Lokales

Gefahr durch die Raupenhaare

Mit Beginn der warmen Jahreszeit wird mit einem weiteren verstärkten Auftreten der Raupen des Eichenprozessionsspinners gerechnet. Bei den Behörden im Land häuften sich in den vergangenen Jahren die Meldungen über Krankheitssymptome, die auf direkten oder indirekten Kontakt mit den Raupen zurückzuführen waren.

KREIS ESSLINGEN Als wärmeliebende Art bevorzugt der Eichenprozessionsspinner zur Eiablage freistehende, besonnte Eichen an Waldrändern, in Grünanlagen, Sportgeländen und Schwimmbädern, also gerade dort, wo sich Menschen oft aufhalten. Im geschlossenen Wald tritt er seltener auf.

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Der Name des Eichenprozessionsspinners rührt von der Eigenart der Raupe her, sich prozessionsartig vom Sammelplatz, beziehungsweise Ruheort zum Fraßort zu bewegen. Die Raupenhaare können bei besonders empfänglichen Personen zu Krankheitssymptomen und allergischen Hautreaktionen mit individuell unterschiedlicher Ausprägung führen. Empfindliche Hautbereiche (zum Beispiel Nacken, Hals, Unterarme) sollte man deshalb, wenn irgend möglich, bei Aufenthalt in der Nähe von Raupennestern schützen.

Unmittelbar nach Kontakt mit den Raupenhaaren kann sich ein starker Juckreiz entwickeln, dem meist innerhalb von etwa 24 Stunden sichtbare Hautreaktionen folgen. Auch flächenhafte schmerzhafte Hautrötungen sind möglich. Gelangen die Raupenhaare in die Augenbindehaut, kann es dort zu einer akutern Entzündung mit Rötung, Lichtscheu und starker Schwellung der Augenlider kommen. Einatmen von Raupenhaaren kann zu Entzündungen im Rachenbereich, zu Schwellung der Nasenschleimhaut und Bronchitis sowie asthmaartigen Symptomen führen. Bei überempfindlichen Personen können vereinzelt sogar allergische Schockreaktionen aufgetreten. Im eigenen Interesse sollten Raupen und ihre Nester nicht berührt werden.

Die Dauer der Gefährdung geht von Mitte Mai bis in den späten Herbst. Auf Baumpflegemaßnahmen sollte verzichtet werden, so lange Raupennester erkennbar sind. Kommt es dennoch zum Kontakt, wird ein sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung empfohlen. Auch die Kleidung sollte unbedingt gewaschen werden. Bei Auftreten von Krankheitserscheinungen wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen.

Detaillierte Informationen über den Eichenprozessionsspinner kann man über die Homepage des Landratsamtes Esslingen unter Kreiseinrichtungen/Gesundheit abrufen (www.landkreis-esslingen.de) Die meisten Gespinste, die man während der Sommermonate häufig in Feldhecke und Wildobstgehölzern entdeckt, sind allerdings von harmlosen Verwandten des Falters bewohnt, zum Beispiel von den Raupen der Zwetschgengespinstmotte mit dem klangvollen Namen "Yponomeuta plumbellus".

pm