachte Musik auf nachgebauten historischen Instrumenten. Sie machen alte Spielmannskunst wieder lebendig. In der neuen Besetzung Ralf Glenk (Gitarren, Mandocello und Gesang) Albrecht Schmidt-Reinthaler an den Dudelsäcken, Cister, Drehleier, Krummhorn und Nyckelharpa sowie Martin Ernst an Dulcimer, Scheidholz und Percussion können die Gäste ein sehens- und hörenswertes Konzertprogramm erwarten.


Das bunte Volk wird den Besuchern einen gerechten Wegezoll abknöpfen. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt.