Lokales

Gedenkgottesdienste und Live-Übertragung der Beisetzung

Die Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Papst finden mit seiner Beisetzung am heutigen Freitag ihren Höhepunkt. Bereits zuvor besuchten zahlreiche katholische Christen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, darunter auch in Kirchheim und Umgebung, die für Johannes Paul II. veranstalteten Requien. Vermehrte Reiseaktivitäten in Richtung Rom verzeichneten die Kirchheimer Reisebüros allerdings nicht.

DOMINIQUE KELLER

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KIRCHHEIM Die Trauer um Papst Johannes Paul II. kennt bei vielen katholischen Gläubigen kein Halten. Rund vier Millionen Christen werden heute in der Ewigen Stadt zur Beisetzung erwartet.

Doch nicht nur in Rom hängen die Flaggen auf Halbmast. Auch in Deutschland nehmen die Katholiken in vielfältiger Weise Abschied von ihrem Kirchenoberhaupt. Am Mittwoch feierte der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, ein Pontifikalrequiem in der Stuttgarter Domkirche Sankt Eberhard. Auch in den Pfarrgemeinden wurden in dieser Woche feierliche Gedenkgottesdienste abgehalten.

Am vergangenen Sonntag, um 12 Uhr, läuteten in allen Kirchen der Diözese, so auch in der Kirchheimer Sankt-Ulrichs-Kirche und in Maria Königin, die Glocken zehn Minuten lang als Zeichen der Trauer. Außerdem ertönte das Glockengeläut bis zur Beisetzung des Papstes jeden Mittag nach dem Angelusgebet um 12.05 Uhr. Alle katholischen Pfarrkirchen und kirchlichen Gebäude sind bis zur Beisetzung auf Halbmast beflaggt. Darüber hinaus erhielten die Priester der D

iözese die bischöfliche Anweisung, einmal die heilige Messe für Johannes Paul II. zu lesen.

Seit dem Tod des Papstes hatten die katholischen Kirchengemeinden jeden Abend zum Rosenkranzgebet für den Heiligen Vater eingeladen. Nach der Beisetzung soll in den Fürbitten für eine gute Wahl des neuen Kirchenoberhauptes gebetet werden.

Die katholische Kirchengemeinde Maria Königin in Kirchheim feiert die Vorabendmesse am morgigen Samstag, 9. April, um 18.30 Uhr in Sankt Lukas in Jesingen als Requiem für Johannes Paul II. "Die trauernden Menschen strömen nach Rom, weil der Papst sie durch seine offene Art beeindruckt hat", versucht Pfarrer Winfried Hierlemann das Massenphänomen zu erklären.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Bischöfliche Jugendamt der Diözese Rottenburg-Stuttgart riefen alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Diözese auf, am heutigen Freitag um 12 Uhr für eine Minute ihren Alltag zu unterbrechen und schweigend gen Süden in Richtung Rom zu blicken.

Auf der Internetseite http://kondolenzbuch.dioezese-rottenburg-stuttgart.org/ gibt es die Möglichkeit, Gedanken und Wünsche für den Verstorbenen schriftlich zu formulieren.

Auf Großbildleinwand wird heute in Weilheim, im Neuen Gemeindehaus bei der Franziskuskirche, ab 9 Uhr die Beisetzung von Johannes Paul II. übertragen. "Der Gedanke ist, dass die trauernden Menschen nicht alleine daheim vor dem Fernseher sitzen", erklärt Pfarrer Hermann Ehrensperger von der Franziskuskirche in Weilheim.

Am morgigen Samstag wird dort ab 18 Uhr in einem feierlichen Requiem des Oberhauptes der Katholischen Kirche gedacht. Pfarrer Ehrensperger, der längere Zeit im Vatikan lebte, wird die Predigt halten. Schola und Orgel werden die "Missa de angelis" singen und spielen. "Die Franziskuskirche ist Tag und Nacht geöffnet und die Gläubigen suchen sie verstärkt zum ungestörten Gebet auf", berichtet Pfarrer Hermann Ehrensperger.

Wie eine Kurzumfrage unter Kirchheimer Reisebüros ergab, ist der Ansturm auf Flüge nach Rom ausgeblieben.