Lokales

Gefahr durch "blinde" Schläger

Mitglieder und Freunde des Mährisch-Schlesischen Sudetengebirgsvereins (MSSGV) haben den zweiten Sonntag im September als Fixpunkt in ihrer Jahresplanung. An diesem Tag beherrscht der Dreschflegel das Wanderheim Altvaterbaude bei Schopfloch und es wird der Hahnkönig oder die Hahnkönigin ausgedroschen.

LENNINGEN Das "Hahnschlagen" ist eine alte Tradition aus dem Altvatergebirge. Damals bestand das Ziel, das bei verbundenen Augen mit dem Dreschflegel zu treffen war, tatsächlich aus einem in den Boden eingegrabenen lebendigen Hahn. Im Vergleich dazu geht es heute wesentlich humaner zu, den "Hahn" spielt eine große Blechdose und gefährdet sind, wenn überhaupt, nur die Zuschauer, wenn einer der "blinden" Teilnehmer die Richtung nicht findet. In den letzten Jahren noch bestand der erste Preis tatsächlich aus einem lebenden Hahn, bei den Kindern aus einem Zwerghahn. Nachdem sich aber bei einigen Siegern in den letzten Jahren die Klagen der Nachbarn über das Krähen auf dem Balkon oder im Garten gehäuft hatten, stellte der Verein auch hier um. Der erste Preis besteht aus Freiübernachtungen für die Familie des Siegers in einem der vier Wanderheime des MSSGV. Wichtiger ist den meisten Siegern allerdings der Eintrag auf der großen Ehrenscheibe, die vom MSSGV-Mitglied Wolfgang Znaimer gestaltet wurde.

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Auch in diesem Jahr waren die Titel wieder heiß umkämpft, vor allem bei den Kindern. Nach sechsmaligem Stechen errang Carolin Hausold aus Nürtingen die Krone, flankiert wird sie von ihren Marschällen Katrin Schwalm aus Kirchheim und Kerstin Hausold. Dass die Familie Hausold auch "blind" ausgesprochen zielsicher ist, zeigte sich denn beim Kampf der Erwachsenen. Hier riss nach zähem Ringen Stefan Hausold die Krone an sich, die Marschallshüte für ein Jahr tragen Robert Kuch aus Neidlingen und Waltraud Fabry aus Kirchheim.

Natürlich ist der Kampf um die Krone keine trockene Angelegenheit, die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zweigvereins Teck im MSSGV sorgten wie immer dafür, dass die Kehlen feucht und die Mägen gut gefüllt waren. Und im kommenden Jahr müssen die Sieger aus 2005 natürlich ihre Kronen wieder gegen erbitterte Konkurrenz verteidigen.

gb