Lokales

Gefahrloser Weg dank Taxi

Es war nicht unumstritten. Dennoch entschied sich in jüngster Sitzung eine Mehrheit des Bissinger Gemeinderats dafür, ausländische Schüleskinder nach der Sprachförderung per Taxi gefahrlos zurück in den Kindergarten zu befördern.

RICHARD UMSTADT

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BISSINGEN Seit einigen Jahren bietet die Gemeinde Bissingen ausländischen Kindern in den Kindergärten an, die deutsche Sprache zu erlernen. Dabei wurden nach dem Denkendorfer Modell wöchentlich drei Gruppen unterrichtet. Inzwischen ist die Schar einiges kleiner geworden. Noch sieben Kinder nehmen an der Sprachförderung teil, die jetzt nach dem neuen Modell der Landesstiftung über die Bühne geht. Die Buben und Mädchen werden wöchentlich von Montag bis Donnerstag jeweils eine Stunde gefördert.

Die Gemeinde musste, bevor sie bei der Landesstiftung den Zuschuss beantragte, die Sprachkenntnisse der Kinder erheben und dem Antrag Konzeption und Auswertungen beifügen. Bislang gab das Land Baden-Württemberg für die Fördermittel noch kein grünes Licht, wie Bürgermeister Wolfgang Kümmerle mitteilte. Es wirke sich aber auf die Gelder nicht negativ aus, werde mit der Sprachförderung bereits begonnen.

Das Angebot einer Bissinger Taxi-Unternehmerin, die Kinder nach dem Förderkurs kostenlos vom Pfarrstraßenkindergarten in das Teckstraßen-Kinderschüle zurückzubringen, lehnte der Gemeinderat in einer der letzten Sitzungen ab. Die Eltern sollen selbst für den Transport sorgen, war die mehrheitliche Meinung.

In einem ausführlichen Gespräch mit der Gemeindeverwaltung machten die Eltern geltend, dass die Kinder noch zu klein und zu jung seien, um den Weg gefahrlos zurücklegen zu können. Die Sprachförderung endet um 9 Uhr. Bis zum Kindergarten Teckstraße dauert der Fußmarsch für die Kleinen zirka 30 Minuten. Dadurch reduziert sich die Spielzeit für die Kinder von rund zwei Stunden auf eine halbe Stunde. Das frustriere die Buben und Mädchen, die dann den Sprachunterricht ablehnten. Auch sind die Eltern nicht in der Lage, ihre Sprösslinge abzuholen. Sie sagten aber eine Beteiligung an den Transportkosten in Höhe von 30 Euro zu. Dieses Geld stellt das Taxi-Unternehmen der Gemeinde als Spende für die Kindergärten zur Verfügung.

Bei neun Befürwortern sowie zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen wurde folgender Beschluss gefasst: Die Gemeinde übernimmt aus versicherungsrechtlichen Gründen die Trägerschaft für den Taxitransport, die Eltern bezahlen 30 Euro pro Kind und Jahr und der Erlös kommt als Spende den Kindergärten zugute. Nach einem Jahr soll das Thema neu verhandelt werden.