Lokales

Gefahr der "tollen Tage"

Kaum sind die Weihnachtsfeiertage und Silvester vorüber, beginnt die Faschingszeit. Wie in den vergangenen Jahren führen die Beamten der Polizeidirektion Esslingen auch 2005 in der nun beginnenden heißen Phase der "Tollen Tage" verstärkt Alkohol- und Drogenkontrollen im Straßenverkehr durch.

KREIS ESSLINGEN Nach wie vor ist Alkohol am Steuer eine der Hauptunfallursachen in den Verkehrsunfallstatistiken. Insbesondere in der "fünften Jahreszeit" steigt bei vielen Menschen der Konsum alkoholischer Getränke. Allein in der Endphase des närrischen Treibens des vergangenen Jahres, im Zeitraum vom 14. bis 24. Februar, mussten sich neun Kraftfahrer wegen Alkohol am Steuer einer Blutprobe unterziehen und ihre Führerscheine wurden einbehalten. Im gleichen Zeitraum wurden gar zwölf Pkw-Lenker ertappt, die unter dem Einfluss von Drogen standen. Bei sieben Verkehrsunfällen war alkoholische Beeinflussung Mitunfallursache.

Anzeige

Jedem dieser Betroffenen müsste eigentlich vor Fahrtantritt klar gewesen sein, dass sie in ihrem berauschten Zustand kein Kfz lenken durften. Bereits in der Fahrschule wird den Führerscheinneulingen vermittelt, dass sich Alkohol und Drogen negativ auf den menschlichen Körper auswirken. Schon 0,2 Promille Alkohol im Blut führen zur Beeinträchtigung des Sehvermögens. Die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermögen lassen schon ab 0,5 Promille nach, und ab 0,8 Promille sind die meisten Menschen nicht mehr in der Lage, Auto zu fahren. Gravierende Ausfallerscheinungen machen sich ab 1,0 Promille bemerkbar. Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Reaktion sind deutlich verringert.

Rauschgifte greifen das geistig-seelische Funktionssystem von Menschen an. Die Leistungsfähigkeit wird beeinflusst und damit die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt. Weder Schlaf noch Kaffee beschleunigen den Abbau des Alkohols.

Da der menschliche Körper durchschnittlich nur 0,1 Promille pro Stunde abbaut fährt mancher nach einer durchzechten Nacht auch noch angetrunken zur Arbeit. Viele Kraftfahrzeugführer, die sich unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen ans Steuer setzen, machen sich keine Gedanken über einen Führerscheinentzug. Das kann im schlimmsten Fall gar zum Verlust des Arbeitsplatzes führen. Bei Verkehrsunfällen kommen dann noch mögliche zivilrechtliche Ansprüche Dritter und nicht selten Regressansprüche der Versicherungen auf die Betroffenen zu.

lp